Tipps von Influencern: Nicanor García

Was war dein bester Moment in München, Nicanor García?

Viele Influencer besuchen München jedes Jahr und fangen die Stadt durch Videos, Artikel und Fotos ein. Um einen Einblick in ihre kreative Arbeit zu bekommen und herauszufinden, was sie an München begeistert hat, haben wir einen Fragebogen in petto. Diesmal: Nicanor García, ein professioneller Fotograf und Architekt aus Spanien.

Wie hast du dir München vor deinem Besuch vorgestellt?

Vor ein paar Jahren bin ich bei einem Zwischenstopp schon mal zufällig in München gewesen. Mein Hotel lag etwas außerhalb, abends war ich in der Nähe des Marienplatzes essen. Es war Anfang Februar und ziemlich kalt. Ich kannte zwar die großen Unternehmen der Stadt und die einzigartigen Gebäude. Trotzdem habe ich damals natürlich keinen vollständigen Eindruck erhalten.

Und wie war es dann tatsächlich?

Diesmal bin ich hergekommen, um München wirklich kennenzulernen. Während der Reisevorbereitung hatte ich die Stadt schon besser kennengelernt, so dass ich diesmal mit einer konkreteren Vorstellung losziehen konnte. Dass das Wetter jeden Tag so gut war, kam noch dazu, es hat fast nie geregnet. Ich hatte mich auf eine Stadt gefreut, in der sich Tradition und Moderne auf natürliche Weise verbinden, ähnlich wie in Barcelona. Und so war es dann auch.

Was hat dir am besten gefallen?

Während der Reise hatte ich die Gelegenheit, verschiedene Gebäude zu besuchen, die direkt mit der Kultur der Stadt verbunden sind – Museen, Kirchen und Bibliotheken. Ich habe auch andere Orte wie den Olympiapark und ein Schloss sowie einige städtische Kunstwerke gesehen. Obwohl alle Orte interessant waren, möchte ich die beiden hervorheben, die mich am meisten beeindruckt haben: Die erste ist die Herz-Jesu-Kirche. Ihre moderne Form mit viel Liebe zum Detail und der Bewahrung von Traditionen fasst das zusammen, was ich unter München verstehe. Der zweite Ort, der mich sehr beeindruckt hat, obwohl ich ihn bereits von Fotos und Zeichnungen kannte, war das Olympiastadion. Seine ursprüngliche Konstruktion, in der Struktur und Dach eins sind, sowie die Integration in den Olympiapark erscheinen mir außergewöhnlich.

Was war der interessanteste Ort?

Der Odeonsplatz am Anfang der Ludwigstraße ist einer dieser Orte, auf die ich aufmerksam wurde, und ich war überrascht, welche Gemeinsamkeiten es dort zwischen München und Florenz zu entdecken gibt. Ich fand heraus, dass München oft als die nördlichste Stadt Italiens bezeichnet wird. Dieses neue Verständnis, zusammen mit dem guten Wetter während meines Aufenthalts, ließ mich die Verbindung spüren, die München mit dem Mittelmeer hat.

Was war deine schönste Begegnung?

Ich mochte alle Museen, die ich besuchen durfte. Und das umso mehr, als mich die Leute im MUCA, in der Bayerischen Staatsbibliothek, im Lenbachhaus, in der Pinakothek der Moderne und im Haus der Kunst so nett begrüßt haben. Ihre Freundlichkeit und Erklärungen haben mir sehr geholfen, die verschiedenen Geschichten und Standpunkte besser zu verstehen.

Was war dein Lieblingsmoment?

Nach dem Besuch des Haus der Kunst entdeckten wir direkt neben dem Museum die Eisbachwelle, einen Kanal der Isar, durch den kontinuierlich eine Welle rollt, die das Surfen möglich macht. Viele Leute waren dort und die Surfer ritten eine Welle nach der anderen. Plötzlich begann es zu regnen und ich kehrte zum Haus der Kunst zurück, um Zuflucht zu suchen. Es war ein Moment des Kontrastes, in dem sich zeitgenössische Kunst, Surfen und Geschichte in meinen Gedanken vermischten.

Was hast du gelernt?

Dank dieser Reise habe ich mehr über München und seinen Platz in Bayern und Deutschland gelernt, über die Nähe zu den Alpen und die Verbindung zu Italien und dem Mittelmeer. Ich habe auch mehr über Münchens Verbindung zum Katholizismus gelernt, über die Mönche, die die Stadt gründeten (und eines ihrer Hauptsymbole inspirierten) und ihre besondere Beziehung zum Bier.

Im kulturellen Bereich habe ich unter anderem durch Franz von Lenbach, Franz Marc und Wassily Kandinski die Rolle Münchens in der europäischen Kunst erkannt.

Auch die Größe der Stadt ist mir aufgefallen – zwar ohne sehr hohe Gebäude, aber mit viel Leben auf der Straße, mit viel Tourismus, aber ohne Menschenmassen. Zu jeder Zeit hatte ich das Gefühl, in einer sicheren Stadt zu sein, in der Tradition, Industrie und Kultur auf natürliche Weise zusammenkommen.

Was hast du von deinem Besuch mitgenommen? 

Meine Zeit in München hat zu einem stärkeren Bewusstsein geführt, wie diese Stadt Teil einer gemeinsamen europäischen Kultur ist und wie ihre einzigartige Lage dazu beiträgt, Nord- und Südeuropa auf unterschiedliche Weise zu verbinden.

Du kannst deiner Community drei Tipps für eine Reise nach München geben – wo schickst du sie hin?

Wenn Sie nach München reisen, sollten Sie diese drei Orte auf keinen Fall verpassen:

Herz-Jesu-Kirche: Der klare Raum und die Liebe zum Detail sind umwerfend.

Olympiapark: Der Park integriert das Stadion auf natürliche Weise, als wäre es Teil seiner Landschaft. Ein idealer Ort zum Wandern und Fotografieren.

Lenbachhaus: Das Museum besteht aus der ehemaligen Residenz von Franz von Lenbach und dem von Norman Foster entworfenen Anbau. Diese Verbindung ergibt ein sehr interessantes Gebäude, in dem wiederum die Gemälde des Blauen Reiters herausragen.

Was möchtest du bei deinem nächsten Besuch erleben?

Ich möchte einige der Orte besuchen, die ich bei dieser Gelegenheit nicht besuchen konnte, wie das Brandhorst Museum und die Oper. Obwohl ich das Beste aus dieser Reise gemacht habe, reicht ein Besuch nie aus, um eine Stadt wie München kennenzulernen.

Und zu guter Letzt: Was glaubst du, meinen die Münchner, wenn sie schiach* sagen? Irgendeine Idee?

Es klingt ein wenig nach Spinat! Aber irgendwie glaube ich nicht, dass das die Bedeutung des Wortes ist ...

 

*schiach hat im Bayerischen die Bedeutung hässlich.

3 Fragen zu Nicanor Garcías Arbeit

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Nicanor García und ich bin Fotograf, obwohl ich zuvor als Architekt und Professor für Architekturdesign gearbeitet habe. Ich habe mich spezialisiert auf das Fotografieren von Architektur, Räumen und Kultur, ich versuche die Essenz dessen, was ich sehe, festzuhalten. Dieser Fokus lässt mich durch die ganze Welt reisen und verschiedene Städte und Orte fotografieren.

Woher bekommst du die Inspiration für deine Arbeit?

Neugierde und Betrachtung inspirieren mich als Fotograf. Ich muss den Ort, den ich fotografiere, verstehen, vor allem aus visueller Sicht. Das bringt mich dazu, einen Ort aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und zu fotografieren, bis ich verstehe, welche Bilder ihn am besten erklären.

Die größte Herausforderung an deinem Beruf?

Sie besteht darin, zu verstehen und zu erklären, was ich durch die Fotografie sehe. Wenn ich dieses Ziel erreiche, können meine Fotos das Verständnis anderer Menschen für einen Ort, einen Raum oder ein Gebäude erleichtern. Irgendwie versuche ich durch meine Arbeit, ein Filter zu sein, der anderen hilft, die Welt auf eine besondere Weise zu sehen.

Danke, Nicanor!

 

 

Fotos: Nicanor García

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