Marienplatz

Das Herz der Stadt

Auf dem weltbekannten Platz ist immer was los, egal ob Christkindlmarkt, Stadtgeburtstag, Glockenspiel, Meisterfeier des FC Bayern oder Kundgebungen aller Art.

Seit der Stadtgründung im Jahr 1158 durch Heinrich den Löwen ist der Marienplatz das Zentrum Münchens. Denn hier trafen sich die beiden wichtigsten Straßen der jungen Stadt.

Heute kann man im Schatten des Neuen und Alten Rathauses gemütlich einen Kaffee trinken und dem geschäftigen Treiben zusehen. Auch für einen Einkaufsbummel in der Fußgängerzone oder auf dem Viktualienmarkt ist hier der ideale Ausgangspunkt. Wer es den Einheimischen gleich tun will, verabredet sich dazu am Fischbrunnen vor dem Haupteingang des Neuen Rathauses.

In der Mitte des Marienplatzes wacht die goldglänzende Mutter Gottes auf der Mariensäule als Patrona Bavariae über die Stadt und das Bayernland. Die Mariensäule gilt als Mittelpunkt Münchens – so werden alle Entfernungen für Wegweiser nach München von hier aus gemessen. Und auch für Katholiken ist sie ein zentraler Ort: Bereits drei Päpste waren hier, Pius VI. im Jahr 1782, Johannes Paul II. 1980 und Benedikt XVI. im Jahr 2006.

Kurfürst Maximilian I. ließ die elf Meter hohe Säule im Jahr 1638 aus Tegernseer Marmor errichten. Er wollte damit für die Schonung Münchens während der schwedischen Besetzung im Dreißigjährigen Krieg danken.

Bereits im Jahr 1593 hatte der Renaissancebildhauer Hubert Gerhard die Bronzefigur der Gottesmutter vermutlich für das Grab des bayerischen Herzogs Wilhelm V. geschaffen. Bis 1613 schmückte sie den Hochaltar der Münchner Frauenkirche. In der Tradition des Gnadenbildes von Maria Loreto hat Maria das Jesukind auf dem Arm und steht auf einer Mondsichel. Die vier wacker kämpfenden Putti am Sockel der Mariensäule versinnbildlichen den Sieg Marias über Hunger (Drache), Krieg (Löwe), Pest (Basilisk) und Ketzerei (Schlange).

Seinen heutigen Namen trägt der Marienplatz übrigens erst seit dem 9. Oktober 1854. Anlass der Umbenennung nach der heiligen Jungfrau war eine Choleraepidemie. Bis dahin hieß der Platz wegen des dort stattfindenden Getreidemarktes Schrannenplatz. Mit der Umbenennung hoffte man, ein Ende der Seuche zu bewirken.

 

 

Fotos: Sigi Müller, istock/grafissimo, istock/viadacanon