Unsere Autorin beim Spaziergang mit der Besitzerin eines Cafés in München.

Podcast „Auf eine Runde mit ...“ Marlen Ventker

Ein Spaziergang durch Sendling: Marlen Ventker

Bunt, traditionell, vielfältig – das sind die Münchner Stadtviertel. Unser Podcast „Auf eine Runde mit ...“ bietet ganz persönliche Einblicke durch die Linsen der Menschen, die hier leben und ihre Viertel am besten kennen. Diesmal: Die Café-Betreiberin Marlen Ventker zeigt uns ihr persönliches Sendling.

Seit 1877 gehören Unter- und Mittersendling zu München. Anfang des 20. Jahrhunderts erlangte das Quartier wirtschaftliche Bedeutung mit dem Bau der Großmarkthalle, die bis heute wichtig für die Münchner Gastronomie ist und nach Paris und Mailand der drittgrößte Umschlagplatz für frische Lebensmittel in Europa. Noch heute spürt man viel vom ehemaligen Arbeiterviertel durch angespiedelte Traditions- und Handwerksbetriebe sowie alteingesessene Kneipen und Wirtshäuser. Gleichzeitig vermischt sich altes Wissen mit modernen Einflüssen. Ein gutes Beispiel ist das Café Om Nom Nom, das neben Kaffee und Kuchen ausschließlich vegane Kreationen auftischt – und das in den Räumen einer ehemaligen Metzgerei. Ein Gespräch mit der Besitzerin Marlen Ventker.

Cafés und Restaurant mit rein veganer Küche sind nicht mehr neu, eure vegane Käsetheke war jedoch die erste in München und ist einfach besonders. Wie kam's denn zu dieser Ausrichtung?

Wir haben genau so etwas immer gesucht: Veganer Käse, bei dem uns die Zutaten zusagen und der so schmeckt, wie wir uns das von veganem Käse erhoffen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, ergänzend zu Kaffee und Kuchen auch veganen Käse anzubieten. Heute haben wir eine große Auswahl, die rotiert – bis zu 50 bis 60 Käse haben wir.

Kannst du mal den groben Herstellungsprozess eines veganen Käses erklären?

Grundsätzlich finde ich spannend, dass es dabei gar nicht so große Unterschiede zur herkömmlichen Herstellung gibt. Für Camembert verwendet man gerne Cashew als Basis, weil man daraus eine Milch machen kann. Das Ansäuern funktioniert zwar nicht so gut wie mit Kuhmilch, man kann aber gut mit Edelschimmel arbeiten, wie das auch mit Blauschimmelkäse gemacht wird. Der reift dann und es werden Bakterien draufgegeben sowie Salz, damit sich nur die guten weiterentwickeln. Die meisten Käsesorten, die wir anbieten, bestehen aus Cashew, Salz und Edelschimmel.

Bei welchem Käse hattest du bislang den größten Aha-Effekt und dachtest: Das kann doch nicht sein, dass der vegan ist!

Das war ein Cashew-Camembert aus Frankreich, der auch mittlerweile eine richtige Hausmarke von uns geworden ist. Ich hatte den auf einer Messe probiert und null Erwartungen, bis ich dachte: Boa, ist der geil! Zusammen mit einer Freundin habe ich mir ein Bio-Brot gekauft und jede von uns hat ihren eigenen Käse komplett aufgegessen. Und so fing alles an.

Wie waren denn die Reaktionen darauf, so einen Laden wie euren hier in Sendling aufzumachen?

Unterschiedlich. Ich bin in einer großen veganen Bubble mit meinen Freunden, aber in der Familie gab es schon auch die Frage, ob wir nicht wenigstens vegetarische Gerichte anbieten wollen – aber wir wollten das richtig durchziehen. Auch in der Nachbarschaft waren viele skeptisch und haben sich gefragt, ob es denn nur Salat gibt. Aber ich war positiv überrascht, dass viele die Gerichte probiert haben und ich glaube, wir konnten die Nachbarn, von denen viele nicht vegan leben, überzeugen, dass es schmeckt.

Euer Design erinnert mich an ein amerikanisch-jüdisches Deli. Wie kam es denn, dass es hier so aussieht, wie es aussieht?

Mein Verlobter Daniel und ich haben alles zusammen gemacht. Aufgrund unseres kleinen Budgets haben wir entschieden, einfach alles mal herauszureißen, um zu schauen, was sich hier machen lässt. Unter den Tapeten kamen Fliesen einer ehemaligen Metzgerei zum Vorschein, die wurden dann zum Eye-Catcher und ich finde es schön, mit dem zu arbeiten, was schon da ist. Deshalb haben wir diesen alten Boden ebenfalls drin gelassen. Das nächste Piece war die Sitzbank, die uns von einem Nachbarn angeboten wurde. Sie war mit lila-grünem Straußenleder bezogen (lacht). Wir haben sie dann mit rosa Samt beziehen lassen. Sie ist freischwebend, was ich toll finde! So kam ein cleaner Look zusammen mit vielen Materialien, die weitestgehend nachhaltig sind. Alles ist selbst gemacht.

Kommen wir mal zum Viertel. Warum habt ihr euch entschieden, genau hier ein Café aufzumachen?

Sendling war nicht unsere erste Wahl, wir wollten lieber in die Innenstadt gemäß unserer Zielgruppe. Der Wohnungsmarkt in München ist krass, aber der für Gewerbeflächen gefühlt noch krasser. Deshalb haben wir den Radius vergrößert und obwohl uns hier die Einrichtung nicht gefallen hat, fand ich die Fensterfront toll und hatte sofort ein gutes Gefühl. Wir haben schnell gemerkt, dass hier viele aufgeschlossene Familien leben und haben so dann erst das Viertel richtig lieben gelernt.

Zeit für ein Zwischenfazit zu Sendling – was macht das Viertel für euch aus?

Die entspannte Stimmung und die Nähe zur Isar. Coole, alternative Dinge, die man erleben kann, wie die Alte Utting, die in Laufnähe ist. Das Bahnwärter-Thiel-Gelände, wo auch unsere Käsemanufaktur steht. Hier gibt es viele Start-ups und Künstler, vielleicht einfach, weil es noch nicht so teuer ist.

Findest du, Sendling ist ein Geheimtipp für Tourist*innen?

Würde ich schon sagen, ja. Ich habe jetzt einiges über neue Einflüsse erzählt, aber Sendling ist natürlich auch urig-bayerisch mit alten Kneipen, Wirtshäusern und ein unverfälschtes, münchnerisches Leben. Wer das echte München sucht, wird hier fündig.

Finde ich auch, vor allem, wenn man ins Leben eintauchen möchte, weil man schon die großen Sehenswürdigkeiten gesehen hat.

Geht mir auch so, ich will immer dort hin, wo die Locals sind, auch wenn das manchmal nur Möchtegern-Geheimtipps sind (lacht).

Gib uns mal einen Möchtegern-Geheimtipp für Sendling!

Alle, die ich schon genannt habe! Ansonsten mag ich die Bio-Bäckerei Neulinger, man kann von draußen direkt reinschauen, wie die ihre alte Backtradition umsetzen. Altes, deutsches Handwerk, das umgesetzt wird. Die Spezl-Wirtschaft ist auch toll! Da gibt es super Essen mit veganen Optionen, aber eben auch für alle, die Fleisch essen. Eine lockere Atmosphäre für Familien. Außerdem mag ich das Südbad total gerne. Jedes Viertel in München hat sein eigenes, kleines Schwimmbad, das finde ich genial. Ich mag zugängliche Optionen, die von allen genutzt werden können, und gehe selbst gerne schwimmen nach Feierabend.

An den kleinen Läden vorbei haben wir uns auch größere Dimensionen im Viertel angeschaut, allen voran die Großmarkthalle, von den Einheimischen liebevoll Der Bauch von München genannt. Für einen Einblick in das spannende Gewusel und wie viele frische Lebensmittel hier jeden Tag verkauft werden, werden übrigens Führungen angeboten. Der letzte spannende Stop: die Isarphilharmonie – hier spielen die Münchner Philharmoniker, bis sie in das sanierte Kulturzentrum Gasteig zurückkehren. Aber auch die Stadtbibliothek ist mit umgezogen, was Marlen freut, da sie schon immer gerne im Gasteig Bücher ausgeliehen und verschlungen hat.

Lass uns noch eine schnelle Frage-Antwort-Runde zum Abschluss spielen! Biergarten oder Bar?

Bar! Daniel und ich waren beide Barkeeper und ich liebe einen guten Cocktail – mein Lieblingsdrink ist der Whiskey Sour.

Veganer Käse oder gar kein Käse?

Na klar, veganer Käse! Gar keine Frage.

In München sein oder lieber unterwegs?

In München sein! Ich bin nicht so gerne auf Reisen, denn ich mag mein Zuhause mit meinem Freund und unserem Hund. Außerdem liebe ich die Nähe zu den Bergen. Gerade im Sommer kann man ständig etwas Neues erleben und für das Klima ist es auch besser.

 

 

Interview: Anika Landsteiner; Fotos: Frank Stolle

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