Im Winter findet hier auch ein Weihnachtsmarkt mit Livemusik, Feuerschalen und kleinen Handwerksbetrieben statt.

Sendling

Vom Westpark bis zum Harras

Der Stadtteil München Sendling teilt sich in die Bezirke Untersendling, Mittersendling und Obersendling – und dabei hat jeder seinen eigenen Charme und seine Highlights. Die schönsten Ecken vom Westpark bis zum Harras.

Sendling lässt sich in keine Schublade stecken: So verschieden die Ecken im Viertel sind, so verschieden sind auch Atmosphäre und Architektur. Das historische Untersendling zum Beispiel zeigt sich bis heute von seiner dörflichen Seite: Zwischen wunderschönen Altbauten steht der Stemmerhof, der letzte Bauernhof Münchens. In Obersendling bekommt men eher die industrielle Seite des Viertels zu Gesicht – zwischen Siemenswerken und Gewerbegebiet, Arbeitersiedlung und Hochhaus. Und Mittersendling zwischendrin lockt mit jeder Menge Freizeitmöglichkeiten wie dem Flaucher, dem Sendlinger Park und dem DAV Kletter- und Boulderzentrum. Ab 2021 hält das Viertel außerdem eine ganz neue Attraktion bereit: Der Gasteig schlägt für die Dauer des Umbaus sein Quartier in Sendling auf!

 

Die Entstehungsgeschichte Sendlings

Es gibt schon sehr frühe Beweise dafür, dass Menschen auf dem Gebiet gewohnt haben, das in München heute als Sendling bekannt ist: Forscher fanden Siedlungsreste aus der späten Bronzezeit, dem 12. Jahrhundert v.Chr.. Bis die Siedlung erstmals benannt wurde, dauerte es allerdings noch etwas: Aus dem sechsten Jahrhundert n.Chr. gibt es eine erste mündliche Überlieferung des Siedlungsnamens „Sendilo“, im siebten Jahrhundert wurde „Sentilinga“ dann schriftlich erwähnt. 

Das Dort Sendling erlangte in den folgenden Jahrhunderten so viel Bedeutung, dass man bei der Errichtung der zweiten Münchner Stadtmauer im Jahr 1320 ein Tor Richtung Süden baute: das Sendlinger Tor. Damals wie heute führt noch die Lindwurmstraße ins Viertel. Ab dem 18. Jahrhundert bekam das Dorf dann Vorstadtcharakter: Zur Industrialisierung dehnte sich Sendling aus, viele Firmen bauten Fabriken hier – wie Siemens oder Tabakproduzenten. Im Zuge dessen entstanden auch Wohnsiedlungen für die Arbeiter. 1877 wurde das Viertel schließlich nach München eingemeindet.

Es gibt schon sehr frühe Beweise dafür, dass Menschen auf dem Gebiet gewohnt haben, das in München heute als Sendling bekannt ist: Forscher fanden Siedlungsreste aus der späten Bronzezeit, dem 12. Jahrhundert v.Chr.

Noch heute erzählt Sendling seine Geschichte an jenen prägenden Baustilen nach: den herrschaftlichen Altbauhäusern, umso näher man Grünwald kommt und den blockhaften Arbeiteretagen mittendrin. Im Vergleich zu Münchens Innenstadt oder anderen Stadtvierteln wurden im Zweiten Weltkrieg hier tatsächlich wenige Gebäude zerstört. Am schlimmsten traf es aber die 1912 eröffnete Großmarkthalle. Bis Kriegsende mussten die Lebensmittel deshalb draußen verkauft werden, danach wurden die Hallen neu aufgebaut – nur Halle I ist bis heute im ursprünglichen Zustand erhalten.

 

Der Großmarkt: Wichtig für's Viertel und die Wirtschaft

Für einige Nachbarn und Gastronomen ist der Großmarkt die tägliche Anlaufstelle, wenn es um regionales Gemüse, exotisches Obst und ausgefallene Pflanzen geht. Man kennt sich hier: Seit über hundert Jahren trifft die Stadt sich frühmorgens auf dem Gelände zum Feilschen und Ratschen. Heute dürfen nur noch Einheimische mit Gewerbeschein hier einkaufen, also Restaurantbesitzer*innen und Einzelhändler. Für alle anderen bietet der Delikatessenmarkt Frischeparadies im Schlachthofviertel oder die Restaurants auf dem Gelände eine frische Auswahl – wie die Gaststätte Großmarkthalle.

Was viele nicht wissen: Münchens Großmarkthalle ist der drittgrößte Umschlagplatz für Lebensmittel in Europa und versorgt rund fünf Millionen Menschen – auch weit über Münchens Stadtgrenzen hinaus. Auf den 310.000 Quadratmetern werden pro Jahr mehr als 600.000 Tonnen Lebensmittel umgesetzt. Wer die historischen Markthallen erleben möchte, kann sich eine der beliebten Führungen durch die Großmarkthalle buchen.

 

Grünes Sendling – zwischen Westpark und Flaucher

Nicht ganz so grün wie der Viertelnachbar Giesing, punktet Sendling dennoch mit jeder Menge Natur. Immer beliebter wird der vielfältige Westpark: Hier kann man im Winter Schlittschuhlaufen auf einem der zugefrorenen Seen, im Sommer grillt man an einer der zahlreichen Feuerstellen. Oder geht ins „Kino, Mond und Sterne“, ein Open-Air-Kino, das jedes Jahr auf der Seebühne stattfindet. Zu den beliebtesten Plätzen im Park zählen die asiatischen Gärten und das Café Gans am Wasser – ein alternatives Bauwagen-Café direkt am Mollsee, in dem man leckere Pommes und eiskalte Drinks bekommt.

Im Sommer ist der Flaucher bei Einheimischen und Gästen vor allem deshalb so beliebt, weil das Grillen erlaubt und Baden unkompliziert ist. Wer Glück hat, findet hier sogar Sandbuchten.

Und dann liegt auch noch der beliebteste Isar-Abschnitt überhaupt genau in Sendling: der Flaucher. Benannt nach der 1870 eröffneten Wirtschaft „Zum Flaucher“ – auch heute noch ein wunderschön gelegener Biergarten mitten in den Isarauen. Der Flaucher beheimatet durch seine besondere Lage auch jede Menge Flora und Fauna: vom Eisvogel bis zum Flusskrebs, in den Wäldern wachsen sogar Orchideen. Im Sommer ist der Flaucher bei Einheimischen und Gästen vor allem deshalb so beliebt, weil das Grillen erlaubt und Baden unkompliziert ist. Wer Glück hat, findet hier sogar Sandbuchten.

Rund um den Harras: Stemmerhof und schöne Straßen

Das Zentrum Untersendlings ist der historische Stemmerhof: 1382 erstmals urkundlich erwähnt, war er bis Anfang der Neunziger Jahre Münchens letzter Bauernhof, der noch in Betrieb war. Heute finden sich unter seinen Dächern 25 Geschäfte – vom Hoftheater bis zum Hofladen. Man kann hier in dörflicher Atmosphäre einkaufen, essen gehen und jede Menge Kultur erleben. Hinter dem Stemmerhof liegt die idyllische Stemmerwiese, auf der man danach entspannen, picknicken oder sich sonnen kann.

Von der Ruhe hier sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn der wichtigste Verkehrspunkt Sendlings liegt gleich um die Ecke. Am Harras treffen sich nicht nur U-Bahn und Bus, auch S-Bahnen und Züge fahren hier. Mit seinen Geschäften, Arztpraxen und Caféterrassen hat der Platz etwas von einem kleinen Stadtzentrum. Wer die Aberlestraße oder die Valleystraße entlang spaziert, entdeckt viele schöne Altbauten und tolle Restaurants. In Kombination mit den grünen Sportanlagen und dem beliebten Südbad entwickelt sich der Harras immer mehr zum beliebten Wohngebiet.

 

 

Text: Anja Schauberger; Fotos: Frank Stolle

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