Jahreszeiten-Kalender

August: Isar-Spaß gegen den Hitzekoller

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Isar-Spaß gegen den Hitzekoller

Breite Kiesstrände, sauberes Wasser und schnell zu erreichen: In wenigen Städten kann man so gut baden wie in München in der Isar. Der beliebteste und längste Isarstrand beginnt an der Reichenbachbrücke und zieht sich bis zum Flauchersteg. Nur an einem kurzen Stück auf Höhe der Wittelsbacher Brücke herrscht aus Sicherheitsgründen Badeverbot. Etwas ruhiger geht es im Süden rund um den Marienklausensteg zu. Nackerten sei der Strand im Naturbad Maria Einsiedel empfohlen oder die Kiesstrände am Flaucher, allen Surfern die Welle an der Floßlände. Im Vergleich zur Eisbachwelle geht es hier deutlich entspannter und ruhiger zu; allerdings ist das Surfen hier nur zu bestimmten Zeiten möglich, im August ist das täglich von 14 bis 18 Uhr. Generell gibt es an und in der Isar wenige Einschränkungen, obwohl sie auch im Stadtbereich offiziell als Wildfluss zählt. Vorsichtig sein sollte man bei Hochwasser und in der Nähe von Wehren sein, dort können sich gefährliche Strudel bilden. Die Wasserqualität wird regelmäßig kontrolliert und gilt als gesundheitlich unbedenklich.

 

Zurück ins Tal: der Almabtrieb

Der 24. August, der Bartholomäus-Tag, gilt in Bayern traditionell als Beginn des Almabtriebs. Denn die klassische Weidewirtschaft in den Bergen funktioniert so: An Pfingsten werden die Kühe und Kälber auf die Almwiesen gebracht, wo das Gras saftiger und grüner ist. Im Winter aber wäre es dort oben für sie zu gefährlich und zu kalt, ohnehin lässt sich unter einer Schneedecke Gras nur schwer finden. Darum werden die Tiere am Ende des Sommers zurück ins Tal getrieben, wo sie besser geschützt sind. Um dabei böse Geister fernzuhalten, schmücken die Bauern ihre Kühe mit Bändern oder Blumenkränzen. Bis heute wird in vielen Gemeinden der Almabtrieb (auch Viehscheid genannt) groß gefeiert. Wann, steht manchmal erst kurzfristig fest: Ist der Sommer besonders warm, kann die Alm-Saison bis Anfang Oktober verlängert werden. Eine Terminübersicht bietet die Seite Almabtriebe.de. Eine besondere Variante der Viehscheid findet in Mittenwald statt: Beim Goaßabtrieb werden Ziegen durch die Innenstadt der Gemeinde getrieben.

Je doller, desto Holler

Die Hollerstaude ist der vielleicht beliebteste Busch Bayerns. „Holler“ ist Bairisch für „Holunder“, gemeint ist damit der weit verbreitete Schwarze Holunder (Sambucus nigra). Ähnlich wie der Bärlauch (siehe April) ist der Holler eine Art Wunderkraut. Holundertee ist ein altes Hausmittelchen bei Erkältungen, er wirkt schleimlösend und leicht schweißtreibend. Aus den Beeren wurde früher ein violetter Farbstoff gewonnen, der sich gut zum Färben von Leder eignete. Weil Holunder fast überall wächst und einfach zu verarbeiten ist, galt Holundersaft einst als Limonade für arme Leute. Dazu sammelten sie die weißen Holunderblüten in großen Körben und legten sie zwei Tage lang in Wasser ein. Der Sud wurde dann durch ein Tuch gefiltert und mit Zucker verfeinert – fertig war der Hollersirup. Mit Wasser verdünnt, wird aus ihm die Hollerschorle. Heute erfreut sie sich vor allem auf Berghütten großer Beliebtheit als Durstlöscher. Eine echte Spezialität sind Hollerkiachl: Schmalzgebäck mit eingebackenen Holunderdolden.

Mehr zum Thema: Herrenchiemsee, Linderhof, Schachenhaus und natürlich Neuschwanstein: Die bayerischen Schlösser gehören zu den schönsten der Welt. Das Beste: Bereits der Weg dorthin (oder weg) ist ein beinahe königliches Vergnügen. Ein Wanderführer zu den Schlössern.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper