Jahreszeiten-Kalender

Dezember: Bunter Trubel ums stille Fest

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Glühwein, Bratwurst und das liebe Christkind

Die Weihnachtsmärkte heißen hierzulande Christkindlmärkte – in Bayern liefert nämlich das Christkind, nicht der Weihnachtsmann die Geschenke aus. Zu jedem Besuch eines Christkindlmarktes gehört der Genuss von mindestens einer Tasse Glühwein mit Schuss. Selbst Weihnachtsskeptiker, die mit dem Trubel rund ums stille Fest nichts anfangen können, dürften spätestens nach der dritten Tasse in adventliche Heiterkeit geraten. Eine besondere Variante bietet der Mittelalter-Markt am Wittelsbacher Platz mit frischem Met. Am Isartor köchelt ein riesiger Kessel Feuerzangenbowle vor sich hin. Glühbiere schenkt Spöckmaier’s Christkindl-Stube am Sternenplatzl aus. Wenn nach so viel Genuss der Hunger kommt, empfiehlt sich ein Abstecher zum Sendlinger Tor, wo es die angeblich beste Bratwurstsemmel der Stadt gibt: Die „Regensburg Spezial“ wird mit süßem Senf und Meerrettich gereicht. Wer es lieber vegetarisch mag, schaut bei einem der vielen Essensstände auf dem Tollwood vorbei. Last-Minute-Geschenke-Käufer werden hier ebenfalls fündig, die Auswahl reicht von Mützen über Naturkosmetik, Schaukeln und Metallkunst bis hin zu Musikinstrumenten. Und ja: notfalls gibt es auch hier genug Glühwein.

 

Weihnachtsmusik im Herkulessaal

Es braucht gar keine Musik, um das Ambiente eindrucksvoll zu finden. Der Herkulessaal in der Residenz gehört zu den schönsten Sälen in München: hohe Decke, massive Bühne, viel Stein, Wandteppiche mit griechischen Motiven. Die Einrichtung ist durchaus herrschaftlich, kein Wunder, ursprünglich diente der Raum Ludwig I. als Thronsaal. Wenn allerdings noch Musik dazu kommt, entfaltet sich der ganze Zauber des Herkulessaals. Die Akustik im Saal ist ausgezeichnet. Besonders beliebt sind die Weihnachtskonzerte, sie richten sich an die ganze Familie, an Neueinsteiger in die Klassik genauso wie an Kenner. Den festlichen Schlusspunkt bildet das gemeinsame Weihnachtsliedsingen. Bis zur Eröffnung des Gasteigs 1988 war der Herkulessaal das wichtigste Konzerthaus der Stadt für klassische Musik. Er bietet Platz für rund 1400 Personen. Weil die Residenz während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurde, baute man den Herkulessaal 1953 im neoklassizistischen Stil wieder auf. Karten gibt es unter anderem bei München Ticket.

Zum Gruseln: Perchtenläufe

Wenn Weihnachten naht und die Nächte dunkel sind, kommen sie wieder aus ihren Verstecken: böse Geister. So glaubten es zumindest die Menschen früher – und erfanden den Brauch der Rauhnächte. Jeden Abend räucherten sie ihre Häuser und Ställe aus, in der Hoffnung, so die Gespenster zu vertreiben. Der Glaube ans Ausräuchern ist inzwischen verflogen, die Tradition hat sich erhalten. Ein besonderes Highlight der Rauhnächte sind die sogenannten Perchtenläufe, bei denen sich Menschen als Dämonen oder Hexen verkleiden. Unter fürchterlichen Holzmasken und zottigen Fellen lärmen sie dann nachts durch die Gassen. In Berchtesgaden sind die Spukgesellen als Buttnmandl und Kramperl bekannt. Am ersten Advent ziehen sie beim Buttmandllauf durch den Ortsteil Loipl, am zweiten durch Winkl; am Nikolaustag treiben sie nach Einbruch der Dunkelheit in fast allen Gemeinden ihr Unwesen. Mit der Nacht der Heiligen drei Könige am 6. Januar endet die Zeit der Rauhnächte.

Mehr zum Thema: In München gibt es viele Orte, die mit besonderen Lichtmomenten, -konzepten und -stimmungen wahrhaft glänzen. Eine kleine Auswahl.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper