Jahreszeiten-Kalender

Juni: Leben wie Gott in München

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Grillen an der Isar, das ist ein Lebensgefühl

An schönen Sommerabenden strömen die Menschen zu Tausenden an den Fluss, das Ufer ist dann stromauf-, stromabwärts voll besetzt. Seit ihrer Renaturierung ist die Isar für viele Münchner zu einem zweiten Wohnzimmer geworden. Hier entspannen sie sich, genießen die Sonne, treffen sich mit Freunden, trinken ein Bier oder essen etwas. Und es ist ja auch denkbar einfach: Alles, was man für den perfekten Feierabend an der Isar braucht, ist ein gut gepackter Picknickkorb, eine Decke und ein Grill. Letzteren gibt es zum Beispiel als handliche Einmalvariante an Tankstellen und in Supermärkten. Vorsichtig sein sollte man mit der Platzwahl. Denn Picknicken darf man fast überall an der Isar – Grillen nicht. Im innerstädtischen Bereich ist es nur südlich der Brudermühlbrücke am sogenannten Flaucher erlaubt. Die zweite Grillzone erstreckt sich im Norden rund um die Isarinsel bei Oberföhring. Ordnungsdienste kontrollieren, bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld. Wer sich unsicher über den Standort ist: Die Stadt München bietet eine kostenfreie Isar-App mit allen Infos. In den Grillzonen stehen zudem große Tonnen, in die man Grillkohle leeren kann.

 

Johannifeuer im Werdenfelser Land

Die Sonnwendfeuer von Grainau zählen zu den schönsten im ganzen Alpenraum. An jedem Abend des 23. Juni entzünden die Grainauer ihre Feuer im Gebirge. Zuvor steigen junge Männer aus dem Ort die Berge hinauf. Auf Gipfeln, Graten und Vorsprüngen errichten sie Feuerstellen. Mit Einbruch der Dunkelheit verwandelt sich der Waxensteinkamm so ganz langsam zu einer einzigen, großen Lichterkette. Der Berg scheint zu leuchten, fast in Flammen zu stehen. Die jungen Männer klettern währenddessen im Dunklen mit Fackeln oder Stirnlampen zurück ins Tal. Die Johannifeuer gehen eigentlich auf einen heidnischen Brauch zurück, der über Tausende von Jahren immer am 23. Juni gefeiert wurde: An diesem Tag ist die Nacht am kürzesten, der Tag am längsten. Heutzutage werden die Feuer zu Ehren eines Kirchenheiligen entzündet. Am 24. Juni gedenken Katholiken Johannes dem Täufer – daher auch der Name der Feuer.

Radl-Tour durch Münchens Süden

Münchens Süden besteht aus viel Wald und Wasser – gerade an heißen Tagen perfekt für einen Radl-Ausflug. Ein beliebtes Ziel ist die Menterschwaige. Der Biergarten mit seinen ausladenden Kastanienbäumen liegt direkt oberhalb der Isar, entsprechend einfach verläuft die Anfahrt: Von der Stadtmitte aus folgt man der Isar immer gen Süden, an Tierpark, Flaucher und Heizkraftwerk vorbei. Die Menterschwaige liegt gegenüber der Isarflößer-Statue am östlichen Isar-Hochufer. Mehrere Wege führen hinauf. Wer hier noch keine Rast machen will, fährt über Menterschwaigstraße und Schmorellplatz weiter zur Geiselgaststeigstraße. Diese führt am Perlacher Forst entlang, der sich ebenfalls für Abstecher anbietet. Die kleineren Waldwege sind bekiest, ein paar größere geteert. Folgt man dagegen der Geiselgaststeigstraße nach Norden, kann man entweder im Harlachinger Jagdschlössl mit seinem Bierbrunnen oder in der Harlachinger Einkehr oberhalb des Tierparks einkehren. Von hier führt auch wieder ein Weg hinunter an die Isar. MVG-Leihfahrräder stehen an vielen U- oder S-Bahn-Stationen; daneben gibt es immer mehr private Anbieter.

Mehr zum Thema: Die Eisbachsurfer und die Nackten aus dem Englischen Garten haben das Münchner Prinzip „Leben und leben lassen“ für die ganze Welt im Wortsinn transparent gemacht. Doch wie viel Haut verträgt das Stadtleben wirklich? Unser Autor hat es ausprobiert: In Badehose durch die Stadt!

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper