Jahreszeiten-Kalender

März: Der Champion unter den Festen

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Party am Viktualienmarkt: Tanz der Marktweiber

Er gilt als Höhepunkt des Münchner Faschingstreiben: der Tanz der Marktweiber auf dem Viktualienmarkt. Er findet jedes Jahr am Faschingsdienstag ab 11 Uhr statt und lockt selbst bei schlechtem Wetter Hunderte Besucher an. Den Tanz gibt es seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals verkleideten sich erstmals Marktfrauen und tanzten vor ihren Ständen auf dem Viktualienmarkt. 1987 wurde der Tanz offizieller Bestandteil des Münchner Faschings, seitdem drehen sich meist zehn bis 14 Frauen in weiten Kleidern über eine Bühne. Schon im Oktober beginnen sie damit, die Tänze einzustudieren. Die Kostüme sind schrill, ausgefallen, bunt, sie symbolisieren den Beruf der Tänzerin. Gemüseverkäuferinnen tragen zum Beispiel gerne Karotten und Erdbeeren am Revers oder am Hut. Getanzt wird zu Polka und Schlager genauso wie zum letzten Oktoberfest-Hit. Wer danach selbst das Tanzbein schwingen möchte, zieht weiter ins Stadtcafé am Sankt-Jakobs-Platz. Es wird garantiert eng und heiß. Kostüm nicht vergessen!

 

Der Münchner Fischmonat: Im Zeichen der Flossen

Die Isar ist nicht nur zum Schwimmen da: Tatsächlich leben im Stadtfluss viele Fische wie Forellen, Barsche, Hechte, Karpfen oder Aale. Kein Wunder also, dass ausgerechnet der März der Münchner Fisch-Monat ist. Erstens endet dann die Schonzeit der meisten Arten, darunter Bachforelle und Saibling. Zweitens gelten die Wochen vor Ostern als Fastenzeit, in der man gemäß katholischem Brauch dem Fleisch entsagt. Gerade am Karfreitag, dem Höhe- und Schlusspunkt der Fastenzeit, gehört darum Fisch auf den Teller. Jedes angesehene Wirtshaus mit bayerischer Küche führt dann Fisch auf der Karte: so etwa das Bachmair Hofbräu in der Leopoldstraße oder das Wirtshaus zum Isartal in der Brudermühlstraße. Wer traditionelle Fischgerichte aus Franken sucht, wird beim Gasthaus Siebenbrunn am Tierpark fündig: Dort gibt es gebackenen Karpfen. Eine echte Spezialität.

Der Champion unter den Festen: Ein starkes Bier

Das Oktoberfest mag ja die Massen anziehen, der heimliche Champion unter den regelmäßigen Münchner Feierlichkeiten ist aber das Starkbierfest auf dem Nockherberg. Drei Wochen lang dreht sich in der traditionsreichen Gaststätte in Giesing alles ums Starkbier. Das Starkbierfest geht auf die früher am Nockherberg ansässigen Paulaner-Mönche zurück. Weil ihre Ordensregeln sie vor Ostern zu strengem Fasten anhielten, brauten sie zum Ausgleich ein besonders nährstoffreiches Bier. Seit 1651 ist ihr „Salvator“ überliefert. Im 18. Jahrhundert wurde es dann üblich, den Kurfürsten zum Anstich des ersten Fasses einzuladen. Aus diesem Brauch entstand nach und nach das Starkbierfest. Heute ist der Nockherberg deutschlandweit vor allem für sein „Derblecken“ bekannt, das am Eröffnungstag des Festes begangen wird. Dabei macht sich ein geladener Redner, oft ein Kabarettist, über die geladenen Gäste lustig – vornehmlich bayerische Politiker. Insider messen die Qualität des Derbleckens an der Zahl der Protestanrufe, die danach beim Bayerischen Rundfunk eingehen: je mehr, desto spitzer und pointierter war die Rede.

Mehr zum Thema: Starkbier, Festbier, Hell, Dunkel, Pils, Ale: Eine kleine Bier-Typologie der wichtigsten Münchner Biere – und ihrer Trinker.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper