Jahreszeiten-Kalender

Mai: Auftakt der Dult-Saison

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Halb Fest, halb Markt: die Mai-Dult

Die Auer Dult ist die Retro-Veranstaltung unter den Volksfesten. Wer über den mit Buden zugestellten Mariahilfplatz schlendert, merkt schnell, woher das Wort „Jahrmarkt“ eigentlich kommt. Mehr als 300 Stände mit Küchengerätschaften, Antiquitäten, Kleidung oder Krimskams drängeln sich auf kleinster Fläche, Marktschreier preisen ihre Ware an. In einer Ecke des Platzes stehen sogar ein paar Fahrgeschäfte, darunter ein historisches Riesenrad aus dem 19. Jahrhundert. Diese bunte, nostalgisch anmutende Kombination lockt jedes Jahr Tausende Besucher an. Die Dult ist erstmals aus dem Jahr 1310 überliefert; heute findet sie dreimal im Jahr statt. Den Auftakt zur Dult-Saison macht die Mai-Dult, auch Frühlingsdult genannt. Immer im Juli findet die Jakobi-Dult, im Oktober die Kirchweih-Dult statt.

 

Tanz in den Mai in Rottach-Egern

Eine bayerische Gemeinde ohne Maibaum? Gibt es nicht. Oft besitzen sogar Stadtviertel oder große Firmen ihren eigenen Baum. Die bemalten oder geschmückten Stämme wachen vor dem Rathaus, der Kirche oder auf dem Dorfplatz. Maibäume und Maifeiern sind also sehr leicht zu finden; wer allerdings Zeuge werden will, wie die Bäume am 1. Mai aufgerichtet werden, muss sich ein bisschen umhören. Denn oft wird der Baum nur alle paar Jahre ausgetauscht. 2018 ist es zum Beispiel in Rottach-Egern am Tegernsee so weit. Die Burschen wollen den Baum per Muskelkraft aufstellen. Dazu benutzen sie sogenannte Schwaiberl, lange Stangenpaare. Mit ihnen wird der Baum solange von unten angehoben, bis er endlich aufrecht steht. Eine anstrengende Angelegenheit, die bis zum Zwölf-Uhr-Läuten der Kirchenglocken erledigt sein muss, damit noch genug Zeit zum Feiern und für den Maitanz bleibt.

Königlich speisen mit Spargel

München im Mai, das heißt: beste Zeit für frischen Spargel. Das Herz des bayerischen Spargellandes schlägt in der Gemeinde Schrobenhausen, 70 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt. Der erste Schrobenhausener Spargel wurde 1856 an den königlichen Hof in München geliefert. 1913 gingen dann die Bauern zum großflächigen Anbau über. Seitdem hat der Spargel in Schrobenhausen Tradition. Die Ernte – auch Spargelstechen genannt – beginnt meist Mitte April und endet spätestens am 24. Juni. Zahlreiche Lokale im Ort bieten während der Saison täglich frische Spargelgerichte an, etwa das Gasthaus „Zum Schimmelwirt“. Als besonderes fein gilt gemeinhin die Spargelspitze. Wer mehr über die Delikatesse wissen will, kann nach dem Essen das Europäische Spargelmuseum besuchen: weltweit einzigartig – und im ehemaligen Gefängnisturm der Stadtmauer untergebracht.

Mehr zum Thema: Wir schickten unseren Autor mit einer Einkaufsliste Münchner Kultgegenstände auf den Flohmarkt. Wurde er fündig? Und was erzählen die einzelnen Objekte über die Kulturgeschichte der Stadt? Auf Schatzsuche.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper