Jahreszeiten-Kalender

September: Die Wiesn mal anders

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Oktoberfest mal anders: der große Trachtenumzug

Klar, o’zapft wird schon am Samstag. Für viele Münchner aber beginnt das Oktoberfest erst am Tag drauf, wenn die Trachtler durch die Straßen ziehen. Immer am ersten Wiesn-Sonntag findet der traditionelle Trachtenumzug statt, der größte der Welt. Rund 9000 Menschen beteiligen sich, darunter Schützen- und Trachtenvereine, Spielmannszüge und Kapellen aus ganz Europa. An der Spitze reitet das Münchner Kindl. Münchens Oberbürgermeister und Bayerns Ministerpräsident rollen in Festkutschen vorbei, die Brauereien schicken ihre mehrspännigen Prachtwagen. Der gesamte Zug ist rund sieben Kilometer lang und schlängelt sich durch die Innenstadt bis zur Theresienwiese. Wer als Zuschauer in der ersten Reihe stehen will, sollte früh da sein, der Andrang ist gerade bei schönem Wetter groß. Alternativ bleibt der Blick in den Fernseher: Der Bayerische Rundfunk überträgt live. Der Trachtenumzug fand erstmals 1835 statt, zur Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern – deren Hochzeit am 12. Oktober 1810 gilt als Ursprung des Oktoberfests. Seit 1949 findet der Trachtenumzug jährlich statt.

 

Ruhe auf allen Wassern: Ausflug ins Fünf-Seen-Land

Im Herbst ist es angenehm ruhig auf den Seen. Die Badesaison ist fast vorbei, die Tagestouristen aus München werden weniger. Beste Zeit also, um das Fünf-Seen-Land näher zu erkunden. Erste Wahl dafür sind natürlich Kanu, Tret- und Segelboot; für letzteres braucht man allerdings einen Segelschein. Bootsverleihe gibt es in jedem größeren Ort. Als klassisches Ausflugsziel gilt in Herrsching der Bootsverleih von Peter Neuner – was auch am Lokal nebenan liegt. Bei Matos Fischladen gibt es die besten Fischsemmeln am Ammersee. Wer es bequemer mag, macht eine Rundfahrt mit der Bayerischen Seenschifffahrt, ihre Dampfer pendeln zwischen allen Häfen. Alternativ bietet sich ein Spaziergang auf dem Ammersee-Höhenweg an. Der 12,2 Kilometer lange Rundweg beginnt am Bahnhof Schondorf. Danach führt er zuerst ins Hinterland nach Achselschwang und über Utting am Seeufer zurück nach Schondorf. Für die Strecke sollte man etwa zweieinhalb Stunden einplanen.

Schwammerl-Sport: „Ich geh nachher noch in die Schwammerl“

Wenn Bayern diesen Satz sagen, dann wollen sie sich den halben Herbsttag im Wald herumtreiben, um frische Luft zu schnappen – und ein paar Pilze zu suchen. Das Schwammerlgehen ist eine Art Volkssport, der gerade von Älteren liebevoll gepflegt wird. Denn: Neueinsteiger haben es schwer. Pilzsucher sind verschwiegen, gute Fundstellen werden weitervererbt. Ein paar Dinge haben sich trotzdem herumgesprochen. Zum Beispiel, dass Münchens beste Schwammerl im Süden wachsen, im Ebersberger, Perlacher und Hofoldinger Forst oder in den Wäldern rund um Ammer- und Starnberger See, Holzkirchen und Sauerlach. Besonders beliebt sind Steinpilze, Champignons und Pfifferlinge. Doch Vorsicht: Giftige und essbare Pilze sehen sich oft täuschen ähnlich. Wer sich daher nicht sicher ist, was er da gefunden hat, sollte montags (10-13 Uhr, 16.30-18 Uhr) im Rathaus vorbeischauen, wenn der Verein für Pilzkunde seine Sprechstunden abhält. Wer nichts findet, muss sich auch nicht grämen – statt ins Grüne geht’s dann eben zum Pilz- und Waldstand Zollner am Viktualienmarkt.

Mehr zum Thema: Ein Oktoberfest, 16 Festtage, 6 Millionen Besucher und 14 Zelte, in denen Bier und Schweiß fließen. Reinkommen ist schwer, drin sein ist ein Heidenspaß. Doch ehe man ein beliebiges Zelt stürmt, lautet die alles entscheidende Frage: Passt dieses Bierzelt überhaupt zu mir? Ein Überblick.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper