Würzburg

Ein Bocksbeutel fränkischer Glückseligkeit

Fränkischer Wein, traditionelle Gerichte und eine ins UNESCO-Welterbe aufgenommene Residenz: Das unterfränkische Würzburg ist in jeder Hinsicht einen Ausflug wert, um in die Kulturgeschichte Nordbayerns einzutauchen.

Mit rund 130.000 Einwohnern ist Würzburg die sechstgrößte Stadt Bayerns und liegt im Norden des Bundeslandes im Bezirk Unterfranken. Vor allem bekannt ist die Stadt für ihren Weinbau, der durch die Hanglage und passende klimatische Bedingungen begünstigt wird. Wer nach einer Bierverkostung in München etwas über den fränkischen Wein lernen möchte, kann einen Ausflug nach Würzburg machen und sich ganz nebenbei das eindrucksvolle Stadtbild ansehen, das vom Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, jedoch in großen Teilen äußerlich rekonstruiert wurde.

Von München aus gibt es mehrfach täglich eine Direktverbindung mit dem ICE, welche die 300 Kilometer nach Würzburg in nur zwei Stunden zurücklegt.

Das Juwel der Stadt

Die Würzburger Residenz wurde von der UNESCO ins Welterbe aufgenommen mit der Begründung, „das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser“ zu sein. Bewundern kann man hier französische Schlossarchitektur, Wiener Barock und Einflüsse des oberitalienischen Palast- und Sakralbaus. Der 1780 fertiggestellte Bau geht auf den Architekten Balthasar Neumann zurück, der nicht nur die verschiedenen architektonischen Strömungen miteinander verband, sondern auch die Wünsche der kunstverständigen Familie Schönborn berücksichtigte. Hervorzuheben sind vor allem das beeindruckende Treppenhaus mit dem größten zusammenhängenden Deckenfresko der Welt, gestaltet vom Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, die Werke des Stuckateurs und Bildhauers Antonio Giuseppe Bossi sowie der prachtvoll ausgestattete Kaisersaal.

Bocksbeutel und Blaue Zipfel

In Würzburg gibt es viele urige Weinstuben und Lokale, die traditionelle Gerichte anbieten und hochwertigen Wein aus der Region ausschenken, beispielsweise die Weißweine Silvaner und Bacchus oder den Rotwein Domina. Ausgeschenkt wird der Frankenwein meist in dem für die Region typischen Bocksbeutel – eine Glasflasche, deren Form auf die Kugelflasche zurückgeht, deren Bauch jedoch abgeflacht ist. Hinein passen übrigens drei fränkische Schoppen à 0,25 Liter.
Wer etwas Traditionelles essen möchte, kann aus einer Vielzahl regionaler Gerichte wählen, zum Beispiel die „Blauen Zipfel“, in Essigsud gegarte Bratwurst, oder auch den Klassiker, „Fränkisches Hochzeitsessen“ – Tafelspitz (Rindfleisch) mit scharfem Meerrettich, Bandnudeln und frischen Preiselbeeren.

Tipp: Wer sein Wissen über Wein vertiefen möchte, kann eine von mehreren Führungen durch das Würzburger Kellerlabyrinth buchen und in die Weingeschichte der Region abtauchen.

Brückenschoppen auf der alten Mainbrücke

Das Wahrzeichen der Stadt und bereits im 12. Jahrhundert erbaut: Die alte Mainbrücke, welche die Altstadt mit dem Mainviertel verbindet, das unterhalb des Mainbergs mit seiner Würzburger Festung liegt.

Eine schöne Tradition unter den Einheimischen ist es, bei Sonnenuntergang einen Schoppen auf der autofreien Brücke zu genießen. Mit Blick über verschiedene Sehenswürdigkeiten wie die Festung, das Käppele (eine Wallfahrtskirche) und den Alten Kranen (ein Hafenkran im Barockstil) lässt man den Tag dann ganz entspannt ausklingen.

Was das unterfränkische Würzburg ausmacht, ist die lebensfrohe und dynamische Atmosphäre, die nicht zuletzt auf die rund 36.000 Studenten der Stadt zurückgeht. Zahlreiche Festivals wie das Africafestival und Mozartfest locken jedes Jahr viele Besucher in den Norden Bayerns und auch die Museumslandschaft ist rege mit der größten Riemenschneidersammlung der Welt im Museum für Franken.

Wer dem Trubel für ein paar Stunden entfliehen möchte, macht einen Spaziergang durch die wunderschönen Weinberge mit Blick auf die Stadt oder entdeckt den Beginn der „Romantischen Straße“, eine der ältesten und gleichzeitig beliebtesten Ferienstraßen Deutschlands, die sich bis in den Süden Bayerns erstreckt.

 

 

Fotos: Tourismus Würzburg

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