Fürstenfeldbruck

Volt und Sühne

Fürstenfeldbruck ist bekannt für sein prachtvolles spätbarockes Sühnekloster und für die einflussreiche Familie der Millers. Ferdinand von Miller schuf 1850 die Bavaria-Statue am Münchner Oktoberfestgelände. Sein Sohn Oskar versorgte Fürstenfeldbruck als eine der ersten bayerischen Gemeinden mit Strom und gründete 1903 das Deutsche Museum in München.

Die Große Kreisstadt Fürstenfeldbruck liegt rund 30 Kilometer westlich von München. Ihr Name setzt sich zusammen aus dem Kloster Fürstenfeld und dem mittelalterlichen Ortsteil Bruck, der gut hundert Jahre älter ist als das Kloster. Rund 38.000 Menschen leben hier.

Der Ursprung des Ortes liegt nahe der Amperbrücke, die an dieser Stelle seit jeher über den Fluss führt. Heute steht man hier an der Eisdiele Schlange oder sonnt sich auf einer der Bänke am Fluss. Gegenüber, vor der Leonhardikirche, werden im Oktober anlässlich der traditionellen Leonhardifahrt die Pferde gesegnet.

Im Mittelalter war der Flussübergang eine unumgängliche Zollstation an der Handelsstraße zwischen dem 1158 gegründeten Markt München und der alten Römermetropole Augsburg. Entlang der heutigen Hauptstraße ließen sich Wirte, Metzger, Bierbrauer und Schmiede nieder. 1306 erhielt Bruck das Marktrecht. Zahlreiche Restaurants, die Gebäude ehemaliger Brauereien, sowie die im Frühjahr und Herbst stattfindenden Marktsonntage, prägen das Bild der Altstadt bis heute.

An der Hauptstraße befindet sich auch das denkmalgeschützte „Brameshuber-Ensemble“ mit seinen beiden in Zuckerbäckerfarben gestrichenen Häusern. Im kleineren rechten erblickte 1813 der Erzgießer Ferdinand von Miller das Licht der Welt. Eine Tafel an der Hauswand und eine Skulptur mit dem Abguss einer Fingerspitze der Bavaria erinnern an den wohl bekanntesten Fürstenfeldbrucker Bürger.

Die von ihm geschaffene 16 Meter aufragende Frauenfigur auf der Münchner Theresienwiese ist die größte, komplett aus Bronze gegossene, Kolossalstatue der Welt. Ferdinand von Millers Verbindungen reichten bis in die Neue Welt. Die Tore des Kapitols in Washington und eine Statue von George Washington in Richmond stammen von ihm. Für sein Wirken wurde er von König Maximilian II. in den erblichen Adelsstand erhoben.

Sein jüngster Sohn Oskar von Miller ist nicht nur der Gründer des Deutschen Museums in München, sondern auch ein Pionier der Elektrizitätsversorgung in Bayern. Unter seiner Regie nahm 1892 das erste kommunale Elektrizitätswerk Bayerns in Schöngeising bei Fürstenfeldbruck seinen Betrieb auf. Das denkmalgeschützte Wasserkraftwerk ist noch immer in Betrieb.

Von der Innenstadt zum ehemaligen Kloster Fürstenfeld führt ein Spazierweg durch die Grünanlagen an der Amper. Errichtet wurde das Kloster 1263 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig II. aus Buße für den Mord an seiner Frau Maria von Brabant. 1256 hatte er sie der Untreue bezichtigt und enthaupten lassen. Später musste er erkennen, dass sie völlig unschuldig gestorben war. Die grausame Tat bescherte dem Herzog den Beinamen „der Strenge“.

Sein Sohn Ludwig der Bayer erlangte die Kaiserwürde und förderte das Kloster großzügig. Er verunglückte der Legende nach 1347 tödlich bei der Bärenjagd im Wald bei Fürstenfeldbruck. Die Kaiser-Ludwig-Säule am Unglücksort im Ortsteil Puch erinnert noch heute daran.

Im ausgehenden 17. Jahrhundert sollte Kloster Fürstenfeld zum Schloss und zur Familiengrabstätte der Wittelsbacher erweitert werden. Großes Vorbild war das Kloster El Escorial bei Madrid. Mit den Bauten und der Ausstattung beauftragte Kurfürst Max Emanuel die bedeutendsten Künstler des bayerischen Spätbarocks.

Der italienische Baumeister Giovanni Antonio Viscardi übernahm die Gesamtplanung. Die Künstlerfamilie Asam schuf große Teile der Innenausstattung und prachtvolle Fresken für die Klosterkirche. Der Eindruck beim Betreten des Kirchenraums ist noch immer überwältigend.

1803 wurde Kloster Fürstenfeld im Rahmen der Säkularisierung aufgelöst. In den ehemaligen Klostergebäuden hat das Museum Fürstenfeldbruck seine Ausstellungsräume gefunden. In einem architektonisch sehr interessanten Erweiterungsbau befindet sich heute das Veranstaltungsforum Fürstenfeld. Mit Theater, Konzerten, Kino und Kunsthandwerk zieht es jährlich um die 300.000 Besucher*innen an. Schmecken lassen dürfen sich Gäste aber nicht nur Kirchenglanz und Kultur, sondern auch Kaffee und Kuchen oder ein frisches Bier in einem der Restaurants oder im Biergarten des Klosterhofes.

 

 

 Text: München Tourismus; Fotos: Gregor Lengler, Carmen Voxbrunner, Stadt Fürstenfeldbruck

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