Volkstheater

Tradition des Volksschauspiels

Das Volkstheater gehört zu Münchens jüngsten Bühnen: Seit 1983 steht das Haus in der Tradition des Volksschauspiels.

Ein gekreuzigter Frosch oder nackte Camper – die Plakatwerbung für das Münchner Volkstheater ist Aufsehen erregend. Dasselbe gilt für seine ungewöhnlichen Inszenierungen von Volkstheaterstücken und Klassikern. Publikumsfavoriten auf der jungen Bühne sind der „Brandner Kasper“ von Franz von Kobell, mit mittlerweile mehr als 300 Vorstellungen, Brechts „Dreigroschenoper“, Tschechows „Möwe“, sowie Shakespeares „Romeo und Julia“. Ein Silvesterklassiker ist Patrick Süskinds Einmannstück „Der Kontrabass“ mit Nikolaus Paryla.

Seit 2002 ist Christian Stückl Intendant des Münchner Volkstheaters. Der Vollblut-Theatermann stammt aus Oberammergau. 1987 wurde er Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele, die er 2010 bereits zum dritten Mal leitete.

Stückl inszenierte bis 1996 an den Münchner Kammerspielen. Seither ist er parallel zu seiner Intendanz beim Volkstheater als freier Regisseur für zahlreiche deutschsprachige Bühnen, darunter die Bayerische Staatsoper, die Salzburger Festspiele und das Wiener Burgtheater tätig. 2014 wurde er für sein Engagement für das Volkstheater mit dem nur alle drei Jahre vergebenen Theaterpreis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. Die Jury lobte, dass es ihm gelungen sei, ein junges Publikum für das Volkstheater zu begeistern. Erreicht hat er das durch eine zeitgemäße Spielplangestaltung und eine Verjüngung des Ensembles.

Das Volkstheater castet regelmäßig Nachwuchstalente, wie die ehemaligen Ensemblemitglieder Brigitte Hobmeier und Friedrich Mücke und die aktuelle Schauspielerriege mit Maximilian Brückner, Jule Ronstedt, Julia Richter, Markus Brandl oder Stefan Murr. Viele Gesichter sind den Zuschauern auch aus ihren Film- und Fernsehrollen bekannt. So trat Stefan Murr beispielsweise mehrmals in Folge als Double von Karl-Theodor zu Guttenberg beim alljährlichen Starkbieranstich und „Politikerderblecken“ auf dem Münchner Nockherberg auf.

Seit über zwölf Jahren stemmt das Volkstheater im Frühling zudem das Festival „Radikal Jung“. Zwei Wochen lang zeigt es preisgekrönte Aufführungen von Nachwuchsregisseuren aus der gesamten deutschsprachigen Theaterwelt. Viele der „Radikal Jung“-Talente wie Bastian Kraft, Antu Romero Nunez und Jette Steckel haben eine steile Regiekarriere hingelegt. Ersan Mondtag, Festival-Teilnehmer von 2014 bis 2016, wurde vom Fachmagazin Theater Heute im Jahr 2016 zum Nachwuchsregisseur des Jahres gekürt. Er inszeniert mittlerweile an renommierten deutschen Bühnen, unter anderem auch an den den Münchner Kammerspielen.

Im Sommer 2018 beginnen die Bauarbeiten für einen Neubau des Volkstheaters auf dem Gelände des Alten Viehhofs am Zenettiplatz. Das neue Theater soll nach dreijähriger Bauzeit voraussichtlich im Herbst 2021 an das Ensemble übergeben werden.

Der jetzige Theaterbau ist ein Umbau aus den 1980er-Jahren. 1983 wurde das Volkstheater an seinem heutige Standort an der Brienner Straße nahe beim Stiglmaierplatz mit der Inszenierung von Karl Schönherrs „Glaube und Heimat“ eröffnet. Regie führte damals Ruth Drexel. Die renommierte Theaterschauspielerin und Absolventin der Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München stand jahrelang selbst auf Deutschlands Bühnen und gehörte von 1956 bis 1957 dem berühmten Berliner Ensemble von Bertolt Brecht an. 1989, fünf Jahre nach der Eröffnungspremiere, übernahm sie die Leitung des Volkstheaters.

Zum Ensemble zählten damals altbekannte Volksschauspieler wie Gustl Bayrhammer, Beppo Brem, Helmut Fischer, Willy Harlander, Karl Obermayr, Veronika Fitz, Enzi Fuchs, Rita Russek und Maria Singer. In der Ära Drexel kamen schwerpunktmäßig Stücke der klassischen Volkstheaterliteratur zur Aufführung. Sie erhielten ihre zeitgenössische Anbindung durch die teilweise enge Zusammenarbeit mit  prägenden Autoren des kritischen Volksstücks wie Franz Xaver Kroetz, der am Haus teilweise auch spielte oder inszenierte.

www.muenchner-volkstheater.de

 

 

Foto: Frank Stolle

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