Streetlife Festival und Corso Leopold

Autofreie Zone mit viel Musik und Kabarett

Zweimal im Jahr verwandeln sich Leopold- und Ludwigstraße in eine riesige Fußgängerzone. Wo normalerweise dröhnende Autos durch die Stadt kurven, lockt dann eine pulsierende Festmeile Hunderttausende Besucher nach Schwabing. Und jedes Jahr wird das Straßenfestival opulenter.

Seit dem Jahr 2000 werden die Leopold- und die Ludwigstraße in Schwabing an zwei Wochenenden im Jahr zu einer Erlebnismeile. Es heißt, das Straßenfest, das einmal im Frühjahr und einmal im Herbst stattfindet, gehöre zu einem der größten seiner Art in Europa. Dabei handelt es sich genau genommen um zwei Straßenfeste, die unabhängig voneinander entstanden sind und ursprünglich gar nicht nur das Feiern, sondern vielmehr Idealismus im Fokus hatten.

Der Corso Leopold erstreckt sich vom Siegestor bis zur Münchner Freiheit und geht auf eine Idee aus dem Jahre 1994 zurück – inspiriert von jubelnden Fußball-Fans, die die Leopoldstraße schon immer allzu gern zur Feiermeile umfunktionierten. Ein Jahr später, am 21. Mai 1995, flanierten Tausende von der Münchner Freiheit hinunter zum Odeonsplatz – und das mitten auf der Straße. Das Motto der selbsternannten „Corsaren“ lautete damals: „Geht doch!“ Der Gedanke dahinter: Die Straße gehört nicht nur den Autos! Die Initiatoren des Corso Leopold hatten das Ziel, zwei Tage lang auf der Leopoldstraße ohne Autos spazieren zu können. Doch so einfach kann man in Deutschland keine Straße sperren.

Video: einfach Streetlife Festival

So ergab sich der glückliche Umstand, dass im Jahr 2000 die Umweltorganisation Green City ihr Streetlife Festival auf die Ludwigstraße zwischen Odeonsplatz und Siegestor verlegte. Seitdem findet die ursprüngliche Fußgängerbewegung der „Corsaren“ zusammen mit dem angrenzenden Streetlife Festival statt – und das mit einem bunten Programm auf rund drei Kilometern Länge.

Die beiden Veranstaltungen warten mit einem vielfältigen Angebot auf. Beim Streetlife Festival stehen besonders Umwelt und Nachhaltigkeit im Fokus. Es gibt zahlreiche Sport-Events, eine Tanzbühne, den FairWert Basar und verschiedene Areale mit Infoständen rund um die Themen Umwelt, Klimawandel und alternative Mobilität.

Der Corso Leopold konzentriert sich vor allem auf Kunst und Kultur. Bei jedem Festival gibt es eine zentrale Kunstaktion von Schwabinger Künstlern. An den großen Kreuzungen stehen Bühnen, dazwischen können die Besucher an Ständen und Zelten mit Musik, Theater und Lesungen haltmachen. Und Fress-Buden gibt’s natürlich auch.

Über die Jahre hat sich die einst als schlichte Feiermeile gedachte Initiative zu einem Großevent entwickelt, das Münchner und Nicht-Münchner gleichermaßen anzieht. Dabei gibt es Gespräche, die Corso-Zone noch weiter nach Norden hin bis zum Parzivalplatz auszudehnen. Hintergrund: Am diesjährigen Frühjahrs-Termin (25. und 26. Mai 2019) findet die Europawahl statt. Außerdem jährt sich am 23. Mai der Erlass des Grundgesetzes zum 70. Mal. Da wollen die Organisatoren auf einer Extra-Fläche Platz bieten, um beide Ereignisse mit einem besonderen Programm zu inszenieren.

 

 

Foto: Redline Enterprises; Video: Redline Enterprises

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