Olympische Sommerspiele 1972

10 Tipps, was man auf den Spuren der Olympischen Spiele unternehmen kann

1972 fanden die Olympischen Sommerspiele in München statt. Auch 50 Jahre später gibt es im Olympiapark noch richtig viel zu erleben: großartige Architektur, Veranstaltungen, ein riesiges Sport- und Freizeitangebot sowie Gastronomie. Auch an anderen Orten in München lässt sich dem „Spirit of 1972" nachspüren. Zehn Tipps.

1. Eine Auffahrt zum Olympiaturm

Von der Plattform des Olympiaturms hat man aus 190 Metern Höhe den besten Blick auf die Zeltdach-Silhouette des Olympiaparks und weit über München hinaus bis zu den Alpen. Gehobene Gastronomie genießt man anschließend im Dreh-Restaurant 181 oder ganz einfach Kaffeespezialitäten aus ökologischem Anbau ein Stockwerk höher in der Kaffeebar Blue Sky Coffee & Foto. Wer möchte, meldet sich dort zu einem der beliebten Barista-Kurse an. Zum Olympia-Jubiläum wird der Turm als Plattform für vielerlei Veranstaltungen dienen.

Olympiaturm, Spiridon-Louis-Ring 7

www.olympiapark.de

 

2. Im Olympiapark eine Zeltdach-Tour unternehmen

Eine abenteuerliche Weise, sich mit der Geschichte und Gegenwart des Münchner Olympiaparks vertraut zu machen, ist die Zeltdach-Tour, bei der man dem Olympiastadion buchstäblich „aufs Dach steigt“. Dort oben wandelt man angeseilt mit einem Guide immer parallel zur Dachkante und erhält so die Möglichkeit, die kühne Dachkonstruktion mit ihren Acrylplatten, Stahlseilen und Pylonen aus der Nähe zu begutachten. Alles Wissenswerte zur Geschichte und zu dem, was den Olympiapark heute ausmacht, liefert der Guide in unterhaltsamer Weise. Wer noch ein bisschen mehr Adrenalin braucht, rauscht am Ende der Führung mit dem Flying Fox über die Sportarena oder seilt sich alternativ 40 Meter tief ins Stadion ab.

Olympiapark, Spiridon-Louis-Ring 21

www.olympiapark.de

 

3. Mit der Rikscha durch den Olympiapark

Die architektonischen und gestalterischen Highlights im Olympiapark lassen sich allein oder auch zu zweit gemütlich von einer Rikscha aus erkunden. Sachkundig und spannend erzählt der Guide alles rund um die Bewerbung der Stadt München für die Olympischen Spiele, die Entstehung des Parks und seiner Sportstätten und die besondere Atmosphäre während der Spiele. Aus eigener Erfahrung wissen die Rikscha-Guides zu berichten, was man heute im Olympiapark so alles erleben kann – und das ist nicht wenig! Informationen zu der Rikscha-Tour erhalten Sie in Kürze hier.

Olympiapark, Spiridon-Louis-Ring 21

 

4. Ein Biergartenbesuch auf der Olympia-Alm

Die Olympia-Alm ist der höchstgelegene Biergarten der Stadt. Eine Einkehr dort belohnt den Aufstieg zum Olympiaberg, der höchsten Erhebung des Olympiaparks. Die bewirtschaftete Alm ist eigentlich erst nach dem Ende der Olympischen Spiele nach und nach aus dem ehemaligen Kiosk für Bauarbeiter des Olympiageländes entstanden. Hier gibt es typisch bayerische Biergartenschmankerln und die Möglichkeit, den Konzerten von Weltstars im Olympiastadion spontan und kostenlos zu lauschen.

Olympia-Alm, Martin-Luther-King-Weg 8

www.olympiaalm.de

 

5. Ein Rundgang durch das Olympische Dorf

Bei der Austragung der XX. Olympischen Sommerspiele 1972 konnte sich München mit seinem Konzept von einem Sportgelände im Grünen mit kurzen Wegen und ohne Autoverkehr durchsetzen. Für die Unterbringung der Athlet*innen wurde fußläufig das Olympische Dorf errichtet. Hinter den bunten Appartements des „Olydorfs“ ragen wie Berggipfel die Wohnungen des ehemaligen Männerdorfs und des Pressezentrums auf. Es sollte eine Oase der Ruhe sein, aber auch ein Ort des lebendigen Miteinanders zwischen den Nationen. Das denkmalgeschützte Ensemble ist ein echter Geheimtipp für Architekturfans. Zum 50. Jubiläum der Sommerspiele von 1972 plant die Stadt eine Viertelliebe-Tour durch das Olympische Dorf.

Olympisches Dorf, Connollystraße

 

6. Der Opfer des Olympia-Attentats gedenken am „Erinnerungsort Einschnitt“

Der „Erinnerungsort Einschnitt“ informiert in einem Pavillon multimedial über die zwölf Opfer und die zeitgeschichtlichen Hintergründe des Olympia-Attentats von 1972. Der Gedenkraum wurde im Jahr 2017 zum 45. Jahrestag der Geiselnahme im Beisein der Angehörigen und der Staatsoberhäupter Israels und Deutschlands eröffnet und hat seither seinen festen Platz im Ensemble des Olympiaparks.

Erinnerungsort Olympia-Attentat 1972, Kolemainenweg 11

 

7. Ein Besuch der Ost-West-Friedenskirche von Väterchen Timofei

Im Jahr 1952 erhielt der russische Eremit Timofei Wassiljewitsch Prochorow alias Väterchen Timofei angeblich von der Mutter Gottes persönlich den Auftrag, nach München zu ziehen und dort auf den Trümmern des Zweiten Weltkriegs eine Kapelle zu bauen. Dass der „charmanteste Schwarzbau Münchens“, wie Ex-Oberbürgermeister Christian Ude das skurrile Gotteshaus einmal bezeichnet hat, noch immer steht, verdankt es dem Umstand, dass es auf Bürgerproteste hin vom Abriss verschont blieb. Eigentlich hätte es nämlich bereits 1968 den olympischen Bebauungsplänen weichen sollen. Museum, Kapelle und Garten werden heute von einer Stiftung verwaltet. Führungen sind auf Anfrage möglich. Um das Gelände der sogenannten Ost-West-Friedenskirche herum findet im Sommer das Tollwood-Festival statt.

Ost-West-Friedenskirche, Spiridon-Louis-Ring 100

www.ost-west-friedenskirche.de

 

8. Eine Fahrt zu den U-Bahn-Stationen von Licht-Designer Ingo Maurer

Eine der größten städtebaulichen Veränderungen, die München den Olympischen Spielen zu verdanken hat, war natürlich der Bau der U-Bahn und S-Bahn. Im Oktober 1971 eröffnete die Strecke zwischen Kieferngarten und Goetheplatz, ein Jahr später folgte die Verbindung von der Münchner Freiheit zum Olympiazentrum. Heute hat das Münchner U-Bahn-Netz über 100 Kilometer Fahrstrecke und ganze 96 Stationen über die ganze Stadt verteilt. Sehenswert sind die vom international renommierten Münchner Lichtdesigner Ingo Maurer gestalteten Stationen Münchner Freiheit (U3/ U6), Westfriedhof (U1) und Moosfeld (U2), Marienplatz (U3/ U6) und Sendlinger Tor (U1/ U2/ U7/ U8).

 

9. Durch die Fußgängerzone schlendern

Die Münchner Altstadt ist der beliebteste Anlaufpunkt für Gäste aus aller Welt. Den Marienplatz, das Glockenspiel im Neuen Rathaus und die Frauenkirche und das Karlstor muss man einfach gesehen haben. Entlang der rund einen Kilometer langen Fußgängerzone zwischen dem Karlsplatz-Stachus und dem Marienplatz gibt es außerdem noch die Michaelskirche mit der Grablege von Märchenkönig Ludwig II. zu besichtigen. Einst waren es Salzhändler und Kaufleute, heute sind es zahlreiche Einkaufslustige, die sich auf Münchens zentraler Shoppingmeile tummeln. Die Münchner Fußgängerzone wurde im Olympiajahr 1972 eröffnet und zählt zu den ersten autofreien Flaniermeilen in Deutschland.

Fußgängerzone Kaufingerstraße und Neuhauserstraße

 

10. Frühstücken im Restaurant München 72

Das bunt geringelte Maskottchen Waldi, ein hellblaues Hostessen-Dirndl oder das Konterfei von Gold-Schwimmer Marc Spitz auf den To-Go-Bechern: Der Besitzer des Tagescafés und Bar „München 72“ im Glockenbachviertel hat seine Sammlung von Erinnerungsstücken an die Spiele von 1972 auf sehr originelle Weise in die Gasträume integriert. Im Sommer gibt es einen Schanigarten mit Retro-Sonnenschirmen und Gartenmöbeln, in der kalten Jahreszeit kann man sich drinnen zum Fondue verabreden. An den Wochenenden kann man zwischen mehr oder weniger gehaltvollen Frühstücken wählen. Sie tragen sportliche Namen wie Ringer-Frühstück, Turner-Frühstück oder auch Radler-Frühstück.

München 72, Holzstraße 17

www.muenchen72.de

 

 

Text: Karoline Graf; Fotos: Frank Stolle, Sigi Müller, München Tourismus, Christian Kasper, Redline Enterprises, Ingo Maurer Lightdesign

Coronavirus

Die gute Nachricht: Hotels und Beherbergungsbetriebe, Innen- und Außengastronomie, und auch Ladengeschäfte sind geöffnet. Es gelten aber Beschränkungen. Alle weiteren wichtigen Informationen zum Coronavirus und Ihrem Aufenthalt in München finden Sie hier. Der Ausflugs-Ticker-Bayern liefert außerdem Tipps und Hinweise.