LGBTQ-München-Tipps

Die besten Tipps für LGBTQ*

In München gibt es immer etwas zu entdecken, ob nun in vier oder 24 Stunden, an einem verlängerten Wochenende oder gleich in einer ganzen Woche. Ein paar Vorschläge aus der Münchner LGBTQ*-Szene!

Die LGBTQ*-Szene in München hat eine lange Tradition: So war die Stadt einer der ersten Veranstaltungsorte des Christopher Street Days. Mit der Münchner Partei Rosa Liste zog in den Neunzigern europaweit die erste schwul-lesbische Wählergruppe in ein Kommunalparlament ein. Viel früher – Ende der Sechzigerjahre – eröffnete mit dem Ochsengarten eine der ersten Lederbars in Deutschland. Und mittendrin feierte Freddie Mercury ausgelassene Geburtstage und Drag-Partys. Vieles davon passierte und passiert bis heute im Glockenbachviertel, aber auch abseits davon gibt es einige queere Orte und Events in München.

 

LGBTQ*-Nachtleben: Partys, Bars und Clubs

Wer seine Abendplanung in einer gemütlichen Bar starten möchte, ist im Glockenbachviertel auch heute noch bestens aufgehoben. Obwohl es hier nicht mehr so viele explizite Gay-Bars und -Clubs wie noch in den Achtziger- und Neunzigerjahren gibt, finden sich immer noch ein paar stets gute besuchte Adressen. Vor allem die junge Szene fühlt sich heute auch in gemischten Bars sehr wohl. Als „schwuler Tag" gilt allgemein der Mittwoch, hier sind viele junge Leute im Viertel unterwegs. An diesem Abend hat auch die Bar im Diversity Café, einem queeren Begegnungsort für Jugendliche und Erwachsene bis 27 Jahre, immer geöffnet!

Man trifft sich sonst zum Vorglühen im Kraftwerk, trinkt dort Ein-Euro-Bier oder Cocktails in der Happy Hour. Die Café-Bar an der Ecke Müllerstraße und Thalkirchner Straße ist besonders im Sommer gut besucht – und lädt tagsüber mit Kaffee, Kuchen und Snacks oder abends neben Drinks auch zu Burgern ein. Wem's hier zu voll ist, der versucht sein Glück in der Ksar Bar in der Müllerstraße – eine Kneipe, die immer mittwochs von vielen Schwulen besucht wird. Das etwas ältere Publikum trifft sich in der reinen Gay-Bar Café Nil, das schon nachmittags öffnet und neben Drinks auch einfache Gerichte wie Schnitzel & Co. auf der Karte hat.

Das Edelheiss im Glockenbachviertel steht für bayerische Trachten und älteres Publikum. Vor allem zur Wiesnzeit ist hier viel los, das restliche Jahr über trinkt man in rustikalem Ambiente entspannt an der Bar. Jeden Donnerstag ab 20 Uhr bekommen Bartträger ihr zweites Bier sogar umsonst! Die Bar Rendezvous in der Müllerstraße lockt mit Sommerterrasse und Schlagermusik. Besonders groß ist es nicht, aber wenn Karaoke gesungen wird, ist die Stimmung einmalig! Nicht weit von hier befindet sich die Aroma Kaffeebar, die am ersten Dienstag im Monat ab 18 Uhr zum schwulen After Work einlädt. 

Wer auf Happy Hour und Weißwurstfrühstück steht, sollte unbedingt in die Bar Zur Feuerwache. Die Gay-Bar Jenny was a friend of mine in der Holzstraße überzeugt dagegen mit guten Cocktails und einer stylishen Einrichtung. Die Gäste sind im mittleren Alter, viele scheinen sich zu kennen. Eine eingeschworene Stammkundschaft! Die Gentrifizierung überlebt hat die Bar Ochsengarten im Viertel. Bereits 1967 eröffnete Deutschlands erste Lederfetischkneipe für Männer – einen guten Abend kann man heute noch haben. Neben dem Ochsengarten befindet sich Münchens größter Darkroom, das Camp.

Wer tanzen gehen möchte, tut das im schrillen Club Prosecco in einer Seitenstraße von der Müllerstraße. Hier finden regelmäßig Gay-Schlagerpartys statt, aber auch zur Afterwiesn, an Ostern und Weihnachten wird angestoßen. Sehr offen für die LGBTQ*-Community ist der Blitz Music Club auf der Insel vom Deutschen Museum – er zählt mit seinem hochkarätigen Line-Up zu den beliebtesten Technoclubs der Stadt, in denen bis frühmorgens gefeiert werden kann. Die Outfits im Blitz dürfen gerne schrill sein – oder es wird gleich oben ohne getanzt. Zwei Partys im Monat richten sich speziell an die Szene: „Playground" und „Cruise", aber auch an jedem anderen Abend trifft man hier Gays.

Ebenfalls eine Institution in der Szene ist das Harry Klein, das seit Jahren für seine Drag-Queen-Shows und LGBTQ*-Partyreihen bekannt ist. Die schwule Party nennt sich „Garry Klein" und findet immer mittwochs statt. Dementsprechend jung ist auch das Publikum, weil viele Studierende hier sind, die am nächsten Tag nicht früh aufstehen müssen. Für einen Wochentag ist die Party trotzdem immer gut besucht. Die Atmosphäre ist familiär – und das große Highlight ist die Draqshow um ein Uhr morgens!

Abgesehen von festen Clubs, in denen man die LGBTQ*-Szene trifft, gibt es zudem Partyreihen, die an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden. Noch recht neu ist das junge Partykollektiv Lovers Munich, das regelmäßig seine beliebten Balls inklusive Dance-Contest und Verkleidungen abhält. Wenn man die Lovers nicht gerade im Folks Club, der Senatore Bar oder im Utopia trifft, dann wandeln sie als lebende Kunstfiguren im Kunst Block Balve umher. Hier veranstaltet das Kollektiv auch die Partyreihe CREAM, die erste Sex-Positive-Party in München. Nicht zu vergessen ist außerdem die Partyreihe Jenny tanzt, die alle paar Wochen entweder im Oberangertheater oder in der Isarpost stattfindet und Münchens größte Gay-Party ist! Man tanzt zu Pop und Schlagern – und es heißt unbedingt früh da sein, denn die Partys sind immer gut besucht.

Der NY Club ist aus der Szene der Gay-Clubs nicht mehr wegzudenken, denn er ist Münchens einziger reiner Schwulenclub. Hier hat schon Freddie Mercury getanzt! Das Publikum ist vor allem freitags sehr jung, die Musik poppig. Am Samstag geht es dann etwas älter zu, der DJ legt House und Elektro auf. Ebenfalls um die Ecke findet sich das 8below – ein Club, der sowohl Schwulen-, also auch Lesbenpartys veranstaltet und in der LGBTQ*-Szene außerdem für seine 90ies-Partys bekannt ist. Zur After-Hour trifft man sich dann bei House und Techno im Pimpernel, das täglich geöffnet ist. Der Club ist zwar keine explizite Gay-Adresse, aber äußerst LGBTQ*-freundlich.

Explizit lesbische Partys findet man zum Beispiel bei DJanes Delight – hier ist das Publikum allerdings etwas älter. Jünger und ausgefallener geht es bei der Partyreihe She-La zu, die regelmäßig im Milla Live Club stattfindet. Ebenfalls wichtige Events für Frauen sind die Amazonas Partys, Uschi Einhorn im 8below und ihre Partyreihe „Pink Heaven" für sehr junge Gäste. Das Harry Klein veranstaltet außerdem jedes Jahr das feministische Clubfestival „Marry Klein", bei dem einen Monat lang nur Frauen an den Turntables stehen und Lesben sehr willkommen sind. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich auch die Veranstaltungen des feministischen WUT-Kollektivs oder des LeZ (lesbisch-queeren Zentrums) abonnieren.

 

Termine und Events für LGBTQ*

Eines der wichtigsten Events ist die CSD Pride-Week, die in den letzten Jahren immer im Juli in München stattfand. Dazu gehören mehrere Straßenfeste, darunter das lesbische Angertorstraßenfest und das Rathaus-Clubbing, bei dem Gäste und älteres Publikum aufeinandertreffen. Außerdem gibt es jedes Jahr eine Menge Konzerte, Paraden, Film-Events, Partys, sowie mehrere Kultur- und Showbühnen. Der erste Christopher Street Day in München fand übrigens 1980 statt: Als kleine Politparade mit 150 schwulen Männer und 30 lesbischen Frauen marschierte man damals mit Schildern durch die Stadt, um danach im Biergarten am Chinesischen Turm anzustoßen. Der CSD wurde bereits 1979 in Berlin, Köln und Bremen gefeiert, München zog nur ein Jahr später nach.

Das größte Volksfest der Welt hat natürlich auch jede Menge LGBTQ*-Termine im Kalender: Da wäre einmal die Rosa Wiesn, die traditionell am ersten Festsonntag zum schwulen Oktoberfest-Treffen einlädt. Der Gay Sunday am selben Tag trifft sich ab mittags in der Bräurosl. Hier ist man generell ein großer Fan der Community, das Motto lautet: „A bisserl Leder braucht a jeder!“ Ebenfalls ein Wiesn-Treff für Schwule und Lesben ist der Rosl Montag am ersten Wiesn-Montag. Die Prosecco-Wiesn findet immer am zweiten Montag des Oktoberfestes in der Fischer-Vroni statt – hier hat man ohne Reservierung allerdings keine Chance! Und zum schwulen Wiesnausklang trifft man sich am letzten Tag im Schottenhamel an der Küchenzeile.

Auch an Fasching gibt es bestimmte Tage und Orte, an denen sich die LGBTQ*-Szene aufhält. Am Rosenmontag werden die schönsten und aufwendigsten Kostüme beim größten schwulen Faschingsball ausgezeichnet. Veranstaltet vom Sub (Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München), der Münchner Aids-Hilfe, sowie der Rosa Liste, dem Münchner Löwenclub und dem Forum Homosexualität trifft man dazu sich im Oberangertheater. Und beim großen Fest am Faschingsdienstag auf dem Viktualienmarkt feiern Schwule und Lesben am „Eingang“ zum Glockenbachviertel – dort, wo der Altstadtring die Reichenbachstraße trifft. Danach geht es weiter vor die Deutsche Eiche und auf das Faschings-Straßenfest zwischen Gärtnerplatz und Reichenbachplatz.

Weiter spannende Events in München sind das Queer Film Festival, das nun schon einige Jahre in Folge stattfindet. Das Sub hält außerdem viele regelmäßige Termine bereit – wie das bunte Straßenfest in der Hans-Sachs-Straße, das mit rund 10.000 Gästen mittlerweile die ganze Stadt begeistert. Hier wird an schönen Sommertagen im August auf den Straßen getanzt, getrunken und gefeiert. Natürlich sind auch alle anderen Straßenfeste im Glockenbachviertel LGBTQ*-freundlich! Ein weiteres Highlight jedes Jahr ist der schwul-lesbische Weihnachtsmarkt Pink Christmas, bei dem Glühwein, Bratwurst und Weihnachtsmusik ebenso wie Schlagershows, Travestiekünstler*innen und eine Prosecco-Bar auf dem Programm stehen. Mittlerweile ist der Christkindlmarkt allerdings sehr kommerzialisiert und damit längst kein Geheimtipp mehr.

Was sonst noch geht in München

Auch abseits vom Nachtleben oder festen Terminen wie dem Oktoberfest hat die LGBTQ*-Szene ein breites Programm zur Auswahl. Bei der Queerfilmnacht im Arena Kino gibt es jeden zweiten Mittwoch im Monat einen queeren Film zu sehen, der Mongay im City Kino findet sogar jeden Montag statt. Wer eher auf Kabarett steht, darf sich die Travestieshows im Oberangertheater auf keinen Fall entgehen lassen. Ebenfalls legendär ist das Hotel Deutsche Eiche. Hier kann man nicht nur in Erinnerung an prominente Gäste im Restaurant essen und in Deutschlands größter Männersauna schwitzen (die beste Zeit dafür ist der Sonntagmittag und -nachmittag!), sondern auch auf der vielleicht schönsten Dachterrasse der Stadt sitzen. Ähnlich geht's im Underground in Obersendling zu – das Publikum in dem Fetisch-Club ist etwas jünger, die Partys haben meist ein Motto und einen Dresscode.

In der Galerie Kunstbehandlung in der Müllerstraße gibt es zeitgenössische, schwule Kunst. Bayerisch und lustig geht es bei den Schwuhplattlern zu, dem weltweit ersten homosexuellen Plattlerverein: Jeden ersten und dritten Freitag im Monat wird hier zum Proben eingeladen. Der Verein tritt außerdem auf Festen in der ganzen Stadt auf, Termine finden sich auf der Website. Und dass nicht nur Bayern, sondern auch die katholische Kirche weltoffen sein kann, beweist der queere Gottesdienst in der St. Paul-Kirche an der Theresienwiese, der jeden zweiten Sonntag stattfindet.

Im Sommer trifft sich die Szene am Flaucher auf Gay Island. Hier kann man baden und unter sich sein – FKK ist an diesen Stellen an der Isar ebenfalls erlaubt. Die Insel ist am besten vom Flauchersteg aus zu erreichen – man muss allerdings zwei Mal durch's Wasser waten. Beim Queer Brunch im Café Regenbogen kann man seit neuestem am All-you-can-eat-Buffet schlemmen, mit Drag Queens bei Prosecco anstoßen und zudem noch etwas Gutes tun: Denn der Erlös wird an die Münchner Aidshilfe gespendet!

 

 

Text: Anja Schauberger; Fotos: Christian Kasper, Redline Enterprises

Auch interessant: Mehr LGTBQ-freundliche Events und Termine gibt es bei muenchen.de!

Coronavirus: aktuelle Regelungen

Hotels und Beherbergungsbetriebe, Ladengeschäfte, Innen- und Außengastronomie, und auch Clubs und Diskotheken sind geöffnet. Alle Informationen über verbleibenden Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Coronavirus und Ihrem Aufenthalt in München finden Sie hier.

Mit Loomit durchs Werksviertel

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Die Brüder Asam und ihr heiliges Theater

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Die schönsten Fenster der Stadt

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Vier Könige und ein Prinzregent

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Spaziert man durch die Gassen Haidhausens und der Au mit kleinen Geschäften und grünen Innenhöfen, hat man fast das Gefühl, in einem Dorf zu ein.

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In der Blütezeit der Schwabinger Bohème um 1900 waren es Kunst- und Kulturschaffende, die sich im Viertel ansiedelten und dessen Geist prägten.

Wo die Nacht beginnt

Szenelokale, ruhige Hinterhöfe und kultige Läden machen den Charme von Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel aus.

Szenelokale, Kneipen, Cafés, ruhige Hinterhöfe und kultige Läden machen den Charme von Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel aus.

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Hogwarts lässt grüßen: im kleinen Sitzungssaal des Neuen Rathauses am Münchner Marienplatz.

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