Food-Tipps: Nahost

Auf die Mischung kommt es an

Gut gegen Heimweh: Zugereiste verraten, wo es in München wie zu Hause schmeckt. Jihad Lamaa aus Beirut über die Falafel seines Bruders, Bestes vom Hack und entscheidende Gewürze.

„In meiner Heimat, dem Libanon, bedeutet Essen mehr als Nahrungsaufnahme. Es ist Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Jeden Tag versammelt sich die ganze Familie zum Abendessen. Und wenn wir zu einer Feier eingeladen sind, bringen wir Baklava mit, unser süßes Nationalgebäck. Ganz ehrlich: Nirgendwo schmeckt es mir so gut wie bei meiner Mutter. Im Libanon kochte sie jeden Abend für uns. Und als wir 1986 vor dem Krieg nach Deutschland flohen und anderthalb Jahre später in München landeten, bereitete sie hier weiter unsere Lieblingsgerichte für uns zu.

Apropos Gewürze: Die spielen in der arabischen Küche eine entscheidende Rolle. In München gibt es im Bahnhofsviertel einige gute Händler. Da gibt es zum Beispiel das Siebengewürz, eine der wichtigsten arabischen Gewürzmischungen mit Zutaten wie Kreuzkümmel und Piment.

Ich habe großes Glück: Auch meine heutige Frau kocht hervorragend, und mein Bruder Khudor hat libanesisches Essen sogar zu seinem Beruf gemacht. Wenn ich Heimweh habe, gehe ich in seinen Imbiss Beirutbeirut in Sendling (Valleystr. 28). Nach der Bestellung kann man den Männern hinter der Theke bei der Zubereitung zuschauen. Mein Tipp: das Falafel-Sandwich mit Tomaten, eingelegten Gurken und Rüben, Petersilie und Sesampaste.

Vor Kurzem hat Khudor noch einen zweiten Laden aufgemacht, das Manouche (Valleystr. 19). Da gibt es eine Art libanesische Pizza. Ansonsten kann ich das Arabesk in Schwabing empfehlen (Kaulbachstr. 22). Das Lammhackfleisch am Spieß schmeckt zum Beispiel hervorragend. Dazu am besten einen Tee trinken, der wird hier in echten arabischen Kannen serviert. Alternativ geht noch das Ksara (Haimhauserstr. 7), eines der ältesten libanesischen Restaurants Münchens. Hier unbedingt Kibbeh probieren, das ist Hackfleisch mit Bulgur. Etwas neuer ist das Restaurant Cardamom (Gabelsbergerstr. 50).

Der Koch hat vorher im Mandarin Oriental gearbeitet und macht ein grandioses Shish Taouk, das ist Hähnchen mit einer Marinade aus Zitronen, Knoblauch und anderen Gewürzen. Apropos Gewürze: Die spielen in der arabischen Küche eine entscheidende Rolle. In München gibt es im Bahnhofsviertel einige gute Händler, wie den Derya-Markt (Schwanthalerstr. 25). Da gibt es zum Beispiel das Siebengewürz, eine der wichtigsten arabischen Gewürzmischungen mit Zutaten wie Kreuzkümmel und Piment.

Gleich um die Ecke ist dann noch Verdi (Landwehrstr. 46–48), ein Supermarkt mit einer der besten arabischen Metzgereien Münchens mit vielen Lammspezialitäten. Und wer dann noch Lust hat, ein bisschen Wasserpfeife auf gemütlichen Kissen zu rauchen, der geht am besten ins Millennium (Schwanthalerstr. 12).“

 

 

Protokoll: Nansen & Piccard; Fotos: Frank Stolle