Altes Rathaus

Von Gefangenen und Spielsachen

Wegen seiner schlichten Fassade halten viele das Alte Rathaus für moderner als das prunkvoll verzierte Neue Rathaus. Tatsächlich ist es aber mehr als 400 Jahre älter.

Das Alte Rathaus schließt den Marienplatz nach Osten ab und kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1310.

Nach einer Zerstörung im Jahr 1460 durch einen Blitzschlag wurde es bald darauf von Jörg von Halsbach, dem Erbauer der Münchner Frauenkirche, neu errichtet.

Mehrere Male dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst, regotisierte der Architekt Arnold Zenetti den Bau 1861 bis 1864 im Sinne des Historismus. Auch beim Wiederaufbau nach den schweren Bombenschäden von 1944 orientierten sich die Denkmalschützer am gotischen Original. Seit 1874, als die Stadtverwaltung in das neue Neue Rathaus umzog, wird es offiziell als Altes Rathaus bezeichnet.

In seiner ruhmreichen Vergangenheit tagten hier unter anderem der Landtag (17. Jahrhundert) und die Nationalversammlung (19. Jahrhundert). Sein Keller diente lange Jahre als Staatsgefängnis. Heute finden im Alten Rathaus Festakte, Gedenkfeiern und Preisverleihungen statt.

In seinem gotischen Turm befindet sich seit 1983 auf vier Stockwerken das Münchner Spielzeugmuseum, eine Sammlung historischer Spielsachen, die der Künstler Ivan Steiger liebevoll zusammengestellt hat.

 

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Foto: istock/idealphoto30

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