Zwei Menschen im Gespräch machen einen Spaziergang durch den Olympiapark.

Podcast „Auf eine Runde mit ...“ Herbert „Herbi“ Hauke

Olympiapark mit Herbi Hauke

Bunt, traditionell, vielfältig – das sind die Münchner Stadtviertel. Unser Podcast „Auf eine Runde mit ...“ bietet ganz persönliche Einblicke durch die Linsen der Menschen, die hier leben und ihre Viertel am besten kennen. Diesmal: Herbert „Herbi“ Hauke zeigt uns seinen Olympiapark.

Immer wieder kehren Olympische Organisationskommitées nach München zurück – auf der Suche nach dem Erfolgsrezept von 1972. Irgendwas wurde damals also richtig gemacht und diese Atmosphäre kann man auch heute noch spüren, denn das weitläufige Parkgelände wird bis heute für Konzerte und sportliche Events genutzt. Viele kommen auch einfach zum Picknick hierher und genießen vom Olympiaberg aus den Sonnenuntergang über der Stadt.

Im Olympiaturm gab es 17 Jahre lang das höchste Rockmuseum der Welt – Direktor war Herbert „Herbi“ Hauke, Zeitzeuge und leidenschaftlicher Sammler unterschiedlicher Artefakte aus der Rock- und Popgeschichte. Heute ist er Buchautor, organisiert Ausstellungen wie „A Bohemian Rhapsody“ oder bietet mit „Muctours“ eine geschichtsträchtige E-Bike-Tour durch den Olympiapark an. Einen Auszug des Podcasts gibt es hier zum Nachlesen.

Herbi, was verbindet dich mit dem Olympiapark?

Das ist eine sehr witzige Geschichte: Mein Großvater hatte um die Jahrhundertwende die Möglichkeit, zusammen mit einem Partner das Oberwiesenfeld zu kaufen – er hatte ziemlich viel Geld. Aber wie die jungen Leute so sind, haben sie sich stattdessen in Amerika zwei Rennwägen bestellt. Dann haben sie einen drauf gemacht, sind nach Gründwald gefahren und haben die Autos dabei geschrottet! Jedes Mal, wenn ich hier bin, schmerzt es mich ein bisschen, denn eigentlich ist es mein Gelände (lacht).

Von allen möglichen Antworten habe ich diese am wenigsten erwartet! Aber du hast hier im Olympiapark auch 17 Jahre lang das Rockmuseum geleitet, zu seiner Zeit das höchste der Welt. Wie kam es dazu?

Meine Generation war nach den vorangegangenen auf der Suche nach etwas anderem, wir wurden von Woodstock geprägt. 1972 bin ich zu meinem ersten Konzert – The Who – weil es hieß, dass die lauteste Band der Welt kommt. Hat sich gelohnt! Das Zweite war dann Tina Turner. Wir hatten Karten für die zweite Reihe und in der ersten saßen die Rolling Stones. Die waren sehr charmant, obwohl wir sie richtig belästigt haben. Ich hatte einen Strauß Moosrosen dabei für die Tina, den habe ich dann auf die Bühne geworfen. Sie hat sich eine rausgenommen, ins Haar gesteckt und für mich „I've been loving you too long“ gesungen. Das war natürlich der völlige Wahnsinn und ich habe danach dringend eine Sturzhalbe gebraucht!

Später hat jemand von ihrem Management mich zur Aftershow-Party ins Hilton eingeladen – ich war damals 18! Auf dem Coverbild des nachfolgenden Songs von ihr, „Sweet Rhode Island Red“ war meine Rose zu sehen und dann war ich in Milbertshofen 'der Herbi, der alle kennt' (lacht). Und so ging es los, dass ich ein Leben lang hinter den Kulissen war.

Wie kam es eigentlich zu der Idee, im Rockmuseum auch Konzerte stattfinden zu lassen?

Vor der Eröffnung hatte ich bereits Kontakt zu Uriah Heep. Ich habe sie angerufen und gefragt, ob sie das Rockmuseum eröffnen würden. Die Bedingung ihrerseits war, dass wir am Abend vorher noch gemeinsam mit meiner Familie zum Essen gehen. Dann saßen wir in einem Lokal, ich hatte die Speisekarte umgeschrieben auf Songs von der Band, Gerichte umbenannt in „Lady in black“ und so – da waren sie total begeistert. So kam es, dass wir bis früh um vier Uhr gefeiert und ich ganz vergessen habe, dass am nächsten Morgen um 10 Uhr die Pressekonferenz anstand. Da bin ich dann gut verkatert aufgetaucht. Weil wir für Uriah Heep natürlich eine Anlage aufgebaut hatten, haben wir festgestellt, wie gut der Sound im Rockmuseum war – ganz überraschend. So kam dann die Idee, dass wir regelmäßig Konzerte veranstalten könnten.

Das Rockmuseum ist Kult geworden. Eben auch, weil wir über 300 Livekonzerte veranstaltet haben – immer ganz nah an der Band dran mit Blick über München. 

Zurück zum Olympiapark. Was ist für dich das Besondere an der Architektur der Gebäude?

Die Architektur ist beeinflusst von dieser Zeit nach Woodstock. Dem Glauben an eine schöne Welt. Man sprach ja von „The Age of Aquarius“, das „Wassermannzeitalter“, damit war gemeint: Wir leben alle in Frieden, sind Brüder und Schwestern. Kann man sich ja leider denken, was aus der schönen Idee geworden ist. Aber dieser Hauch ist hier in der Architektur verankert, was Spaß macht. Ich sage den Leuten immer: Atmet den Park ein und geht mit offenen Augen hier durch.

Übrigens: Die Zeltdach-Architektur ist ja den Alpen nachempfunden. Als die Bauarbeiter damals diese Teile zugeschnitten haben, gab es jemanden, der einige davon mitgenommen und zerschnitten hat in ganz kleine Teile und die dann für jeweils eine Mark verkauft hat. Man kann wirklich mit allem Geld machen! (lacht)

Wir laufen jetzt einen Teil deiner Biketour entlang. Was ist besonders wichtig, das du den Leuten dabei mitgibst?

Wie schon gesagt, es war eben die Zeit der Hippies, des Aufbruchs, der Studentenunruhen, des Minirocks, der Pille und Rockmusik. Eine gewisse Leichtigkeit ist deshalb in die Olympischen Spiele mit eingeflossen, was bis zur Tragödie gelungen ist. Das typische Beispiel hierfür ist für mich das Theatron mit kostenlosen Konzerten, das bis heute dafür steht, nicht immer viel Kohle ausgeben zu müssen für geile Konzerte.

Du hast das dunkle Kapitel des Terroranschlags angesprochen. Wie hast du ihn damals erlebt?

Ich werde nie vergessen, wie der Hubschrauber, der die Geiseln abgeholt hat, direkt über unser Haus hinweg geflogen ist. Wir saßen auf der Terrasse und wussten: Jetzt entscheidet sich Weltgeschichte. Völlig gebannt hingen wir am Radio, dann traf die Meldung ein, dass alle Geiseln frei sind. Meine Mutter hat sofort einen Sekt aus dem Kühlschrank geholt und wir haben gefeiert. Nach einer halben Stunde wurde dann allerdings über einen Toten berichtet, dann gab es zwei, dann drei ... irgendwann wussten wir, dass alles völlig schief gelaufen ist. Wir haben damals wirklich was verloren. Kurz zuvor herrschte eine große Feierlichkeit, die Jugend der Welt war hier. „The games must go on“, hieß es dann, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass wir nochmal fröhlich sein können. Es war aus meiner Sicht die richtige Entscheidung, nicht nachzugeben – aber gleichzeitig war auch alles kaputt.

Eine wichtige Station auf der Tour ist ja auch das Olympiastadion.

1982 hatte man sich entschieden, das Stadion auch für Konzerte zu nutzen. Das erste Event war ein Doppelkonzert der Rolling Stones. Peter Maffay war damals im Vorprogramm, das war den meisten allerdings zu viel Schlager – er ist gnadenlos ausgepfiffen und mit Südfrüchten beworfen worden. Er hat aber sein Programm voll durchgezogen. Viele Jahre später hatte ich die Möglichkeit, ihn im Rockmuseum nach dieser Zeit zu fragen und er meinte, auch wenn es ein totales Debakel war, hat er gelernt, dass es noch viel zu tun gab, um ein ernstzunehmender Künstler zu werden. Und ich persönlich finde, er hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt.

Der Olympiapark ist so vielfältig, erzähl uns doch noch von einem für viele unbekannten Spot.

Ein ganz besonderer Ort ist natürlich die Ost-West-Friedenskirche von Väterchen Timofei. Weil hier der ganze Schutt des Krieges abgeladen worden war, hatte er in den 1950ern genügend Baustoff, um seine Kirche zu bauen. Da das Oberwiesenfeld ein verlorenes Gelände war, hat es niemanden gestört, dass da ein Eremit eine Kirche baut. Als aber klar wurde, dass es für die Olympischen Spiele genutzt werden würde, war es der revolutionäre Geist von München, der gesagt hat, dass man den Mann nicht einfach wegschicken kann – schließlich sollten die Spiele ein Zeichen des Friedens sein. So ist es bis heute ein wunderschönes Kleinod – im Rahmen unserer Tour ein sehr besinnlicher Punkt.

Vielen Dank, Herbi!

Die Ausstellung „Queen – a bohemian rhapsody“ findet noch bis zum 30.06.2022 in der Pasinger Fabrik statt.

 

 

Text: Anika Landsteiner; Fotos: Frank Stolle

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