Radtour zu den olympischen Sportstätten

The Spirit of '72

Vor 50 Jahren fanden in München die Olympischen Sommerspiele statt. Wochen voller Euphorie und Aufbruchstimmung, aber auch dunkle Tage prägen bis heute die Erinnerung an den Sommer von 1972. Wir wollten das damalige Lebensgefühl in München nachempfinden und sind zu den Austragungsorten geradelt. Unsere Tour mit rund 38 Kilometern Länge führte uns vom Reitstadion in Riem über den Englischen Garten zum Olympiapark, danach ins Dantestadion, zum Schloss Nymphenburg und zur Regattastrecke nach Oberschleißheim.

Setzt man sich heute auf die Tribünen der Stadien von 1972, kann man es fast noch spüren: Jubelnde und klatschende Menschen, die Stimme des Stadionsprechers, Athleten und Athletinnen aus der ganzen Welt, die hochkonzentriert um Medaillen kämpfen.

Auf unserer Tour hatten wir bei vielen Stationen das Gefühl, die Atmosphäre des damaligen Sommers tatsächlich ein wenig nacherleben zu können. Ein Grund dafür sind sicher auch die Original-Schriften und Piktogramme, die bis heute an vielen Gebäuden und Wegweisern zu sehen sind. In ihrem schlichten Design wirken sie moderner als je zuvor.

Otl Aicher, Leiter der Hochschule für Gestaltung in Ulm, hatte genau dieses Erscheinungsbild für nahezu alle Bereiche der Spiele entwickelt – von den Uniformen der Ordnungskräfte bis zu den Plakaten. Sogar die Tablettauflagen aus Papier in den Sportlerkantinen waren optisch abgestimmt. Dieser umfassende Anspruch war damals fast schon revolutionär und entspricht den heutigen Corporate-Design-Vorgaben großer Unternehmen.

Bis heute begegnen uns Otl Aichers Piktogramme auf der ganzen Welt in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens.

Mehr als revolutionär waren außerdem die Piktogramme, die Aicher für die Münchner Spiele erfunden hatte: Jeder kennt das stilisierte Männchen mit dem Kreis am Bein, das man sofort als Fußballer identifiziert, oder die Dame im Kleid und den Herren, die den Weg zu den Toiletten weisen. Mit einem riesigen Repertoire an den Bildchen wollte Aicher den internationalen Gästen der Olympischen Spiele 1972 die Orientierung erleichtern – was offensichtlich gut funktioniert hatte, denn bis heute begegnen uns seine Piktogramme auf der ganzen Welt in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens.

 

Tour-Start: Olympia-Reitstadion

Aber nun zum Beginn unserer Tour: Mit der S-Bahn-Linie 2 fahren wir von der Innenstadt nach Riem und starten am Olympia-Reitstadion, das gleich hinter der Bahnstation liegt.

1972 boten die Tribünen rund 23.000 Zuschauern Platz und das Stadion war neben dem Garten von Schloss Nymphenburg, wo die Dressurprüfungen stattfanden, einer der Austragungsorte des Pferdesports. Außerdem waren hier die Reit-Wettbewerbe des Modernen Fünfkampfs zu sehen. Die Haupttribüne kann heute jedoch nicht mehr besichtigt werden – sie wurde durch Unwetter stark beschädigt und steht seit 2008 nicht mehr.

Das Stadion wurde speziell für die Olympischen Spiele gebaut, wobei das Gelände bereits während des Zweiten Weltkriegs als Reitschule des Militärs diente. In den Siebziger- und Achtzigerjahren fanden hier dann Konzerte und Sportwettbewerbe statt. Und natürlich hat auch der Pferdesport im Stadion heute noch seine Heimat: Jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt treffen sich hier Pferdefans, Polospieler und Reiter aller Disziplinen anlässlich der Pferd International, dem größten Reitsport-Event Süddeutschlands.

In der Nähe des Reitstadions kann man auch die Galopprennbahn besichtigen, die strenggenommen kein Austragungsort der Spiele war, wo aber 1972 das Rennen um den extra kreierten „Olympia-Preis“ stattfand, der mit 250.000 DM Siegerprämie zu den Top-Rennen in Deutschland gehörte. Die Tribüne und Stallanlage stammen ebenfalls aus dem Jahr 1972. Wir sind überrascht, hier keinen Jockeys, sondern Golfspielern zu begegnen: Der Neun-Loch-Platz des Golfclubs München Riem liegt auf der Grünfläche inmitten der Rennbahn.

In der Gaststätte der Galopprennbahn holen wir uns Cappuccino und setzen uns auf die weißgestrichene Tribüne. Der Boden ist an einigen Stellen noch „gepflastert" mit weggeworfenen Wettscheinen des letzten Rennens. Wir bekommen richtig Lust, selbst einmal zuzusehen und beim Wetten unser Glück zu versuchen. An großen Renntagen wie beim Großen Dallmayr Preis haben hier rund 20.000 Zuschauer Platz. Dann herrscht zwar kein Hütezwang wie in Ascot, aber ein schickes Outfit gehört durchaus zum guten Ton.

 

Im Englischen Garten: Bogenschießen

Durch hübsche Wohngegenden führt uns die Tour weiter in Richtung Innenstadt, wo wir zunächst durch einen Teil Bogenhausens radeln – vorbei an der beeindruckenden Plastik „Mae West" am Effnerplatz. Sogar hier haben die Sommerspiele von 1972 ihre Spuren hinterlassen: Der angrenzende Arabellapark in der typischen Architektur der Sechziger und Siebziger Jahre und der Mittlere Ring sind im Zuge der Stadtentwicklung und der Verkehrsplanung zu den Olympischen Spielen entstanden.

Wir überqueren die Isar auf der Montgelasstraße und kommen an der Ostseite des Englischen Gartens an. Gleich links befindet sich der Biergarten am Chinesischen Turm, wo wir uns für die bereits zurückgelegten Kilometer mit einem ganz und gar bayerischen Mittagessen belohnen – mit Radler, Obazden, Brezen und Fleischpflanzerln.

Im Englischen Garten fanden 1972 auf der Werneckwiese südlich des Kleinhesseloher Sees die Bogenschießwettbewerbe statt. Heute ist davon natürlich nichts mehr zu sehen. Dafür lassen wir es uns nicht nehmen, vom Monopteros aus den wunderbaren Blick auf die Türme der Altstadt zu genießen.

Dank des Films „Archery – a return to the olympics – Archive 1973“ kann man jedoch auch heute noch ein wenig von der Atmosphäre im Englischen Garten während der Bogenschießwettbewerbe miterleben.

 

Nächste Station: Olympiazentrum

Der Weg zum Olympiazentrum führt durch Schwabing. Dieser Stadtteil ist weltbekannt und steht für Münchens goldene Jahre. Hier traf sich um 1900 die Bohème der Stadt und auch die Mitglieder der Künstlergruppe Blauer Reiter lebten und arbeiteten hier. Beeindruckende Altbauten mit kunstvollen Jugendstilfassaden zeugen von der Blütezeit des Viertels, das bis heute die Heimat von Freigeistern und Kreativen ist: Unter anderem sind die Filmemacherin Doris Dörrie, der Schriftsteller Patrick Süskind und Kommune-1-Gründer und Alt-68er Rainer Langhans hier zu Hause.

In Schwabing radeln wir durch die Heimat der Münchner Bohème – auch die Mitglieder der Künstlergruppe Blauer Reiter lebten und arbeiteten hier.

Schon von Weitem weist uns der beeindruckende Olympiaturm den Weg zum Zentrum der Spiele von 1972. Hier wollen wir uns weitere weltbekannte Sehenswürdigkeiten wie das Olympiastadion und die Olympiaschwimmhalle ansehen. Mit etwas Anstrengung radeln wir zuerst auf den Olympiaberg. Der Blick über den gesamten Park mit seinem See und den Sportstätten ist einfach beeindruckend.

Oben machen wir eine kurze Pause und lesen nach, wie es überhaupt dazu kam, dass München zur Olympiastadt wurde. Die Entscheidung, sich für die Sommerspiele 1972 zu bewerben, war vor allem in zeitlicher Hinsicht mehr als gewagt: Im Oktober 1965 machte Willi Daume, der damalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland (NOK), dem Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel den Vorschlag, München ins Rennen zu schicken. Vogel sah sofort die Chance, die Stadt mithilfe eines heiteren und toleranten Sportfests zu modernisieren und international positiv zu präsentieren, und sagte kurzerhand zu.

Es waren jedoch nur 65 Tage Zeit, um die Bewerbung abzuliefern. Am 29. November 1965 wurde öffentlich bekannt gegeben, dass München kandidiert, und nur einen Monat später gingen die Unterlagen beim IOC in Lausanne ein. München musste sich damals gegen Montreal, Detroit und Madrid behaupten.

Genauso selbstbewusst, wie man die Kandidatur beschlossen hatte, traten Münchens Vertreter im April 1966 vor dem IOC in Rom auf: Die Bewerbungsrede Hans-Jochen Vogels in Englisch dauerte nur sechs Minuten, dann sprach Willi Daume zwei Minuten weiter in Französisch. Es folgte ein 13-minütiger Film über die Stadt und das Konzept – und München hatte den Zuschlag. Insgesamt dauerte die Präsentation nur die Hälfte der 45 Minuten, die man den Bewerbern zugestanden hatte.

München für die Spiele fit zu machen, war danach eine Mammutaufgabe. 15 Sportstätten, das Olympische Dorf, eine Pressestadt, U- und S-Bahn, Straßen, Wege, Brücken, Parkplätze, ein Busbahnof und einiges mehr mussten gebaut werden. Über 600 Architekten und Ingenieure, über 25.000 Handwerker und Bauarbeiter aus 24 Ländern waren damit gut beschäftigt.

Die knappe Zeit war natürlich ein großes Thema: Tausende Journalisten aus aller Welt besichtigten die Baustellen und zweifelten immer wieder, ob alles rechtzeitig fertig würde. Man schmunzelt noch heute über die damals gängige Antwort auf die Frage, ob es zu schaffen sei: „Aber selbstverständlich. Erstens ist 1972 ein Schaltjahr. Das gibt uns einen ganzen Tag mehr. Und zweitens werden die Spiele am 26. August erst nachmittags eröffnet.“

Auch finanziell war es ein Kraftakt – fast zwei Milliarden DM mussten aufgebracht werden. Bund und Länder übernahmen die Kosten für die Infrastruktur, daneben gab es unter anderem eine Briefmarkenserie der Deutschen Post, ein Münzenprogramm und eine Olympialotterie. Sogar die Glücksspirale wurde damals geboren.

 

Olympia-Waldi begleitete sogar die Polizei

Wenn man von den Spielen 1972 spricht, darf man natürlich das Maskottchen nicht vergessen: den Dackel Waldi. Auch er bekam damals eine von Otl Aicher ganz genau festgelegte Form und Gestalt, um Wildwuchs im Souvenirhandel vorzubeugen. „Olympia-Waldi“ wurde übrigens ausgewählt, da der Dackel damals das typische Haustier vieler – vor allem etwas älterer – Einheimischer war und sich durch Zähigkeit und Widerstandskraft auszeichnet. Außerdem war NOK-Präsident Willi Daume selbst Besitzer eines Dackels.

Der Einsatz des Dackels ging sogar so weit, dass die Polizeistaffeln statt Schäferhunden kleine Dackel mit sich führten – man wollte damit zeigen, dass sich München auch in puncto Sicherheit und Ordnung weit von der einschüchternden Machtdemonstration des Dritten Reichs entfernt hatte.

 

Olympiapark: Berge, Täler und ein See

Man hatte für die Spiele einen Wettbewerb für den Bau eines Olympiastadions ausgerufen, das sich von den monumentalen Sportstätten der NS-Zeit unterscheiden musste: Den Architekten Günther Behnisch und Partner aus Stuttgart und dem Ingenieur Frei Otto gelang es darauf hin, ein luftiges und transparentes, 80.000 Quadratmeter großes Zeltdach mittels Platten aus Acrylglas, Ankern und Stahlseilen umzusetzen.

Die Investitionen von damals zahlen sich für München bis heute aus: Einheimische und Gäste kommen zu jeder Jahreszeit gerne in den Park und nutzen ihn zum Radfahren, Joggen, Spazierengehen oder einfach nur zum Sonnenbaden. In der Olympiahalle und dem Olympiastadion geben Weltstars und Bands wie Elton John, Madonna, Ed Sheeran oder AC/DC Konzerte.

Von unserem Rastplatz auf dem Olympiaberg aus stellen wir uns vor, wie damals ein komplett ebenes und brachliegendes Areal in eine natürliche, grüne Landschaft mit Oasen der Kommunikation, verbindenden Wegen und Brücken verwandelt wurde. Eine geschwungene Architekturlandschaft aus „Bergen, Tälern und einem See“ sollte es sein.

So sehr die „heiteren Spiele" Münchens dunkle Vergangenheit im Dritten Reich ausblenden sollten, war diese Zeit doch indirekt – wenn auch in diesem Fall nur als Baumaterial – präsent: Der Olympiaberg und die Hügel des Geländes wurden zum Teil mit dem Bombenschutt des Zweiten Weltkriegs aufgebaut.

Wir machen noch einen Abstecher ins Olympische Dorf, wo die Athletinnen und Athleten untergebracht waren. Das mittlerweile denkmalgeschützte Ensemble ist ein Geheimtipp für Architekturfans. Wie von Anfang an geplant, leben heute Studierende in den teilweise bunt bemalten Bungalows und Wohnungen.

Hier war auch der Ort des Attentats auf das israelische Olympia-Team. Eine Gedenktafel am Haus Conollystraße 31 erinnert an den Anschlag vom 5. September 1972, der mit einer Geiselnahme begann und mit der Ermordung aller elf israelischer Geiseln und eines Polizisten endete.

Der Erinnerungsort „Einschnitt“ informiert in einem Pavillon multimedial über die zwölf Opfer und die zeitgeschichtlichen Hintergründe des Olympia-Attentats. Der Gedenkraum wurde 2017 zum 45. Jahrestag der Geiselnahme im Beisein von Angehörigen und der Staatsoberhäupter Israels und Deutschlands eröffnet. Er ist leicht vom Olympischen Dorf aus zu erreichen.

 

Im Dantestadion wärmten sich die Leichtathleten auf

Vom Olympiasee aus radeln wir entlang des Nymphenburg-Biederstein-Kanals in Richtung Westen zum Dantestadion, das im Sommer 1972 von den Leichtathletinnen und Leichtathleten zum Aufwärmen genutzt wurde. Wegen seines fast schon monumentalen und rechtwinkligen Eingangstors und der geradlinigen Architektur der Tribüne wirkt es auf uns wie ein Gebäude aus der NS-Zeit. Tatsächlich wurde es jedoch schon im Jahr 1914 geplant und 1928 eröffnet. Später nutzten die Nationalsozialisten das Stadion mit Platz für 32.000 Zuschauer dann tatsächlich für Aufmärsche der Hitlerjugend.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, von 1945 bis Oktober 1953, trug die US-Armee hier American Football- und Baseballspiele aus. Bis 1972 wurde das Stadion für Breitensport, Fußball- und Leichtathlethik-Wettkämpfe verwendet und auch der FC Bayern München trainierte bereits hier. Bis zum Bau des Olympiastadions war das Dantestadion nämlich die einzige Großsportanlage Münchens.

Aktuell ist das Dantestadion die Heimat der American-Football-Teams Munich Cowboys und München Rangers. Die Munich Cowboys spielen mit der ersten Herrenmannschaft und seit 2020 mit der U19-Jugend in der GFL, der höchsten deutschen Spielklasse. Seit 2019 werden die Tribünen renoviert und modernisiert.

 

Schloss Nymphenburg: Dressurprüfungen

Am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal entlang radeln wir weiter in den Westen der Stadt zu unserer nächsten Station, dem Schloss Nymphenburg. Wir genießen die Kulisse des prunkvollen Parks mit seinen blumenumrahmten Rasenflächen und können uns gut vorstellen, dass er den optimalen Rahmen für die olympischen Dressurprüfungen abgegeben hatte.

Gleich hinter dem Hauptschloss baute man damals vor dem Springbrunnen Statuen und Rabatten ab, um 8.000 Zuschauer und den Parcours unterzubringen. Die deutsche Reiterin Liselott Linsenhoff gewann 1972 als erste Frau die Goldmedaille in der Dressur.

Schloss Nymphenburg stand jedoch bereits vor Olympia 1972 für alte reiterliche Tradition: An gleicher Stelle wurden bereits im 18. Jahrhundert die kurfürstlich-bayerischen Remonten geritten. Der weitläufige Schlosspark ist übrigens auch eine längere Pause wert. Mit seinen malerischen Parkburgen auf der einen Seite und als Kontrast dazu seiner teilweise nahezu unberührt anmutenden Natur stellt er ein Juwel mitten in der Stadt dar.

 

Angekommen: die Regattastrecke in Oberschleißheim

Um zum Ziel unserer Radtour zu gelangen, der Regattastrecke in Oberschleißheim, müssen wir uns nochmal etwas ins Zeug legen. Dafür werden wir mit einem landschaftlich sehr reizvollen Weg belohnt: Die Fahrt geht zunächst noch durch kleinere Vororte, später an Feldern und dem kleinen Feldmochinger See vorbei.

In Oberschleißheim fanden im Sommer 1972 Ruder- und Kanurenn-Wettbewerbe statt. Wie im Olympiazentrum hat man es auch hier geschafft, die Rennstrecke mit Büschen und Hecken harmonisch in die weiträumige Landschaft des Dachauer Moores einzubetten.

Die Fahrt zur Regattastrecke geht zunächst noch durch kleine Vororte, später an Feldern und dem kleinen Feldmochinger See vorbei.

Es ist ein beeindruckender Anblick, wenn die schnurgerade, 2.000 Meter lange Strecke vor einem auftaucht. Das Bassin speist sich übrigens durch das hohe Grundwasser der Gegend, das jedoch vom Start bis zum Ziel um rund fünf Meter fällt, weshalb der Startbereich entsprechend abgesenkt werden musste. Um zu verhindern, dass Algen das Becken überwuchern, setzten die Veranstalter 1972 nicht auf Chemie, sondern auf die Natur: Rund 5.000 Regenbogenforellen halten bis heute die Algen in Schach.

Um die 41.000 Menschen fieberten bei den Olympischen Spielen von den Tribünen aus bei den Rennen mit. Ein Auto mit vier Sprechern begleitete die Boote, um die Fans ständig auf dem Laufenden zu halten. Heute finden hier immer noch regelmäßig nationale und internationale Wettbewerbe statt, außerdem nutzt der Zentrale Hochschulsport die Anlage als Trainingsstrecke.

Wir haben Glück und dürfen an der Zielseite in eines der Bootshäuser schauen, in denen heute rund 400 Boote untergebracht sind. Besonders beeindruckend ist das Ruderboot der deutschen Mannschaft von Olympia 1968 in Mexiko, das die Technische Universität noch heute im Einsatz hat.

Ganz gemütlich beschließen wir den Tag gleich neben der Tribüne in einer Bar mit Strandfeeling bei Burgern und einer Halben Bier. Die Fahrt zur S-Bahn-Station Oberschleißheim, wo wir unsere Fahrräder in die S-Bahn laden und danach in die Innenstadt zurückfahren, dauert noch rund 20 Minuten.

 

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann sich in und um München auch noch weitere Austragungsorte ansehen:

Schwanthaler Höhe: temporäre Gewichtheberhalle, Ringer-Judo-Halle und zwei Fechthallen
Hochbrück: Schießanlage für Pistolenschießen im Modernen Fünfkampf
Poing: Geländestrecke für Military-Wettkämpfe mit 38.000 Zuschauern
Audi Dome (früher: Rudi-Sedlmayer-Halle): Basketball-Wettkämpfe mit rund 6.600 Sitzplätzen

 

München und einen Teil der olympischen Austragungsorte kann man übrigens auch ganz wunderbar zu Fuß erkunden: Bei unserer Nord-Süd-Passage sind wir an der BMW Welt gleich beim Olympiazentrum gestartet, durch den Englischen Garten gelaufen und dann tief in den Süden bis Hinterbrühl gewandert. Vom Prinzregententheater über den Englischen Garten zum Schloss Nymphenburg ging es hingegen bei unserer Ost-West-Passage

 

 

Text: Eveline Heinrich; Fotos: Frank Stolle