Jahreszeiten-Kalender

Januar: Aktiv ins neue Jahr

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Ausflug zum Jahreswechsel: Eislaufen auf dem Weßlinger See

Der Weßlinger See ist der kleinste See im Fünfseenland südlich von München. Er wird spöttisch auch gern „Weßlinger Badewanne“ genannt. Weil er außerdem weder Zu- noch Abfluss hat, friert er dank fehlender Strömung als erster See in der Region zu. In aller Regel ist es pünktlich zum Jahreswechsel so weit, was zu einer schönen Tradition führt: In der Silvesternacht stehen die Weßlinger erst auf dem See, um Raketen abzufeuern – am nächsten Morgen kommen sie dann mit ihren Schlittschuhen wieder. Den besten Zugang aufs Eis bietet der Steg am Kiosk. Der kleine, beliebte Imbiss hat an schönen Wintertagen geöffnet und versorgt das Eispublikum mit heißem Punsch und Würsteln. Die Anfahrt mit der S-Bahn vom Marienplatz nach Weßling dauert rund 35 Minuten. Vom Bahnhof sind es nur wenige Fußminuten bis zum Ufer. Wer sich unsicher ist, ob das Eis trägt, bleibt am besten in Ufernähe, wo es tendenziell dicker und weniger brüchig ist. Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft empfiehlt, den Gang aufs Eis erst bei einer Stärke von mindestens 15 Zentimetern anzutreten.

 

Sportlich ins neue Jahr: Eisstockschießen am Kanal

Sobald der Nymphenburger Kanal zugefroren ist (was fast jeden Januar der Fall ist), ist es wieder Zeit für eine der liebsten Wintersportarten der Münchner: Eisstockschießen. Die Regeln sind schnell erklärt, sie erinnern an Boccia. Auf dem Eis wird ein Ziel platziert, die sogenannte Daube. Anschließend schießt jeder Spieler seinen Eisstock: einfach locker schwingen, einen Schritt nach vorne machen – und loslassen. Wer seinen Stock am nächsten an die Daube schiebt, gewinnt. Im Idealfall schussert man dabei noch die Stöcke seiner Gegner aus dem Weg. Bahnen samt Daube und Eisstöcken können bequem direkt am Kanal gemietet werden. Glühweinstände helfen mit Zielwasser. Tipp: Das Eis in Nymphenburg ist unterschiedlich dick, im flachen Schlossrondell friert es schneller zu als auf dem etwas tieferen Kanal. Unter 089 509336 informiert zum Beispiel der Schlitterclub über den aktuellen Eis-Stand.

Detox nach den Festtagen: Warme Suppe im Bauch

Wenn draußen die Kälte an die Fensterscheiben klirrt, gibt es wenig Besseres, als sich mit einem Teller heißer Suppe aufzuwärmen. Eine der besten Adressen dafür ist die Münchner Suppenküche am Viktualienmarkt. Auf der Karte stehen dort zahlreiche traditionelle Gerichte aus dem Alpenraum, etwa Leberknödelsuppe, Saures Lüngerl mit Semmelknödeln oder Gulaschsuppe Wiener Art – es gibt aber auch vegetarische Angebote. Dazu reicht man frisches Brot. Als Alternative im Münchner Westen hat sich das „Gusto“ zwischen Arnulfstraße und Rotkreuzplatz etabliert. Das Angebot wechselt täglich; Freunden der Tomatensuppe sei die „Bloody Mary“ mit Staudensellerie, Koriander und Zimt empfohlen. Die vielleicht kreativste Suppenauswahl der Stadt offeriert das „Urban Soup“ in der Rumfordstraße 7. „Butternut Roasted Chicken“ zum Beispiel, eine Kreation aus Kürbis, Kokosnuss, Petersilie und Hühnerfleisch. Oder „Himalayan Dhal“ mit Kreuzkümmel, Fenchel, Paprika, Lauch, Roten Linsen und Chili. Guten Appetit!

Mehr zum Thema: Was passiert eigentlich im Museum, wenn die Türen geschlossen, die Säle verdunkelt und die letzten Besucher gegangen sind? Unsere Autorin hat eine Nacht im Museum Fünf Kontinente verbracht: Allein unter Voodoo-Masken.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper