Aufenthaltsvorschläge

Die besten Tipps für einen nachhaltigen Besuch

In München gibt es immer etwas zu entdecken, ob nun in 4 oder 24 Stunden, an einem verlängerten Wochenende oder gleich in einer ganzen Woche. Ein paar Vorschläge für Ihren nachhaltigen Aufenthalt in München!

München wirkt bereits auf den ersten Blick entspannt und grün aufgrund seiner Parks und der vielen Einheimischen, die mit dem Rad unterwegs sind. Auf den zweiten Blick stellt man dann an der Vielzahl unterschiedlicher Projekte, Events, Shoppingmöglichkeiten und Initivativen fest, dass die Stadt Stück für Stück nachhaltiger wird – und eben diese Nachhaltigkeit erlebbar ist.

 

Stopover: 4 Stunden

Bei einem kurzen Stopover lohnt es sich, ein MVG-Rad auszuleihen und die Innenstadt damit stressfrei, gesund und flexibel zu erleben. Sollte das Wetter nicht mitspielen, können Sie die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, da das gesamte Netz sehr gut ausgebaut ist. In vier Stunden lassen sich die Altstadt und das daran angrenzende Glockenbachviertel gut verbinden. Schlendern Sie zu Beginn über den Marienplatz in Richtung Viktualienmarkt, wo regionale, saisonale und frische Produkte sowie Souvenirs angeboten werden.

Video: einfach genießen

Von hier aus ist es nur ein Katzensprung ins Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel, wo kleine und große Boutiquen nachhaltiger Labels darauf warten, entdeckt zu werden: Im About Given und bei akjumii gibt es faire Mode und Accessoires. Bei Saskia Diez können Sie nachhaltigen Schmuck kaufen und im schönen Store von nkm gibt es vegane Naturkosmetik – hergestellt in München aus reinen, regionalen Inhaltsstoffen. Weitere Bio-Labels, Spielsachen für Kinder sowie Papeterie finden Sie übrigens bei Auryn. Wer tiefer in das Thema eintauchen möchte, kann bei Green Fashion Tours eine Führung buchen, um nicht nur die jeweiligen Läden ausfindig zu machen, sondern auch mit nachhaltigen Designer*innen ins Gespräch zu kommen.

 

Kurztrip: 1 Tag

Wenn sie einen ganzen Tag in München verbringen, dann hängen Sie bei gutem Wetter einen Spaziergang durch den Englischen Garten an. Die Grünanlage gehört zu den größten innerstädtischen Parks der Welt und ist sehr vielfältig mit den Surfern auf der Eisbachwelle im Süden und dem wilden, weitläufigen Nordteil. Einkehren können Sie beispielsweise im Biergarten vom traditionellen Milchhäusl, wo ausschließlich Bio-Speisen aus Bayern serviert werden.

Alternativ können Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zum Ostbahnhof fahren und sich das entstehende Werksviertel-Mitte anschauen. Hier stecken kreative Menschen die Köpfe zusammen für spannende Nachhaltigkeitskonzepte wie die Almschule auf dem Dach des WERK3 sowie Zwischen- und Zweitnutzungen. Wenn Sie nach Ihrem Streifzug hungrig sind, kehren Sie am besten im integrativen Deli von Katharina Inselkammer ein. In der „Kunst Werk Küche“ arbeiten Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, denn Inklusion wird hier genauso groß geschrieben wie leckeres Essen – ein schönes Beispiel für den sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit.

 

Wochenende: 2 Tage

Probieren Sie am zweiten Tag das Stadtwandern aus. Sie können die verschiedenen Viertel mit ihren Sehenswürdigkeiten entweder von Ost nach West oder von Nord nach Süd erwandern und die Touren natürlich abkürzen oder kombinieren. Nach so einem sportlichen Tag sind Sie am Abend sicher hungrig: Beim Klinglwirt erleben Sie die bayerische Küche ganz nachhaltig, denn es handelt sich um das erste Öko-Wirtshaus der Stadt. Die Karte enthält auch vegetarische Gerichte – es stehen Bio-Spinatknödel oder auch Schupfnudeln mit Bio-Sauerkraut auf der Karte – während das Fleisch für Biergulasch, Schnitzel und Co. von artgerecht gehaltenen Tieren aus der Umgebung stammt.

Wenn Sie nach dem Abendessen noch nicht müde sind, sondern auch kulturell etwas erleben möchten, dann besuchen Sie eins der charmanten unabhängigen Kinos. Die Münchnerinnen und Münchner setzen sich regelmäßig dafür ein, diese kulturellen Institutionen zu erhalten – wie zum Beispiel die über 100 Jahre alten Kinos „Studio Isabella“ und das „Filmtheater am Sendlinger Tor“. Statt Kino können Sie auch den Münchner Kleinkunstbühnen einen Besuch abstatten. Viele von ihnen sind Urgesteine im Kulturbetrieb, familiengeführt und voller Liebe zum Detail.

München erleben: 4 Tage

Sie können noch zwei Tage dranhängen? Dann besuchen Sie am dritten Tag das Museum Mensch & Natur mit seinen zahlreichen interessanten Ausstellungen. Im Anschluss können Sie den Tag auf dem weitläufigen Gelände des Schloss Nymphenburg verbringen. Der Park ist nämlich nicht nur bekannt für seine idyllische Anlage, sondern auch für seine seltenen Tier- und Pflanzenarten: Insgesamt 17 Säugetier- und 175 Vogelarten leben hier, unter anderem Fledermüse, Ringelnattern oder auch der Mäusebussard. Unsere Autorin hat sich mal umgesehen.

Eine kulinarische Besonderheit, die den Tag perfekt abrundet, ist das Sternerestaurant Tian am Viktualienmarkt. Hier werden die Produkte von der Wurzel bis zum Blatt verarbeitet, die Kreationen sind rein vegetarisch/vegan und lassen keine Wünsche offen – eine klimafreundliche Küche, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern.

Am nächsten Tag ist ein Besuch des mehrfach ausgezeichneten Ökologischen Bildungszentrums empfehlenswert, was sich auch mit Kindern gut vereinbaren lässt. Im Zentrum stehen hier die Umweltbildung und die Frage, wie sich München zukunftsfähig entwickeln kann. Neben einem vielfältigen Programm, das sich auch an Kinder und Jugendliche richtet, gibt es bei schönem Wetter auf dem dazugehörigen Außengelände mit Spielfläche und Feuchtbiotope viel zu entdecken.

Wahlweise können Sie auch die Führung „München wird besser“ buchen, einem solidarisch-ökologischen Spaziergang durch die Stadt. Hier werden interessante Spots angesteuert wie der soziale Betrieb der Kammerspiele Kantine, ein besonderer Schraubenladen, der exemplarisch für das traditionelle Handwerk Münchens steht, und der Wochenmarkt auf dem St. Anna Platz.

Einen schönen Ausklang des Tages bietet das Giesinger Grünspitz, einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit Green City e.V. Hier wird seit mehreren Jahren eine Freifläche unter Kastanienbäumen als offener Raum für alle angeboten und von der Nachbarschaft mitgestaltet. Sie können dort am Kiosk etwas essen und trinken oder sich selbst versorgen. Auch ein Programm wird regelmäßig auf die Beine gestellt, es umfasst Filmabende, Lesungen oder kleine Konzerte.

Alternativ ist das Roecklplatz der perfekte Ort, um den Tag abzurunden. Das vielgelobte Restaurant ist ein Kooperationsprojekt von Sozialer Arbeit und Freier Wirtschaft: Junge Menschen, die gesellschaftlich benachteiligt sind, werden hier ausgebildet, mindestens ein Platz geht immer an junge Geflüchtete. Die hochwertige Karte umfasst leckere Klassiker, aber auch vegane und vegetarische Speisen.

München genießen: Eine Woche

Bei einer ganzen Woche Aufenthalt lohnt sich am fünften Tag ein Ausflug ins Umland – zum Beispiel ins Fünf-Seen-Land, wo Sie entspannt mit der S-Bahn hinkommen und viele Wanderwege warten: Wie wäre es mit dem Spaziergang auf Sisis Spuren von Possenhofen nach Tutzing? Oder Sie steigen in die Bayerische Regiobahn (BRB) und fahren etwas weiter, zum Beispiel an den Tegernsee. Hier können Sie nachlesen, wie sich das Tegernseer Tal der Nachhaltigkeit verpflichtet. Ein Highlight ist sicherlich die Tour mit E-Mountainbikes über Forst- und Nebenstraßen, wo bei verschiedenen Bauernhöfen regionale Schmankerl auf Sie warten.

Starten Sie den nächsten Morgen ganz entspannt bei einem ausgiebigen Frühstück in Emmi's Kitchen. In den beiden Filialen gibt es ausschließlich veganes Essen, was man aber spätestens bei den üppigen Pancakes vollkommen vergisst. Wer länger sitzen bleibt, kann auch mittags einen Beyond-Meat-Burger probieren – die Betreiber*innen waren die ersten in München, die sich darauf spezialisiert haben.

Danach lockt ein Besuch im Walderlebniszentrum Grünwald oder Sie besuchen eins der größten Wissenschaftsmuseen der Welt, das Deutsche Museum, insbesondere die Ausstellung „Mensch und Umwelt“. Nur einen Steinwurf entfernt befindet sich der zum Muffatwerk gehörige Biergarten, ein zertifizierter Ökobetrieb.

Wenn Sie lieber Wein statt Bier trinken, dann schauen Sie im Weinberg in Obergiesing vorbei für eine Weinverkostung – die edlen Tropfen, die hier ausgeschenkt werden, kommen direkt aus nachhaltigen Familienbetrieben. Eine Flasche als Souvenir wandert sicherlich ins Gepäck!

Den letzten Tag in München können Sie entspannt beginnen mit einem Spaziergang durch den Rosengarten oder einer interessanten Wildkräuterwanderung, bei der Sie lernen, wie viel Essbares mitten in der Stadt und entlang der Isar wild wächst. Danach lockt ein Bummel über die Flohmärkte der Stadt, von denen viele in den schönen Hinterhöfen der Viertel Haidhausen oder im Westend stattfinden. Informationen, wann diese stattfinden, finden Sie hier und hier.

Falls es regnet, lohnt sich ein Streifzug durch die hochwertigen Münchner Secondhand-Shops – denn nirgendwo sonst lässt sich Luxus mit Nachhaltigkeit so gut kombinieren. Je nachdem, wo Sie unterwegs sind, können Sie ein letztes Mal wunderbar einkehren in ein Café oder Restaurant mit Fokus auf die vegane Bandbreite von regionalen Speisen. Hier gibt es eine tolle Auswahl.

Nachhaltige Tipps

  • An einem von acht Brunnen können Sie am Viktualienmarkt Ihre Flasche auffüllen. Das Leitungswasser in München ist eins der besten in Europa, es entspringt im bayerischen Voralpenland. Sie können es aus der Leitung und an jedem Brunnen in der ganzen Stadt trinken (es sei denn, es ist als nicht trinkbar gekennzeichnet) und so auf die Plastikflasche im Supermarkt verzichten.
     
  • Ihren Thermo- oder Kaffeebecher to go nehmen die Baristas dieser Stadt gerne entgegen. Sollten Sie ihn zu Hause vergessen haben, gibt es in München verschiedene Möglichkeiten, um Plastik zu sparen – zum Beispiel mit RECUP, das Pfandsystem, bei dem die meisten Cafés bereits mitmachen.
     
  • Sie haben die Möglichkeit, sich kostenlos ein Lastenrad zu leihen und somit nicht nur flexibel die Stadt zu erkunden, sondern auch Größeres ohne Auto zu transportieren.
     
  • Wenn Sie ein Hotel suchen, das nachhaltige Konzepte umsetzt, dann sind die Cocoon Hotels in der Innenstadt oder das Soulmade in Garching einen Besuch wert. Wer etwas außerhalb schlafen möchte, findet in Parsdorf mit dem Das Bader eine tolle nachhaltige Unterkunft.

 

 

Text: München Tourismus; Fotos: Frank Stolle, Dominik Parzinger