Münchner Labels

Dance dahoam: Mixtapes von Münchner Labels

Münchens Nachtleben hält gerade einen Dornröschenschlaf. The Sound of Munich aber ist wach und pulsierend. Wir stellen die drei wichtigsten Münchner Dancemusic-Labels vor – dazu gibt’s jeweils einen Mix von den Machern. Bis draußen wieder gefeiert werden darf, wird eben zu Hause getanzt!

Public Possession

2012 gegründet, ist Public Possession eines der spannendsten Labels in München. Die beiden Macher Valentino Betz und Marvin Schuhmann veröffentlichen unter Public Possession nicht nur Musik, sie betreiben in der Klenzestraße auch einen Plattenladen, machen Mode, Kalenderküchentücher, Catering, Bücher und unfassbar lustige Zeichnungen. Ähnlich divers ist auch der Sound von Public Possession. Die meisten Veröffentlichungen haben mit House und Disco zu tun, daneben gibt es aber auch sehr schräges Zeug wie Folk aus Fernost.

 

In the Mix: Marvin und Valentino, Public Possession DJs

 

Was war die Idee hinter dem Mix?
Wir haben den Mix ursprünglich für den britischen Radiosender rinse.fm gemacht. Er ist Teil einer Serie, in der sich Plattenläden vorstellen. Er enthält viel veröffentlichtes und unveröffentlichtes Material von unserem Label plus ein paar kürzlich erschienene Veröffentlichungen, die wir auch im Laden verkauft haben.

Was macht ihr nun während der Krise?
Wir versuchen so gut es geht weiterzumachen, es gibt genug zu tun mit dem Label und unserer nicht DJ-bezogenen Arbeit. Man hat etwas mehr Zeit, die nützen wir, um Ideen für neue Projekte zu sammeln und mit unserer Familie zusammen zu sein.

Wie werdet ihr das Ende der Krise feiern?
Das fühlt sich gerade irgendwie noch sehr weit weg an. Man wird sich vermutlich langsam wieder an die Normalität rantasten müssen. Wenn es dann so weit ist, dass die Clubs wieder öffnen können, wird das Auflegen so viel Spaß machen wie noch nie.

 

Der Mix:

soundcloud.com/publicpossession

Ruffhouse

Der Name ist Programm. Für warme Disco-Sounds interessiert man sich bei einem der jüngeren Münchner Labels weniger. Dafür für alles, was knallt. Von der Musik her passt das Label eher nach England als ins beschauliche München. Harte, oft gebrochene Beats, tonnenschwerer Bass, schrille, sirenenhafte Geräusche – oft Rap oder Gesang, der klingt, als käme er direkt aus London, Atlanta oder Kingston. Im Gegensatz zu anderen Dancefloor-Mixes geht es hier um maximale Vielfalt. Alle paar Minuten wird das Steuer mit quietschenden Reifen rumgerissen, jedoch immer perfekt gemixt. Für einige ist das sicherlich zu hektisch, aber die Ruffhouse-Partys sind mit die wildesten in München.

 

In the Mix: Silviu Slavu alias Top Shotta, DJ und Labelchef

 

Was ist die Idee des Mixes?
Ich nahm den Mix für die Radioshow des legendären britischen DJs Marcus Nasty auf. Eine absolute Ehre für mich! Die Idee war, Tracks zusammenzuschmeißen, die mir gerade gut gefallen und auf dem Dancefloor gut funktionieren, und damit eine Art Storytelling mit Höhen und Tiefen zu machen.

Was war die letzte Party, auf der ihr mit eurem Label aufgelegt habt?
Die letzte Party, auf der wir aufgelegt haben, war die Eröffnung des Archivs im Kunstverein München. Das war, wie immer da, einfach viel zu gut.

Was machst du während der Krise?
Versuchen, das Beste daraus zu machen. Ich fahre viel Rennrad und bereite Releases vor.

Wie werdet ihr das Ende der Krise feiern?
Mit einer großen Geburtstagsparty, bei der alle Ruffhouse-Member von Helsinki bis Seoul dabei sind!

 

Der Mix:

soundcloud.com/ruffhouse-industries

Permanent Vacation

Permanent Vacation wurde 2006 gegründet und stand zu Beginn in einer großen Tradition: Munich Disco. Die Geschwindigkeit war langsam, der Sound warm, tief und doch exzessiv. In den Jahren entwickelten die beiden Labelmacher Benjamin Fröhlich und Tom Bioly Permanent Vacation zu einer der wichtigsten Adressen für Dance Music in Deutschland, Künstler aus der ganzen Welt veröffentlichen hier regelmäßig. Die Musik erweiterte sich in Richtung Techno und House, blieb aber immer der freundlichen Wärme der Münchner Nächte treu.

 

In the Mix: Benjamin Fröhlich, einer der beiden Labelmacher

 

Was war die Idee hinter dem Mix?
Die Idee des Mixes ist es, vergessene Schätze und geheime Hits aus unserem Katalog wieder ans Licht zu befördern. Zwei Stunden knackige Tanztherapie fürs Wohnzimmer – nur mit Permanent-Vacation-Material. Man kann die Tracks, dann in Form einer Compilation, auch auf unserer Bandcamp-Seite kaufen. Der Erlös geht an die Flüchtlingshilfe.

Wo wurde der Mix aufgenommen?
Bei mir zu Hause, in meinem Wohnzimmer. Da bin ich gerade öfter.

Was war die letzte Party, auf der du warst?
Die war in Frankfurt. Dort habe ich mich tatsächlich mit Corona infiziert. Auf jeden Fall hatte ich es danach.

Wie wirst du das Ende der Krise feiern?
Mit vielen Leuten tanzend. Und mit einer bis dahin hoffentlich frisch gestrichenen Wohnung.

 

Der Mix:

soundcloud.com/permvac

 

 

Text: Paul-Philipp Hanske; Fotos: Frank Stolle

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