Überblick und Test: Abenteuer Stadtviertel

Alles München oder was?

Kennt man eines, kennt man alle? Von wegen. Münchens Stadtviertel könnten unterschiedlicher nicht sein. Finden Sie bei unserem Test heraus, für welches Viertel Ihr Herz am meisten schlägt und erfahren Sie anschließend, wie München vom mittelalterlichen Marktflecken zur vielseitigen Millionenstadt wurde.

Herzlich Willkommen! München hält in seinen Stadtvierteln das volle Kontrastprogramm für Sie bereit. Hier gibt es unzählige Erlebnismöglichkeiten zwischen Oper und Olympiapark, Graffiti und Griechenland, Uni und UFO, BMW und Barock, Königen und Karussells, Pinakotheken und dem Pumuckl. Hier gibt es „die Roten“ vom FC Bayern genauso wie den Blauen Reiter und wo ging es gleich nochmal „Zur Sache Schätzchen“?

Manches gibt Rätsel auf: Wer außer Pippi Langstrumpf könnte es geschafft haben, den alten Dampfer auf die Brücke im Schlachthofviertel zu bugsieren? Ein Spaziergang durch die Isarmetropole räumt endgültig auf mit dem Klischee vom etwas behäbigen Millionendorf: Im Bahnhofsviertel finden sich Cafés, die sind so orientalisch, in Haidhausen Straßenzüge, die sind so pariserisch und im Westpark im Münchner Westend Tempel, die sind so asiatisch, dass man sich fragt, ob es sich hier wirklich noch um ein und dieselbe Stadt handelt.

Wie soll man sich da entscheiden? Bei unserem Stadtteil-Selbsttest erfahren Sie ganz einfach, wenn auch mit einem Augenzwinkern, welches Viertel besonders gut zu Ihnen passt.

Test: Welches Stadtviertel passt zu mir?

Frage x von y

Ist das passende Viertel gefunden, dann nichts wie hin! Gehen Sie auf Entdeckungsreise mit den Öffentlichen, dem Fahrrad oder auch zu Fuß. Kein Weg ist in München wirklich weit.

Viel Spaß bei Ihrem ganz persönlichen Abenteuer in den Münchner Stadtvierteln!

Bis München zu der lebens- und liebenswerten Kultur- und Genussmetropole wurde, wie wir sie heute kennen, ist viel Wasser die Isar herunter geflossen.

 

Eine kleine Geschichte der Münchner Stadtviertel

Am Anfang war München ein kleines Oval. Der ummauerte mittelalterliche Marktplatz maß gerade mal 17 Hektar. Zum Vergleich: Der Münchner Olympiapark ist genau fünf Mal so groß. Das 1158 erstmals urkundlich erwähnte „Munichen“ entwickelte sich unter seinem Gründer, dem Welfen Heinrich dem Löwen, zu einem aufstrebenden Handelsplatz, für den es bald zu eng wurde, so dass bereits 100 Jahre nach seiner Gründung eine Stadterweiterung anstand.

Im 13. Jahrhundert sorgten die Wittelsbacher Herzöge dafür, dass durch einen zweiten Mauerring deutlich mehr Platz geschaffen wurde für ihre zukünftige Residenzstadt. Aus dem kleinen Oval wurde das, was wir heute als Altstadt bezeichnen: ein großer befestigter Pilz. Von den zahlreichen Stadttoren blieben drei erhalten: das Sendlinger Tor, das Karlstor und das Isartor. Die mittelalterliche Stadt war in vier Teile geteilt, weswegen man von Stadtvierteln sprach. Der Begriff „Viertel“ ist, anders als in Städten, in denen es diese Unterteilung nie gab, zur Bezeichnung der Münchner Stadtteile bis heute gebräuchlich.

Ende des 18. Jahrhunderts begannen die Einheimischen, sich innerhalb der Stadtmauern, deren Tore zur Nachtzeit geschlossen wurden, eher eingesperrt als sicher zu fühlen. Ab 1791 wurde die Befestigung abgetragen und die Gräben zugeschüttet. Um den historischen Stadtkern herum entstanden die Vorstädte, allen voran die Maxvorstadt mit ihren weltberühmten Museen im Kunstareal, wenig später das Viertel rund um den Gärtnerplatz als eines der ersten Bauprojekte der Isarvorstadt.

Die Wittelsbacher waren begeisterte Kunstliebhaber und Bauherren. Architekturensembles aus der Zeit von König Ludwig I. (1786 – 1868), wie die Ludwigstraße, der Königsplatz mit der Glyptothek und die Pinakotheken prägen das Stadtbild bis heute.

Insider-Tipp: Stadtwandern

München ist so kompakt, dass man es an einem Tag durchwandern kann. Wir haben zwei Touren für Sie getestet:

Die 21 Kilometer lange Nord-Süd-Passage führt von der BMW Welt und dem Olympiapark immer der Sonne entgegen bis zu den Biergärten an der Isar im Süden der Stadt. Die Ost-West-Passage startet in Bogenhausen und endet in Schloss Nymphenburg. Beide Touren lassen sich auch bequem in mehreren Etappen zurücklegen.

Dann folgte die Eingemeindung von Orten, die weit älter waren als München und damals zum Teil selbst schon den Status einer Stadt inne hatten, wie die Au oder Schwabing. Bis 1900 waren alle, heute als Stadtviertel unter diesem Namen bekannten Orte eingemeindet. Nach Haidhausen und der Au folgten Giesing, Sendling, Neuhausen und Schwabing und zuletzt Bogenhausen, Nymphenburg und Thalkirchen.

Ganz unterschiedliche Siedlungen und Gemeinden wurden zu einem großen Ganzen zusammengewürfelt: Bauerndörfer, ehemalige Adelssitze, Herrenhäuser und Schloss Nymphenburg, aber auch städtische Gemeinden wie die Au mit ihrer Arbeitervorstadt Haidhausen. Der sehr unterschiedliche Charakter ist bis heute spürbar, jedes Viertel ist eine eigene Welt.

 

Gut zu wissen: Erleben Sie Münchens Stadtviertel in bester Gesellschaft. Bei der zweistündigen Tour Viertelliebe führen unsere geprüften Guides Sie zu ihren Lieblingsplätzen in den Münchner Stadtvierteln: von Schwabing bis zum Schlachthofviertel.

 

 

Text: Karoline Graf; Fotos: Frank Stolle, Dominik Morbitzer, Fabian Christ, Redline Enterprises, Waldperle1