Initiative Various Others

München – Mekka der zeitgenössischen Kunst

Was Anzahl und Qualität der Ausstellungsorte für zeitgenössische Kunst angeht, steht München in einer Reihe mit den großen Kunstmetropolen Europas und der Welt. Im Spätsommer kommen im Rahmen der Initiative Various Others zusätzlich 19 internationale Galerien in die Landeshauptstadt, um gemeinsam mit den hier ansässigen Kuratoren, Sammlern, Künstlern und Galeristen erarbeitete Ausstellungen und Projekte zu zeigen. Mit an Bord sind zahlreiche etablierte Partner aber auch aufstrebende Galerien.

Während Kunstmessen auf der ganzen Welt abgesagt werden, hat München mit Various Others das ultimative Konzept, um internationale, zeitgenössische Kunst an vielen Orten in der ganzen Stadt zu erleben und sich darüber auszutauschen. Die Initiative, die heuer zum dritten Mal in München stattfindet, bietet allein am Eröffnungswochenende vom 9. bis zum 13. September rund 20 Ausstellungseröffnungen in Galerien, Museen und Off-Spaces.

Mit über 50 weiteren Veranstaltungen, wie Künstlergesprächen, Ausstellungsführungen mit den Kuratoren, Performances, Screenings, Buchpräsentationen und Aktionen im öffentlichen Raum geht es bis Mitte Oktober weiter. Zu Gast in München sind Galerien aus Wien, Zürich, London, Paris, Madrid, Bangalore und New York. Sie bereichern das Münchner Angebot nicht zuletzt durch eine Reihe von Stars der internationalen Kunstszene. Die Kunst soll natürlich ihre Käufer finden, ganz ausdrücklich richtet sich diese sehr kommunikative Kunstmesse aber vor allem auch an ein kunstinteressiertes Publikum.

Various Others baut nicht allein auf die Ausstellungstätigkeit der Münchner Galeristen und ihrer Partner. Die gesamte Münchner Kulturlandschaft tritt auf den Plan und zeigt, was sie in puncto zeitgenössischer Kunst auf höchstem Niveau zu bieten hat. So eröffnet das Museum Brandhorst seine Herbstausstellung mit Werken der amerikanischen Künstlerin Lucy McKenzie bewusst im Rahmen von Various Others. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der 1977 in Glasgow geborenen Künstlerin. Die Sammlung Goetz zeigt an fünf öffentlichen Orten eine Arbeit des 1996 verstorbenen kubanischen Künstlers Félix González-Torres. Seine Arbeiten waren bereits 1995 Gegenstand einer Ausstellung im Guggenheim Museum in New York.

Various Others baut nicht allein auf die Ausstellungstätigkeit der Münchner Galeristen und ihrer Partner. Die gesamte Münchner Kulturlandschaft tritt auf den Plan und zeigt, was sie in puncto zeitgenössischer Kunst auf höchstem Niveau zu bieten hat.

Die Verbindung zur Hauptstadt steht dieses Jahr in einem besonderen Fokus. Berlin ist bei Various Others mit insgesamt sechs Galerien vertreten. Darunter finden sich sowohl etablierte Galeristen als auch spannende Newcomer. Zu den prominenten Vertretern zählt die Berliner Galerie Johann König. Sie hat den deutschen Bildhauer und Installations- und Objektkünstler Michael Sailstorfer im Gepäck und wird bei Rüdiger Schöttle in der Amalienstraße zu Gast sein. Die Münchner Galeristin Christine Mayer kooperiert mit den Berliner Kollegen von Contemporary Fine Arts (CFA). Gemeinsam setzen sie Gemälde des Münchner Künstlers Thomas von  Poschinger in Dialog mit denen des Berliner Shootingstars Henning Strassberger. Die renommierte Galerie Walter Storms, heuer zum ersten Mal dabei, hat die Berliner Top-Galeristin Esther Schipper zu sich eingeladen.

Der Kunstraum München im Glockenbachviertel hat sich mit Partnern aus Berlin und Indien für ein überraschendes Gemeinschaftsprojekt unter dem Titel „Responsive Curating“ zusammengetan. Dahinter verbirgt sich ein Ausstellungskonzept, das in den 1960er-Jahren entstand und wie dafür geschaffen scheint, den Herausforderungen durch die Pandemie zu begegnen. Weder müssen sich die beteiligten Künstler nämlich auf Reisen begeben, noch muss Material verschickt werden. „Responsive Curating“ basiert darauf, dass der Künstler kein fertiges Kunstwerk liefert, sondern dem Kurator eine genaue Arbeitsanleitung liefert, wie er das Kunstwerk vor Ort aufzubauen hat.

Unter dem Titel „Responsive Curating“ verbirgt sich ein Ausstellungskonzept, das in den 1960er-Jahren entstand und wie dafür geschaffen scheint, den Herausforderungen durch die Pandemie zu begegnen.

Auch die Galerien aus anderen europäischen Hauptstädten kooperieren mit den Münchnern. „Il Mondo Umano“ist der letzte Part einer Trilogie, die die Galerie Klüser im Rahmen von Various Others 2018 und 2019 mit „Il Mondo Botanico“ und „Il Mondo Animale“ begonnen hat. Die finale Show „Il Mondo Umano“ ist eine Kooperation mit der Wiener Galerie Christine König. Gemeinsam zeigen sie unter anderem Arbeiten der amerikanischen Fotografin Cindy Sherman und des nicht weniger bedeutenden deutschen Fotografen Jürgen Teller. Eine aufwendige Sherman-Retrospektive zeigte das Museum of Modern Art in New York bereits 2012; Teller wurde Anfang der 1990er Jahre durch seine Porträts von Musikern wie Kurt Cobain oder Patti Smith bekannt.


Um ihre Ausstellung „Joker“ im Programmheft darzustellen, haben die Galeristen von „Jahn und Jahn“ in München, der „garcía galería“ Madrid und der „Thomas Dane Gallery“ London ein Zitat des Sprachkünstlers Peter Handke gewählt. Denn es geht in dem gemeinsamen Ausstellungsprojekt nicht zuletzt darum, wie mit Hilfe von Sprache Bilder entstehen. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten der Künstlerlegende Marcel Broodthaers.

Die Plattform K in der Lothringer 13 Halle hat gleich eine ganze Wohnung eingerichtet, um dort Modelle und Praktiken des Zusammenlebens künstlerisch zu erproben.

Auch erfolgreiche Münchner Nachwuchskünstler erhalten im Rahmen von Various Others ihre Bühne. So präsentiert das Kunstauktionshaus Karl&Faber „Sleepy Ride to the Airport“, ein Video des 1990 geborenen Künstlers Paul Valentin. Der Absolvent der Münchner Kunstakademie wurde im vergangenen Jahr für sein Vorgänger-Video mit dem Karl&Faber-Preis der Stiftung Kunstakademie München ausgezeichnet.

Die Plattform K in der Lothringer 13 Halle hat gleich eine ganze Wohnung eingerichtet, um dort Modelle und Praktiken des Zusammenlebens künstlerisch zu erproben. Mehr als 40 Künstler und Forscher aus München und der Welt sind der Einladung zum Gemeinschaftsprojekt „This house is not a home“ gefolgt. Zwischen selbst gezimmertem Mobiliar finden Lesungen und Performances statt, praktische Fähigkeiten werden in Workshops vermittelt, und gemeinsam erprobt und wechselnde Gastgeber und Gastgeberinnen laden sogar hierher zum Abendessen ein.

Das gesamte Programm der Initiative Various Others mit allen Ausstellungsorten finden Sie hier.

 

 

Fotos: Juergen Teller; Keith Park; Megan Frances Sullivan;  Paris&Peres Projects Berlin

Coronavirus

Urlaub in München ist endlich wieder möglich! Hotels und Pensionen können wieder Gäste empfangen, Museen und Galerien sind eröffnet, Gästeführungen wieder möglich, auch die Gastronomie darf drinnen und draußen wieder Gäste bewirten. Für sämtliche Attraktionen und Leistungsträger gelten strenge Hygieneauflagen. Alle wichtigen Informationen zum Coronavirus und Ihrem Aufenthalt in München finden Sie hier. In unserem Live-Ticker finden Sie außerdem tagesaktuelle Tipps rund um die Themen Events, Shopping, Gastronomie und Kultur. Bis bald in München!