Siegestor

Den Römern abgekupfert

Der Triumphbogen am Anfang der Flaniermeile Leopoldstraße erzählt von Münchens Liebe zu Italien und ist ein Mahnmal für den Frieden.

Das Siegestor mit der markanten Quadriga, bestehend aus der Bavaria mit ihrem Löwengespann, markiert das Ende der Ludwigstraße und den Beginn des Münchner Stadtteils Schwabing.

Als die Bauarbeiten für die neue, nach ihrem Bauherrn König Ludwig I. benannte Prachtstraße Mitte des 19. Jahrhunderts begannen, war Schwabing noch ein Dorf. Jenseits des Siegestors lagen Felder und Wiesen. Der Triumphbogen ist das Pendant zur Feldherrnhalle am Odeonsplatz, beide wurden vom König bei seinem Hofarchitekten Friedrich von Gärtner in Auftrag gegeben.

Vorbild für das Tor war der Konstantinbogen in Rom. Wie die Feldherrnhalle ließ Ludwig I. auch das Siegestor zu Ehren des Bayerischen Heeres errichten. Die Inschrift auf der Schwabinger Seite des Tores erzählt noch heute von dieser Widmung, wie auch die Bildmotive der Reliefs mit ihren Kampfszenen.

Die nach 1945 angebrachte Inschrift auf der Südseite spricht dagegen eine andere Sprache „Dem Sieg geweiht - Vom Krieg zerstört - Zum Frieden mahnend“ heißt es da. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Tor schwer beschädigt. In Anbetracht der schweren Zerstörungen und der Kriegsschuld verzichtete man beim Wiederaufbau bewusst auf jegliches Brimborium und das Tor wurde zum Friedensmahnmal.

Zu den Olympischen Sommerspielen 1972 in München kehrte die wiederhergestellte Quadriga an ihren Platz auf dem Tor zurück. Seit der Zeit von Ludwig I. ist München nach Norden hin kräftig gewachsen. Hinter dem Siegestor beginnt die Schwabinger Flaniermeile Leopoldstraße mit ihren Cafés und Geschäften. In der Sichtachse vom Odeonsplatz gegen Norden überragen moderne Großstadtbauten, wie das 123 Meter hohe Langenscheidt-Hochhaus, das Siegestor am Ende der Ludwigstraße.

 

 

Foto: Peter Hutzler

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