Interview mit den Machern der Unbelievabowls

„Für uns ist München die beste Stadt überhaupt”

Philip Hofmann und Jonas Lembeck studieren an der Hochschule für Fernsehen und Film München, sind aber auch seit 2018 mit ihrem Start-up Le Hof Media GmbH im Filmbusiness tätig – und das sehr erfolgreich. Für München Tourismus haben sie mit ihrem Kommilitonen Diego Oliva den Spot The Unbelivabowls gedreht. Wir haben mit den dreien über die kreative Seite Münchens, das nicht immer einfache Making-of der Unbelivabowls und ihre liebsten Orte in der Stadt gesprochen.

Im Winter 2016/17 startete München Tourismus mit der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) einen Ideenwettbewerb für einen Werbespot für die Destination München. 2019 bekam Le Hof Media den Zuschlag für die Unbelievabowls. Der Film ist damit das dritte gemeinsame Projekt von München Tourismus und der HFF.

Kennengelernt haben sich die Gründer von Le Hof Media beim gemeinsamen Studium. Nachdem die ersten Studentenfilme zusammen produziert worden waren, hatten Philip Hofmann und Jonas Lembeck auf dem Oktoberfest die Idee für das Start-up. Am nächsten Morgen ging es „noch in Lederhose“ direkt zur Gründung. Mittlerweile gibt es ein festes Team von fünf Leuten – bei größeren Projekten werden weitere Young Professionals eingebunden.

Die Inhaber sehen ihre Firma als integriertes Medienunternehmen: Im Social-first-Zeitalter fallen für sie die Produktion von Stoffen auf der einen Seite und der Werbemarkt immer mehr zusammen. Le Hof Media produziert also vom filmischen Content bis zur dazugehörigen Kampagne alles aus einer Hand.

Video: The Unbelievabowls

Ist München eine gute Stadt, um im Filmbusiness durchzustarten?

Philip: Für uns ist es die beste Stadt überhaupt. München ist sowohl von den Locations als auch von den Firmen her sehr vielseitig. Es bietet eine gute Mischung aus talentierten jungen Leuten und den wichtigsten Unternehmen der Branche.

Zieht ihr aus München Kreativität?

Jonas: Ja. Es gibt in München so viele neue Plätze, die man immer wieder neu entdeckt. Unsere Brainstormings für den Spot The Unbelievabowls fanden deshalb auch oft im Englischen Garten oder an der Isar statt. Man wird hier praktisch ständig inspiriert.

Diego: Ich ziehe Kreativität aus der Interaktion mit Menschen. Man bekommt alleine durch die Gespräche mit Leuten und durchs Beobachten viele Ideen. Wenn man genauer hinschaut, entdeckt man immer etwas Besonderes.

Wird die Neugründung von Start-ups wie Le Hof Media durch diese kreative Atmosphäre in München gefördert?

Jonas: Ja! Als junges Unternehmen dürfen wir über ein Förderprogramm der Stadt zum Beispiel an der SXSW Kreativmesse in Texas teilnehmen. Auch die HFF bereitet die Studenten schon während des Studiums auf eine Firmengründung vor und vermittelt wichtige Grundlagen für die Selbstständigkeit.

Wie ist die Filmbranche hier vernetzt?

Philip: Die Filmbranche ist sehr klein und gut vernetzt. Ein Vorteil der HFF ist die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen aus diesem Bereich. So besteht zum Beispiel schon seit vielen Jahren eine Kooperation mit dem Kamerahersteller Arri. Außerdem haben wir immer wieder renommierte Persönlichkeiten und interessante Gastdozenten an der Hochschule.

Le Hof Media – die Produzenten

Philip Hofmann

Geboren 1997 in Bad Homburg. Fand durch YouTube seine Liebe zum Storytelling. Durch Instagram entdeckte er seine Leidenschaft für Engagement Rates und Social Growth.

Jonas Lembeck

Geboren 1998 in Witten. Entdeckte durch den Tatort seine Liebe zum Film und Geschichten. Seit 2018 studiert er parallel zur HFF BWL an der Ludwig-Maximilians-Universität München und ist nun Fan von offensivem Marketing.

Was war eure Motivation, am Wettbewerb von München Tourismus teilzunehmen?

Philip: Mich persönlich reizt München als Standort sehr. Als Frankfurter muss ich mittlerweile zugeben, dass ich hier ein größeres Gefühl von Heimat habe als zu Hause. Das war sicherlich eine Motivation, bei dem Wettbewerb mitzumachen. In meinen Augen ist München auch die schönste Stadt in Deutschland. Da wir alle wirklich überzeugt von der Stadt sind, ist uns die Konzeption des Spots sehr leicht gefallen. Darüber hinaus war die Stadtverwaltung sehr offen und kooperativ für unsere Vorschläge. Eine solche Gelegenheit, etwas Außergewöhnliches für München zu schaffen, wollten wir daher nutzen!

Haben euch die zwei vorhergehenden Filme, The Hardest Job und Club of Cool Cities, bei der Entwicklung des Themas beeinflusst?

Philip: Durchaus. Beides sind super Spots. Wir wollten etwas Neues machen, was es so in den beiden Filmen noch nicht gab. Deshalb haben wir uns für eine „Mockumentary“ mit fiktionalem Bowlingteam entschieden.

Das Thema Sport war ja vorgegeben. Aber wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein Bowlingteam durch München zu schicken?

Diego: Als ich mit Philip in der HFF saß, ist uns plötzlich die Idee des Konzeptes gekommen. Normalerweise geht man mit Freunden bowlen, um eine gute Zeit zu haben. Es macht auch extrem viel Spaß. Bowling ist deshalb in der Regel an Assoziationen wie Entspannung, Adrenalin, Ablenkung und Freunde gekoppelt. Deshalb fanden wir es cool, durch den Spot einen emotionalen „Rush" darzustellen, um diese Werte auf München zu übertragen.

Standen noch andere Sportarten zur Auswahl?

Jonas: Wir wollten von Anfang an eine ungewöhnliche Sportart für den Spot wählen. Hierbei hat uns die Idee hinter dem Film Cool Runnings inspiriert, bei dem vier Jamaikaner das Bobfahren lernen, um bei den Olympischen Winterspielen anzutreten. Wir haben beim Bowling die besten Chancen gesehen, andere Sportarten wie Fußball, Radfahren und Surfen durch die Trickshots mit einzubeziehen.

Was waren die größten Herausforderungen beim Dreh? Die Eisbachwelle? Der Wurf vom Olympiaturm oder der Dreh auf dem Flugfeld?

Jonas: Aus Produktionssicht gab es viele Herausforderungen. Eine davon war es, auf dem Flugfeld des Münchner Flughafens mit 30 Personen zu drehen, die alle inklusive der fünf Produktionsfahrzeuge durch die Sicherheitskontrolle mussten. Das Drehen ist hier eigentlich nicht erlaubt und war nur mit einer Sondergenehmigung und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen in einem sehr kleinen Zeitslot möglich.

Diego: Jeder Trickshot hatte seine eigenen Herausforderungen. Im Skatepark und bei dem Biketrail an der Isar war es für uns wichtig, dass der Shot ohne Schnitte klappt. Deswegen haben wir einige Takes gebraucht, bis alle Komponenten in der Einstellung zusammengepasst haben. An der Eisbachwelle durften wir den normalen Surfbetrieb nicht einfach unterbrechen. Deswegen hat es ein bisschen mehr Zeit gebraucht, bis wir durch waren. Außerdem war die Welle wild und kalt an dem Drehtag. Für unsere Surferin Alina war es ziemlich anstrengend. Aber sie ist super und hat alles mitgemacht!

Diego Oliva – der Regisseur

Geboren 1998 in Guatemala. Ist extra für das Studium an der HFF nach München gezogen und einer der jüngsten Regiestudenten. Mit seinem ersten Kurzfilm Prelude gewann er bereits mehrere Preise auf Festivals.

Bei dem Wurf vom Olympiaturm war die Challenge herauszufinden, wie die Kugel überhaupt aus so einer Höhe fallen würde. Hierfür hatten wir mit einem Physiker die Flugkurve genau ausgerechnet, um die richtigen Einstellungen zu wählen. Bei den anderen Orten waren es eher logistische Herausforderungen, aber alles hat viel Spaß gemacht. Genau wie die Entwicklung der Outfits, weil wir uns von Anfang an viele Gedanken über unser Team als „Rock n Roll Bowling Celebrities“ gemacht haben. Es war eine große Freude, so ein wunderbares Team zu haben, das diese Vision realisieren konnten. Hier muss man unsere Kostümbildnerin Irmi Jenewein besonders hervorheben, die diesen „Stylish & Fun Look“ zum Leben erweckt hat.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Partnern?

Philip: Ohne das Netzwerk an Partnern der Tourismusinitiative München (TIM) wäre der Spot so nicht realisierbar gewesen. Dank der Unterstützung von BMW, dem FC Bayern oder des Charles Hotels war es zum Beispiel möglich, am Flughafen mit einem Jet oder in der Allianz Arena zu drehen. Auch der finale Trickshot vom Olympiaturm mit einer Bowlingkugel herunter war nur mit großer Unterstützung des Olympiaparks möglich. Auch Partner außerhalb von TIM (zum Beispiel eine Bowlinghalle oder der Biergarten am Chinesischen Turm) waren leicht zu überzeugen. Hier war die Stadt als Auftraggeber sicherlich ein guter Türöffner.

Wo seid ihr in München selbst gerne unterwegs?

Jonas: ich bin leidenschaftlicher Läufer, daher trifft man mich oft an der Isar. Zum Weggehen abends sind Philip und ich meistens in der Maxvorstadt anzutreffen.

Diego: Ich gehe auch sehr gerne in der Maxvorstadt spazieren – das hilft mir oft, die Gedanken zu sortieren.

Was zeigt ihr euren Freunden und Familienmitgliedern, wenn sie euch in München besuchen?

Den Gasteig, die Hochschule für Musik und Theater, die Kammerspiele, den Königsplatz und das Schloss Nymphenburg.

 

Links:

lehofmedia.com

www.hff-muenchen.de

 

Auch interessant: Das Projekt The Hardest Job aus der Zusammenarbeit von München Tourismus und der HFF München von 2017 finden Sie hier. Im Jahr 2018 bewies der Spot Club of Cool Cities dann, dass München einfach cool ist.

 

 

Interview: Eveline Heinrich; Fotos: Frank Stolle

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