Fragebogen: Anna Feith

Wie klingt München, Frau Feith?

Münchens Kultur ist geprägt von außergewöhnlichen Frauen. Im Rahmen des Kulturherbstes stellen wir einige von ihnen vor. Dieses Mal: Anna Feith. Die Sopranistin hat regelmäßig Auftritte in München. Außerdem singt sie im Vokalensemble der Bayerischen Orchesterakademie Barock, dem Vokalwerk Nürnberg und dem Vokalconsort Berlin.

Als Münchnerin geboren oder zur Münchnerin geworden?
Weder noch! Ich bin in Passau geboren und in Bremen und Nürnberg aufgewachsen, seit dem Studium lebe ich in Würzburg. In München bin ich vor allem für Konzerte. Bisher hat es sich noch nicht ergeben, nach München zu ziehen, aber vielleicht kommt das ja noch.

In welchem Viertel wären Sie zu Hause?
Wenn man träumen darf, dann: Haidhausen. Die schönen Häuser aus der Vorkriegszeit und die vielen Cafés sprechen mich an. Ich glaube, dort könnte ich mich wohlfühlen.

Wie schmeckt München?
Herzhaft: zum einen sehr herzlich, zum anderen traditionell.

Wie klingt München?
München klingt für mich wie ein großes Volksfest: Achterbahn, Musik, Gläserklirren und viele gut gelaunte Menschen!

Wie riecht München?
Vielfältig wie der Viktualienmarkt: wie der Geruch von frischem Obst und Gemüse, den Gewürzen und den vielen anderen Sachen, die es dort an den Ständen gibt.

München ist die einzige Stadt, in der man...
...das muss ich noch herausfinden.

Welche Münchnerin sollte jeder kennen?
Für mich sind es zwei Münchnerinnen: zuallererst Sophie Scholl (1921–1943), die Widerstandskämpferin gegen das Naziregime. Und Anita Augspurg (1857– 1943). Sie war eine führende Aktivistin in der Frauenbewegung, die erste Juristin im Deutschen Kaiserreich und mit einer Frau zusammen, gegen alle Widerstände.

Ihr liebstes bairisches Wort?
„Gspusi“ (mehr oder weniger heimliches Techtelmechtel): Es klingt liebevoll und drückt so viel aus. „Gspusi“, da sind beim Sprechen Umarmung und Bussi gleich dabei.

Das schönste Gebäude der Stadt?
Das Prinzregententheater. Es hat von außen und innen so eine erhabene, edle Ausstrahlung. Schade, dass ich noch nicht dort auftreten konnte!

Der eingängigste München-Song?
Dazu fällt mir nur der Klassiker „In München steht ein Hofbräuhaus“ ein. Ich war noch nie richtig auf dem Oktoberfest, vielleicht liegt es daran ...

Isar oder Eisbach?
Definitiv der Eisbach. Dort habe ich schon entspannte Stunden verbracht.

Biergarten oder Bar?
Wer nach München kommt, muss einen Biergarten besuchen. Eine schöne Bar findet man überall, aber richtige Biergärten gibt es nur hier.

Philharmonie oder Blasmusik?
Aus meiner eigenen musikalischen Entwicklung heraus gefällt mir die Philharmonie besser. Aber es ist toll, wie so viele Vereine die Blasmusik pflegen.

Auf die Berge oder an die Seen am Wochenende?
Da ich ja in Würzburg lebe, ist es für mich immer mit einem großen Aufwand verbunden, in die Berge zu fahren. Darum sollte man auf jeden Fall zum Wandern gehen, wenn man schon mal in München ist.

Der beste Ort in München, um den Besuch zu beeindrucken?
Zwei Orte finde ich besonders beeindruckend. Der erste ist die Residenz – dort habe ich mein erstes Konzert in München gespielt. Der zweite ist das Nymphenburger Schloss. Ich bin damals aus der Tram gestiegen, die Allee hochgelaufen – und plötzlich ist da dieses riesige Schloss, dieser herrliche Garten mitten in der Stadt. Ein kleines Paradies.

Der beste Ort in München für ein Feierabendbier?
Ich glaube, da kann man nichts verkehrt machen. Ich habe in München noch nie ein schlechtes Bier getrunken.

Der beste Ort in München für ein romantisches Date?
Im Olympiaturm gibt es ganz oben ein Restaurant mit gutem Essen und einem fantastischen Ausblick über die ganze Stadt.

Der beste Ort in München zum Nachdenken?
Das ist gar nicht so einfach. Aber ich kann mir vorstellen, im Englischen Garten findet jeder ein Plätzchen für sich, um den Gedanken nachzuhängen.

Der beste Ort in München für Musikliebhaber?
Auf jeden Fall die Staatsoper, dort muss man mal gewesen sein. Und natürlich auf meinen Konzerten.

Der beste Ort in München, um Kultur zu erleben?
Die Alte Pinakothek. Leider war ich selbst noch nicht drin. Dort hängt zum Beispiel „Das Selbstbildnis im Pelzrock“ von Albrecht Dürer – ich bin ja in der Dürer-Stadt Nürnberg aufgewachsen, daher würde ich das Bild gerne sehen.

Der beste Ort in München bei Italien-Fernweh?
Die Bar Centrale: Dort gibt es sehr guten Kaffee und ein fantastisches Tiramisu. Da kommt richtiges Italien-Flair auf.

 

Alle aktuellen Termine rund um den Kulturherbst gibt es im Stadtportal muenchen.de

Ohne Frauen geht nix

Eine Führung nicht nur für Frauen: Ein Guide von München Tourismus erzählt Wissenswertes, Kurioses und Unterhaltsames von Frauen, die München geprägt haben. Alle Infos finden Sie hier.

Fotos: Privat, Redline Enterprises, Frank Stolle, Jörg Lutz