Ludwig-Maximilians-Universität

Wissensschmiede mit Renommee und Historie

Die Ludwig-Maximilians-Universität – kurz LMU – gilt als eine der Top-Hochschulen weltweit. Angefangen vom Studienangebot bis hin zur Anzahl der Studenten oder gar Nobelpreisträger kann man die LMU durchaus eine Wissensfabrik der Superlative nennen.

Die Fakten sind enorm: An der Ludwig-Maximilians-Universität unterrichten rund 700 Professoren mehr als 50.000 Studenten in rund 150 Studienfächern. Die Zahl der Nobelpreisträger, die die LMU hervorgebracht hat, lag zuletzt bei knapp drei Dutzend. Keine Frage, das Ansehen der Hochschule ist groß. Die Münchner Vorzeige-Uni hat sich im Verlaufe der Geschichte immer mehr zu einer Wissensfabrik der Superlative entwickelt.

Dabei war die LMU lange Zeit gar nicht in der bayerischen Landeshauptstadt. Alles begann rund 80 Kilometer weiter nördlich und liegt viele hundert Jahre zurück. 1472 gründete einer der beiden Namensgeber der Uni, Herzog Ludwig IX., in Ingolstadt die Hohe Schule Altbayerns. Die Fächerauswahl war damals noch sehr überschaubar: Medizin, Jura oder Theologie.

Bei einem Zwischenstopp in Landshut 1802 bekam die Uni ihren heutigen Namen. Dieser sollte an den Gründer und den damals regierenden Maximilian IV. Joseph erinnern. 1826 holte König Ludwig I. die Uni schließlich nach München. Er wollte sie möglichst nah am politischen und kulturellen Machtzentrum haben.

1840 eröffnete die LMU das heutige, von Friedrich von Gärtner entworfene opulente Hauptgebäude an der Ludwigstraße gleich beim Siegestor. Wer den mächtigen Platz davor mit seinen 8,20 Meter großen Brunnen auf sich wirken lässt, spürt bis heute dessen geschichtsträchtige Aura. So führte die Affäre des Königs mit der Tänzerin Lola Montez beispielsweise zu Ausschreitungen und in der Folge zur kurzzeitigen Schließung der LMU 1848. Einschneidend war später auch die Rolle der Frauen an der Uni, die erstmals im Jahr 1900 promovierten. Die erste Habilitation einer Frau erfolgte übrigens 1918.

Allein im 19. Jahrhundert gingen so begabte Köpfe wie der Chemiker Adolf von Baeyer, der Physik-Nobelpreisträger Wilhelm Röntgen oder der Mediziner Max von Pettenkofer aus der Uni hervor. Weniger hervorheben möchte man die Geschehnisse im Zweiten Weltkrieg. 1942 fand auf dem Platz vor dem LMU-Hauptgebäude der Widerstand gegen die NS-Diktatur statt. Studenten verteilten Flugblätter, auf denen sie das Ende des Hitler-Regimes forderten. Der Geschwister-Scholl-Platz auf der einen sowie der Professor-Huber-Platz auf der anderen Seite erinnern noch heute an diesen Widerstand der „Weißen Rose“. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl, Professor Kurt Huber und weitere Studenten wurden 1943 von den Nazis hingerichtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste der Unibetrieb wiederum zeitweise komplett eingestellt werden. Bei einem Angriff auf München 1944 wurde das Hauptgebäude weitgehend zerstört, der Lehrbetrieb fand teilweise nur noch zwischen den Trümmern und in den Privaträumen von Professoren statt. Nach dem Einrücken der US-Truppen musste die LMU dann im Mai 1945 alle ihre Tätigkeiten einstellen. Zum ersten regulären Nachkriegssemester wurden die Uni-Tore dann am 1. April 1946 wieder für die Studenten geöffnet.

Seitdem hat sich an der Uni nochmal einiges getan. Vor allem durch ihr erfolgreiches Abschneiden an der Exzellenzinitiative zur Förderung der Wissenschaft konnte die LMU ihr Forschungsprofil schärfen. In der zweiten Phase der Exzellenzinitiative ging sie 2012 gar als erfolgreichste deutsche Universität hervor. Durch Kooperationen mit US-amerikanischen und chinesischen Universitäten steigt das Renommee auch international. Viele ausländische Studierende kommen ganz bewusst und gerne nach München.

Doch wer glaubt, er könne seiner Vorlesung in einem der prunkvollen Hörsäle des Hauptgebäudes am Geschwister-Scholl-Platz lauschen, der hat mitunter Pech gehabt. Ein Großteil der Fakultäten ist inzwischen in ganz Schwabing im Uni-Viertel untergebracht oder beispielsweise nach Garching und Oberschleißheim ausgelagert.

 

 

Fotos: Sven Kolb, Frank Stolle

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