Tipps von Influencern: Quietpoem

Was hast du in München gelernt, Matilde Minauro?

Viele Influencer besuchen München jedes Jahr und fangen die Stadt durch Videos, Artikel und Fotos ein. Um einen Einblick in ihre kreative Arbeit zu bekommen und herauszufinden, was sie an München begeistert hat, haben wir einen Fragebogen in petto. Diesmal: Matilde Minauro aus Kampanien, das Gesicht hinter "Quietpoem".

Wie hast du dir München vor deinem Besuch vorgestellt?

Das war mein erster Besuch in München und um ehrlich zu sein, habe ich erwartet, dass es sehr traditionell ist – denn in Italien ist München ja vor allem für das Oktoberfest bekannt.

Und wie war es dann tatsächlich?

München ist zauberhaft und charmant. Die Stadt ist lebendig, voller Kunst und schöner Architektur, sie ist ruhig und elegant – und man könnte sich an wirklich jeder Ecke in sie verlieben.

Was hat dir am besten gefallen?

Wenn ich eine neue Stadt besuche, versuche ich mich mit offenen Augen und offenem Herzen treiben zu lassen. Ich lasse mich von der Stadt an die Hand nehmen und von ihr führen – und glaubt mir, ich werde dabei nie enttäuscht. In München habe ich mich vor allem in das Licht verliebt. Und in diese schlichte Eleganz, die einfach in jedem Detail hier steckt.

Was war der interessanteste Ort?

Das ist eine schwere Frage, denn mir hat hier alles sehr gefallen – ohne Übertreibung. Wenn ich mich wirklich für einen Ort entscheiden müsste, würde ich sagen: Schwabing, Münchens Bohème- und Künstlerviertel. Im 19. Jahrhundert war Schwabing die Heimat der wichtigsten Dichter, Maler und Schriftsteller – diese kreative und dynamische Atmosphäre konnte sich das Viertel bis heute bewahren.

Das leckerste Essen? Der beste Drink?

Wenn man in München ist, kann ich allen nur empfehlen, gegen den Strom zu schwimmen und im Tian Restaurant vegetarisch zu essen. Und in Sachen Drinks empfehle ich, das Bier mal außer Acht zu lassen und sich einen perfekt gemischten Cocktail im Call Soul zu gönnen.

Video: Matilde Minauro

Deine schönste Begegnung?

Man trifft überall in München nette Leute, daher möchte ich hier niemanden herauspicken. Stattdessen würde ich lieber sagen, dass die schönste Begegnung München selbst war.  

Dein bester Moment?

Da sage ich nur einen Namen: Cy Twombly. Seine Arbeit „Roses" im Museum Brandhorst hat mein Herz erobert.

Was hast du gelernt?

München hat mich gelehrt, wie wichtig es für uns alle und überhaupt alles ist, in der eigenen Tradition verankert zu bleiben und sich gleichzeitig der Moderne zu öffnen, ohne sich zu verbiegen.

Was hast du von deinem Besuch mitgenommen?

All die wertvollen, tollen Erlebnisse – vom Essen bis zum Design, von der Kunst bis zum alltäglichen Leben.

Du kannst Freunden drei Tipps für einen München-Trip geben – wo schickst du sie hin?

Drei Dinge, die man in München nicht verpassen darf: ein Nachmittags-Spaziergang im Englischen Garten; das Einkaufserlebnis in den Fünf Höfen oder bei Ludwig Beck; eine Nacht in der Bayerischen Staatsoper.

Was möchtest du bei deinem nächsten Besuch erleben?

So wie dieses Mal werde ich mich auch beim nächsten Mal "EINFACH" von "MÜNCHEN" selbst leiten lassen, um all die anderen Millionen von Nuancen dieser wunderbaren und lebhaften Stadt zu entdecken.

Dein Tipp für das perfekte Urlaubsfoto?

Verlasst die Touristenpfade und findet eure eigenen kleinen, geheimen Ecken.

Deine drei goldenen Tipps für das Reisen?

Habt keine Angst, euch komplett auf einen Ort einzulassen. Folgt eurem Herzen, es führt euch immer an die richtigen Orte. Verirrt euch, immer und immer wieder. Die überraschendsten Dinge passieren, wenn man sich den Luxus gönnt, auch mal die falsche Abbiegung zu nehmen.

Und zu guter Letzt: Was glaubst du, meinen die Münchner, wenn sie dramhappad* sagen? Irgendeine Idee?

Ich tippe, es bedeutet so etwas wie DRAMA HAPPENED – vielleicht wird es verwendet, wenn etwas nicht so positiv war wie erwartet.

 

* dramhappad bedeutet im Bayerischen, dass jemand etwas verträumt oder in Gedanken versunken ist.

 

3 Fragen bezüglich Matilde Minauros Arbeit

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Matilde Minauro, ich bin eine Fotografin aus Italien. Durch meinen Großvater kam ich früh mit der Fotografie in Berührung, im Alter von acht Jahren besaß ich meine erste Kamera. In meinen Bildern versuche ich eine verträumte, poetische und ruhige Atmosphäre zu schaffen, einen intimen Raum mit sanften, feinen Tönen. Ich mag den Gedanken, dass meine Fotos eine Sammlung leiser Gedichte sind, die Geschichten erzählen, die Worte manchmal nicht ausdrücken können. Jede Geschichte ist es wert erzählt zu werden, und jeder hat seine eigene Art, sie zu erzählen – meine ist die Fotografie. Für mich ist diese „Arbeit" eine großartige „Mission", und ich bin überglücklich, dass ich genau das machen kann, was ich liebe.

Woher bekommst du die Inspiration für deine Arbeit?

Mir gefällt der Gedanke, dass meine Fotografie eine Reise durch die Welt und durch mich selbst ist. Wenn ich ein Foto mache, wähle ich nur ein Fragment dieser Welt, das mir auf irgendeine Weise bereits gehört. Ich liebe es, die Welt zu beobachten: Sie malt ständig neue Szenen und erzählt uns Millionen von Geschichten.

Die größte Herausforderung an deinem Beruf?

In Harmonie mit meinem Motiv zu sein, sei es eine Person, ein Detail, der Blick auf eine unbekannte Stadt – oder auch ich selbst. Es ist wichtig und herausfordernd, eins mit dem Motiv zu werden und damit sicherzustellen, dass alles ganz genau so bleibt, wie es ist und dass es genau so festgehalten und erzählt wird, wie es sich mir präsentiert hat.

Vielen Dank, Matilde!

 

 

Fotos: Matilde Minauro; Video: Paolo Sabini

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