Nymphenburg-Neuhausen

Rund um Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg und sein prachtvoller Park gehören zu den Top-Sehenswürdigkeiten Münchens. Was viele nicht wissen – ganz in der Nähe der Schlossanlage gibt es noch einige weitere sehenswerte Ziele wie zum Beispiel den Botanischen Garten oder das Museum Mensch und Natur.

Schloss Nymphenburg, 25. August 1845: Kurz nach Mitternacht ertönt der ersehnte Schrei. Der Thronfolger ist geboren: Otto Friedrich Wilhelm Ludwig. Noch heute kennt jeder den späteren König Ludwig II., seine Märchenschlösser und sein tragisches Schicksal. Das grünseiden ausgestattete Geburtszimmer von Ludwig II. gehört zu den Highlights der zu besichtigenden Räume im Schloss, in dem noch heute der Chef des Hauses Wittelsbach lebt.

Die Entstehung des Schlosses ist so romantisch wie sein Name: Nymphenburg. Jahrelang blieb die Ehe des Kurfürsten Ferdinand Maria kinderlos, bis endlich ein Sohn zur Welt kam. Zum Dank gab der Kurfürst für seine Frau Adelaide von Savoyen 1664 das Schloss vor den Toren Münchens in Auftrag. Die berühmtesten Architekten, Bildhauer, Stuckateure und Maler arbeiteten an seiner Verwirklichung.

Der ursprüngliche Barockbau wurde dem Zeitgeist entsprechend im Rokoko und Klassizismus immer wieder verändert. Die bekanntesten Räume sind, neben dem Geburtszimmer von Ludwig II., der über drei Geschosse reichende Steinerne Saal und die Schönheitengalerie von König Ludwig I. Hier hängt u.a. ein Bildnis seiner legendären Geliebten Lola Montez.

Um einen Gesamteindruck vom Schloss zu bekommen, nähert man sich am besten von Osten: Zwei schattige Auffahrtsalleen umrahmen den Nymphenburger Kanal. Mit der Rondellbebauung vor dem Haupttrakt, die zu ihrer Zeit als architektonische Sensation galt, und der Brunnenanlage ergibt sich ein eindrucksvolles Gesamtkunstwerk. Besonders im Licht der Abendsonne, wenn sogar der Sprühregen der Fontäne golden schimmert, ist der Blick auf das Schloss bezaubernd.

Um einen Gesamteindruck vom Schloss zu bekommen, nähert man sich am besten von Osten: Zwei schattige Auffahrtsalleen umrahmen den Nymphenburger Kanal.

Schreitet man auf der Freitreppe hinunter zu den Gartenanlagen im französischen Stil, fühlt man sich auch in T-Shirt und Jeans wie eine Prinzessin. Oder ein Prinz. Nach dem Lustwandeln durch die streng geometrische Anlage kann man sich im anschließenden englischen Landschaftspark genüsslich verlaufen.

Mit seinen Bachläufen, Kanälen, Kaskaden und Brücken, den Seen, Statuen und den Parkschlösschen wirkt er wie ein verwunschener Märchenwald. Wer das noch nicht romantisch genug findet, setzt mit einer Gondelfahrt auf dem Mittelkanal des Schlossparks wie zu Zeiten der Kurfürsten noch ein Highlight drauf.

Bereits seit 1792 ist der Nymphenburger Schlosspark für das Volk geöffnet. 1972 fanden hier die Olympia-Wettbewerbe im Dressurreiten vor wahrhaft königlicher Kulisse statt. Sportlich geht es, vor allem im Winter, auch heute noch zu, wenn sich auf dem zugefrorenen Kanal die Eisstockschützen messen und die Schlittschuhfahrer auf den Parkseen ihre Runden drehen.

Geradezu märchenhaft ist die bunte Blütenfülle im Botanischen Garten Münchens. Besonders zur Rosenblüte ist der Duft, der den Garten durchzieht, betörend. Insektengesumm und Vogelgezwitscher erfüllen die Luft, Frösche und Kröten tummeln sich in den Teichen zwischen Seerosen und Wasserlilien. Durchwandert man das grüne Paradies, führt es quasi rund um die Welt.

Geradezu märchenhaft ist die bunte Blütenfülle im Botanischen Garten Münchens. Besonders zur Rosenblüte ist der Duft, der den Garten durchzieht, betörend.

Sich ausreichend Zeit zu nehmen, wäre empfehlenswert: Immerhin umfasst der Botanische Garten über 21 Hektar und zeigt rund 14.000 verschiedene Pflanzenarten. Palmen, Orchideen, Kakteen und bunte Schmetterlinge in den Gewächshäusern lassen die Besucherinnen und Besucher auch im Winter sommerliche Momente erleben.

Schon seit 1812 gibt es einen Botanischen Garten in München. Zunächst befand er sich zwischen dem Stachus und dem Hauptbahnhof. Heute trägt diese Parkanlage den Namen Alter Botanischer Garten. Bald wurde es in der Innenstadt jedoch zu eng. Der neue Botanische Garten wurde 1914 in Nymphenburg angelegt.

Er erfreut nicht nur jeden, der ins große Grün eintauchen will, sondern ist auch ein bedeutender Studienort für Gärtner und Wissenschaftler. Regelmäßige Führungen, Lesungen, Vorträge und Sonderausstellungen bieten detailliertes und überraschendes Wissen rund um das Thema Pflanzen. Der Botanische Garten schmiegt sich an die Nordflanke des Nymphenburger Schlossparks und kann über einen versteckten Hintereingang auch direkt von dort aus betreten werden.

2006 hielt der Braunbär Bruno, alias JJ1, Bayern wochenlang in Atem. Ihm ist im Museum Mensch und Natur ein eigener Ausstellungsraum gewidmet. „Naturkunde als Erlebnis“ lautet das Motto des Museums. Originalexponate von mikroskopisch klein bis beeindruckend groß, naturgetreue Nachbildungen und viele interaktive Stationen erlauben spannende Einblicke in die Geschichte unserer Erde und des Lebens, aber auch in die Natur des Menschen als Teil seiner Umwelt.

Dem Braunbär Bruno, der Bayern 2006 wochenlang in Atem hielt, ist im Museum Mensch und Natur ein eigener Ausstellungsraum gewidmet.

Kinder zeigen beim Besuch des Museums die allergrößte Ausdauer: Sie hören, was der Urvogel Archaeopteryx erzählt; erleben wie das Gehirn funktioniert; vollziehen nach, warum die Dinosaurier verschwunden sind und raten, welches Tier am schnellsten läuft – auf sinnliche und spielerische Weise erkunden sie die Geheimnisse der Natur.

Ergänzt wird das Angebot des Museums durch regelmäßige Sonderausstellungen und ein breites museumspädagogisches Programm. Für die anschließende Stärkung steht ein eigener Raum zur Verfügung, wo, in guter Münchner Biergarten Tradition, die mitgebrachte Brotzeit verspeist werden kann.

Führung Schloss Nymphenburg

Entdecken Sie zusammen mit einem offiziellen Gästeführer der Stadt München die Schönheit der Sommerresidenz der bayerischen Herrscher. Alle Infos zur Tour finden Sie hier.

Ein Museumscafé mit einem hübschen Innenhof gibt es übrigens auch. Im Hintergrund hört man nur das Quaken der Enten aus dem Schlosspark.

 

Weitere Museen in der Nähe:

 

Marstallmuseum: Prunkschlitten, Pferdewägen und Sattelzeug aus der Zeit der bayerischen Kurfürsten und Könige. www.schloss-nymphenburg.de

Museum Nymphenburger Porzellan: über 1000 Exponate präsentieren 200 Jahre Geschichte der weltweit renommierten Porzellanmanufaktur Nymphenburg. Paradestücke sind die Figuren der Commedia dell'arte von Franz A. Bustelli. www.schloss-nymphenburg.de

Erwin-von-Kreibig-Museum: Arbeiten des Schwabinger Künstlers (1904 bis 1961) und Wechselausstellungen bekannter regionaler Künstler. www.kreibig-museum.com

 

 

Text: München Tourismus; Fotos: Redline Enterprises, Christian Kasper, Vittorio Sciosia; Illustration: Julia Pfaller; Video: Redline Enterprises