Außenbereich des Munich Urban Colab in München mit Liegestühlen vor einem Bauzahn, auf den Freddie Mercury gemalt ist.

Kreativquartier

Ein Spielplatz für Ideen

München hat alles – nur keinen günstigen Mietraum. Deshalb fällt es Kunstschaffenden und Kreativen in der Stadt oft nicht leicht, ohne Zeitdruck an ihren Ideen herumzutüfteln und zu experimentieren. Ein neuer Glücksort ist da das Kreativquartier, wo Wohnen, Kunst und Arbeiten zusammenfinden und die Gedanken freien Lauf haben.

Welch ein Luxus: Mitten in München ist jede Menge teure Fläche für Ideen und Projekte reserviert. Auf dem Gelände der ehemaligen Luitpold-Kaserne zwischen Dachauer-, Loth-, Schwere-Reiter-, Heß- und Infanteriestraße entsteht ein urbanes Stadtquartier, in dem Wohnen und Arbeiten mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpft werden. Das 20 Hektar große Areal befindet sich nahe dem Olympiapark zwischen den beliebten Stadtteilen Schwabing und Neuhausen.

Das Stadtbild überrascht hier mit alten Industriebauten, Graffiti und verwachsenen Gärten. Grafiker und Werbeleute brainstormen bei einem Picknick auf der Wiese, andere genießen ihre Mittagspause auf Bierbänken in der Sonne – eine inspirierende Atmosphäre.

Vieles ist noch in der Mache – in einem Teil des Quartiers tut sich aber schon einiges: Überall auf dem Gelände werden bereits Performances, Ausstellungen, Workshops und Konzerte veranstaltet. Es gibt Ateliers und offene Werkstätten sowie Design-Studios. Schauspieler*innen proben auf Bühnen, seit  2021 auch im Theaterneubau des schwere reiter, und bringen dort ihre Produktionen zur Aufführung. 

2011 wurde das Gründer- und Innovationszentrum Munich Urban Colab  eröffnet, wo etablierte Firmen, Start-ups und die Münchner Stadtverwaltung gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für eine lebenswerte Stadt der Zukunft arbeiten.

Eine lebendige, kreative Szene also, die auch Besuchende zu neuem Denken anregt. Dennoch wird hier kein Wohnraum verschenkt: Mit dem Bau von mindestens 820 Wohnungen wurde bereits begonnen, eine Grundschule, ein Hochschul-Neubau und öffentliche Grünflächen werden hinzukommen. Auch die Instandsetzung der denkmalgeschützten Industriedenkmäler Jutier- und Tonnenhalle ist angelaufen. Sie werden in naher Zukunft Kunst- und Kulturschaffenden und der Münchner Kreativwirtschaft dienen.

 

Kreativquartier: mehr als die Summe seiner Teile

In Detail sieht das so aus: Das Kreativquartier ist in vier Bereiche unterteilt, die sich Kreativpark, Kreativlabor, Kreativplattform und Kreativfeld nennen. Wohnen, Arbeiten, Kunst und Wissenschaft sollen hier auf möglichst lebenswerte und gewinnbringende Art und Weise miteinander verbunden werden. Mit unbegrenzten Möglichkeiten für Zusammenarbeit, Austausch und Inspiration.

Im Kreativpark zwischen Heßstraße und Dachauer Straße wurde bereits 2011 der branchenübergreifende Innovationshub Munich Urban Colab eröffnet. Bestimmte Bereiche, wie das hauseigene Café sind öffentlich zugänglich und regelmäßig gibt es hier auch kostenlose Events- und Diskussionsforen für alle, die sich für eine lebenswerte Stadt der Zukunft interessieren. Im Rahmen der „Offenen Werkstatt“ können sich Privatpersonen dort auch in die bestens ausgerüstete High-Tech-Werkstatt MakerSpace einmieten.

In unmittelbarer Nachbarschaft laufen derzeit noch die Sanierungsarbeiten an der Jutier- und Tonnenhalle. Die denkmalgeschützte Tonnenhalle wird nach ihrer Fertigstellung viel Raum bieten für Konzerte, Aufführungen und andere Events. Außerdem sind Tanzstudios und Gastronomie vorgesehen. In der Jutierhalle, einer ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Industriehalle aus den 1920er Jahren entstehen 60 sogenannte Atelier- und Arbeitsmodule für Künstler*innen, Designer*innen und viele andere Kreative.

Der daran angrenzende Park in der Größe von zwei Fußballfeldern soll mit großzügigen Rasenflächen, einer Liegewiese, mehreren Spielplätzen und vielzähligen Kleinsportanlagen  zum Ort der Entspannung, der Begegnung und für kreative Pausen werden. In erster Linie dient er natürlich auch der Naherholung der Anwohner des Kreativquartiers. Der Park verbindet den Kreativpark mit dem Kreativlabor mit seinem urbanen Nutzungsmix aus Kultur, Kreativwirtschaft, Wohnen, Sozialem, Gewerbe und Einzelhandel in alten und neuen Gebäuden.

Dort entstehen ein Haus für Kinder, also ein städtischer Kindergarten, sowie 79 Wohnungen – mit Potenzial für mehr. Zahlreiche Institutionen der ersten Stunde wie das Import Export mit seinen weit über die Grenze Münchens bekannten Konzerten, das Pathos, Wirkstätte der freien Münchner Theaterszene und die Halle 6 als Produktionsort für zeitgenössische Kunst aller Sparten, sind hier zu finden.

Für die Kreativplattform im südlichen Bereich des Areals erhält die im Viertel ansässige Hochschule für angewandte Wissenschaften einen zusätzlichen Campus. Darüber hinaus entstehen neue Gebäude mit etwa 395 Wohnungen sowie ein weiteres Haus für Kinder.

Das Gelände der ehemaligen Luitpoldkaserne wird zum Kreativfeld, genauer gesagt zu einem grünen Wohn-, Arbeits- und Schul-Standort. Hier will die Stadt 325 Wohnungen, eine Grundschule und noch ein Haus für Kinder bauen.

 

 

Text: München Tourismus; Fotos: Frank Stolle, Munich Urban Colab
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