Eine Gruppe von Studierenden beim Pitch im Strascheg Center for Entrepreneurship in München.

Innovationsspaziergang Maxvorstadt

Wo München an der Zukunft arbeitet

München gilt als die Start-up-Hauptstadt der Republik. Bei einem Rundgang durch das Viertel Maxvorstadt zeigt sich ihre geballte Innovationskraft. Neben den beiden Universitäten Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Technische Universität München (TUM) sind hier eine Vielzahl von Institutionen und großen Firmen beheimatet, die kluge Köpfe dabei unterstützen, die Zukunft zu gestalten und den Fortschritt voranzutreiben. Viele davon sind sogar offen für einen Besuch.

 

Innovationsspaziergang Maxvorstadt

- Siemens AG
- Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE)
- Technische Universität München (TUM)
- Celonis
- Munich Urban Colab
- acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
- Google
- Apple
- Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)

 

 

Siemens AG

Auch ein Global Player wie Siemens hat einmal klein angefangen: in einem Berliner Hinterhof, wo Firmengründer Werner von Siemens vor rund 180 Jahren an einer Lösung für seinen Zeigertelegrafen tüftelte. Elektrische Telegrafen, wie dieses erste Produkt aus dem Hause Siemens, revolutionierten Mitte des 19. Jahrhunderts die Kommunikationstechnik. 

München ist neben Berlin heute einer der beiden Firmensitze der Siemens AG, eines der führenden Technologieunternehmen mit dem Schwerpunkt auf den Feldern Industrie, Infrastruktur, Mobilität und Gesundheitswesen. 2016, zum 200. Geburtstag von Werner von Siemens, wurde die neue Zentrale am Übergang der Münchner Altstadt zur Maxvorstadt eröffnet. Ihre Architektur spannt den Bogen von der Vergangenheit bis in die Zukunft des Unternehmens. Dem dänischen Architekturbüro Henning Larsen Architects gelang es, das historische Palais Ludwig Ferdinand gekonnt in den modernen Neubau zu integrieren. Das Gebäudeensemble gilt als Vorzeigeobjekt für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz.

„Wenn man durch unser Headquarter am Wittelsbacherplatz geht, merkt man schnell: Das ist kein klassischer Konzernsitz, sondern ein Teil der Stadt. Innovation zeigt sich hier nicht nur in unseren Technologien, sondern auch darin, wie wir arbeiten und wie wir Räume denken.“
Danja Wessels, Standortleiterin Siemens Konzernzentrale

Auf rund 45.000 Quadratmetern Gebäudefläche arbeiten hier rund 1.700 Menschen. Anspruch des Unternehmens ist es, Technologie zu entwickeln, die Fabriken effizienter, Städte lebenswerter und den Verkehr nachhaltiger macht. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für nachhaltige Energieversorgung führt in extreme Lagen in den Schweizer Alpen: Die Monte-Rosa-Hütte auf 2993 Metern Höhe versorgt sich dank einer in die Südfassade integrierten Photovoltaikanlage sowie thermischen Solarkollektoren, kombiniert mit einer Gebäudesteuerung aus dem Hause Siemens, zu über 90 Prozent selbst mit Energie.

Als eines der führenden Unternehmen im Bereich industrieller Künstlicher Intelligenz entwickelt das Unternehmen außerdem KI-Lösungen für Kunden aller Branchen. Daneben ist Siemens an dem börsennotierten Unternehmen Siemens Healthineers beteiligt, einem weltweit führenden Anbieter von Medizintechnik, der Pionierarbeit im Gesundheitswesen leistet. 

Siemens AG, Werner-von-Siemens-Straße 1

 

Das Erdgeschoss der modernen Firmenzentrale mit ihren grünen Innenhöfen und dem Wasserspiel und auch Café und Restaurant sind frei zugänglich. In einem Schaufenster in der Passage neben dem Haupteingang ist eine Nachbildung der historischen ersten Siemens-Werkstatt in Berlin mit einem Zeigertelegrafen zu sehen. Der Siemens-Neubau ist auch ein Ort der Begegnung mit zeitgenössischer Kunst: Prominent im Atrium platziert ist eine Bronzeskulptur von Georg Baselitz (1938 - 2026) mit dem Titel  „Schwesterngruppe”. Sie wurde zur Eröffnung vom Künstler persönlich enthüllt.

Vor dem Haupteingang ist „The Wings“ von Daniel Libeskind zu sehen. Zwei weitere dieser 10 Meter hohen Aluminium-Skulpturen wurden in Berlin und Erlangen errichtet und symbolisieren die Verbundenheit der Siemens-Standorte in Deutschland. Auf den Oberflächen können über LEDs Lichteffekte erzeugt werden. Beide Kunstwerke geben einen Vorgeschmack auf das Kunsterleben in den weltbedeutenden Pinakotheken und Museen im Kunstareal der benachbarten Maxvorstadt.

Im historischen Teil der Firmenzentrale, dem Palais Ludwig Ferdinand, lebte 25 Jahre lang der Haus- und Hofarchitekt von Ludwig I., Leo von Klenze, der das Palais selbst entwarf – im Stil des Klassizismus, wie die Gebäude entlang der benachbarten Ludwigstraße, die ebenfalls von Klenze im Auftrag des Königs gestaltet wurden. Die Freitreppe zum Eingang ist zu einem beliebten Instagram-Fotospot in München geworden. 

Gleich um die Ecke des Palais erinnert eine Gedenktafel an den Ort, an dem der FC Bayern im Jahr 1900 gegründet wurde. Das Café Gisela, in dem die 17 Gründungsmitglieder ihre Unterschriften auf die Urkunde setzten, existiert allerdings nicht mehr. Bayern-Fans können die Gründungsurkunde dafür als Replikat im FC Bayern Museum in der Allianz Arena bewundern und dort auch im Café Gisela einkehren, welches den Namen und die Tradition des ursprünglichen Cafés weiterführt.

 

 

Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE)

Das Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE) ist das Entrepreneurship Center an der Hochschule München und gehört zu den wichtigsten Anlaufstellen für Gründung und Innovation in der Stadt. Hier lernen Studierende, Gründer*innen sowie Unternehmen, wie aus Ideen neue Produkte, Dienstleistungen und Start-ups entstehen. Das SCE verbindet Bildung, Forschung und praktische Umsetzung: In Workshops, Projekten und Förderprogrammen entwickeln Menschen innovative Lösungen für technologische, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen.

„Im SCE befähigen wir Studierende, Gründer*innen und Unternehmen, Ideen zu entwickeln, Innovationen umzusetzen und sich innerhalb von Ökosystemen zu vernetzen – um gemeinsam Zukunft aktiv zu gestalten.“
Prof. Dr. Klaus Sailer, Geschäftsführer SCE

Gleichzeitig bringt das Center Talente, Start-ups, Unternehmen und Expert*innen aus München und der ganzen Welt zusammen. Mit seiner Arbeit trägt das SCE dazu bei, dass München zu den führenden Innovations- und Gründungsstandorten Europas gehört. Das Buchungsportal „Holidu“ für Ferienhäuser, die KI gestützte Methode „omegga“ zur Geschlechtsbestimmung bereits im Ei und „curevision“, eine medizinische Anwendung zur digitalen 3D-Analyse von Wunden, zählen zu den erfolgreichen Start-up Alumni des SCE. 

An immer weiteren guten Ideen herrscht kein Mangel. Die beiden Studierenden des Entrepreneurship Masters am SCE, Johannes vom Projekt „bikehero“ und Johanna vom Team „Shift-Talk“, erläutern hier ihre Projekte, die sie am Ende des zweiten Semesters in ihrer Abschlusspräsentation dem Auditorium in Form eines Pitches vorgestellt haben:

 

Johannes, Team Projekt „bikehero“: 

„Unsere Gruppe versucht einen Zweitmarkt für Lastenfahrräder aufzubauen, weil wir festgestellt haben, dass es gerade in München den Hang zu grüner Mobilität gibt, das heißt auch Lastenräder werden immer attraktiver, gerade auch für Familien. Wir arbeiten mit Partnerwerkstätten in verschiedenen deutschen Städten zusammen, die reparieren gebrauchte Räder, nur eben nicht für den Endkunden, sondern für uns als Plattform, als Refurbishment-Online-Plattform, so dass wir jungen Familien in München, Berlin oder Hamburg, anders als zum Beispiel bei Ebay, gebrauchte aber sicher gewartete, reparierte Lastenfahrräder zu einem erschwinglichen Preis und mit Garantie anbieten können.“

Johanna, Team Projekt „Shift-Talk“

„Aufgrund von Fahrerknappheit greifen viele öffentliche Verkehrsunternehmen auf internationales Recruiting zurück und holen Fahrer*innen aus dem Ausland nach Deutschland. Die meisten von ihnen bringen auch ein A2-, B1-Niveau in Deutsch mit, aber was wir identifiziert haben, ist, dass es sehr viel Misskommunikation gibt, weil sie einfach nicht auf diese jobspezifische Sprache, die sie im Job als Busfahrer brauchen, vorbereitet sind. Wir entwickeln eine Lösung, eine Plattform, die ihnen eben szenario-basiert in kurzen Lektionen genau diese Sprache beibringt, damit sie schneller integriert werden in den Fahreralltag, weniger Fehler entstehen und im Idealfall, dass sie länger in dem Unternehmen bleiben.“

Strascheg Center for Entrepreneurship (SCE), Heßstraße 89

 

Wer Lust hat, einmal selbst in die Start-up-Welt hineinzuschnuppern, kann das SCE InnovationsCafé besuchen – eine monatliche kostenlose Netzwerkveranstaltung, bei der man Gründerinnen und Gründer, Ideen und die Münchner Start-up-Szene aus nächster Nähe erleben kann. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Termine und weitere Informationen findet man hier.

 

 

Technische Universität München (TUM)

Kein geringerer als König Ludwig II. war Gründer der „Königlich Neuen Polytechnischen Schule München“, heute Technische Universität München. Neben dem Bau seiner Märchenschlösser lag ihm besonders auch der technische Fortschritt am Herzen. Seine aufwändigen Prachtbauten waren übrigens mit Geräten ausgestattet, die allesamt visionär und auf dem höchsten Stand der damaligen Technik waren. Er bestimmte auch die Lage des heutigen Stammgeländes der TUM in der Maxvorstadt und den Architekten Gottfried von Neureuther.

Die TUM ist eine der Exzellenzuniversitäten in Deutschland – und hält diesen Titel seit 2006 durchgehend. Die Auszeichnung wird an diejenigen Universitäten verliehen, die sowohl Spitzenforschung als auch den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern und ein zukunftsfähiges Konzept zur Lösung globaler Herausforderungen der Gesellschaft vorlegen können.

Die Gründung eigener Unternehmen wird in der TUM vom ersten Studientag an mit einem umfassenden Entrepreneurship-Angebot gefördert. 2002 wurde zu diesem Zweck die gemeinnützige UnternehmerTUM GmbH in Garching gegründet, die heute das führende Zentrum für Gründung und Innovation Europas ist und im Munich Urban Colab einen weiteren Standort mitten in der Stadt hat.

Im Wintersemester 2025/26 waren an der TUM 52.000 Student*innen für 177 Studiengänge eingeschrieben, davon 45 Prozent internationale Studierende aus 140 Ländern. Seit ihrer Gründung hat die TUM 19 Nobelpreisträger hervorgebracht und in jüngerer Zeit 22 Unicorns, das heißt Start-up-Unternehmen, die eine Bewertung von mindestens einer Milliarde US-Dollar erreicht haben.

Die UnternehmerTUM GmbH in München

Die Gründung von UnternehmerTUM im Jahr 2002 erfolgte durch die Unternehmerin Susanne Klatten in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Helmut Schönenberger und dem damaligen Präsidenten der Technischen Universität München. Die gemeinnützige UnternehmerTUM GmbH ist mit jährlich mehr als 100 wachstumsstarken Technologie-Gründungen das führende Zentrum für Gründung und Innovation Europas. Mehr als 500 Mitarbeitende helfen bei Aufbau und Finanzierung von Startups.

Zielsetzung ist es, durch Innovation gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimawandel, Energiewende und Ressourcenknappheit entgegenzutreten. Gründende werden dabei unterstützt, ihre Ideen umzusetzen. Dabei werden sie von erfahrenen Teams bei der Entwicklung eigener Produkte unterstützt. Im MakerSpace können Unternehmen, Startups und Kreative an zwei Standorten auf insgesamt 2.700 Quadratmetern Prototypen und Kleinserien fertigen.

Neben dem Stammgelände in der Maxvorstadt unterhält die Hochschule eine Reihe von Standorten rund um München, wie das Natur- und Ingenieurwissenschaftliche Zentrum in Garching und die Bio- und Lebensmittelwissenschaften in Weihenstephan, einem Ortsteil von Freising. Um das Thema Nachhaltigkeit als disziplinübergreifende Aufgabe dreht sich alles am Standort in Straubing. In Ottobrunn-Taufkirchen wird der Standort für Forschung und Lehre in den Bereichen Luft- und Raumfahrt erweitert, daneben unterhält die TUM Niederlassungen in Heilbronn und am internationalen Technologie-Hotspot Singapur.

Technische Universität München (TUM), Arcistraße 21

 

Kriegsbedingt sind nur noch Fragmente des Ursprungsbaus von 1868 im Stil der Neorenaissance erhalten. Im Architekturmuseum der TUM kann man jedoch auf Fotos aus der Bauzeit sehen, wie die Hochschule damals ausgesehen hat. Der bekannte Uhrenturm ist Teil des zwischen 1910 und 1916 von Friedrich von Thiersch errichteten, und in seiner ursprünglichen Form stark beschädigten, „Thierschbaus“ der Uni an der Ecke Gabelsberger- und Luisenstraße. 

Wer einen Blick ins Innere der Universität werfen möchte, kann dort im Treppenhaus im Erdgeschoss den Goldenen Engel von Ludwig Dasio erblicken. Friedrich von Thiersch, Architekt und Kunstliebhaber, ließ die Figur vermutlich nach dem Vorbild seiner Tochter gestalten. Die Plastik wird als Allegorie der Wissenschaft interpretiert.

Die Vitruv-Büste des Münchner Bildhauers Rolf Nida-Rümelin (1910-1996) im Innenhof des Hauptgebäudes der Technischen Universität München an der Arcisstraße 21, versteht sich als Hommage an den römischen Architekten, Ingenieur und Architekturtheoretiker Marcus Vitruvius Pollio, der im ersten Jahrhundert vor Christus. lebte.

Ein spektakuläres Architekturzeugnis neuester Zeit ist die vertikale Kindertagesstätte der TUM an der Gabelsbergerstraße, das erste Gebäude des Star-Architekten Prof. Francis Kéré in Europa. Kéré wurde 2022 mit dem Pritzker-Preis, auch „Nobelpreis für Architektur“ genannt, ausgezeichnet und ist Professor an der TUM für Architectural Design and Participation. Entstanden ist ein vertikaler Spielplatz, in dem die Kinder laufen, klettern und von einem Geschoss ins nächste rutschen können. Ganz oben lädt die teilweise überdachte Dachterrasse der Kita mit dem Namen „Himmelswiese“ zu Bewegung, frischer Luft und Ausblicken über die Stadt ein.

 

 

Celonis

In einem ruhigen Hinterhof an der Theresienstraße verbirgt sich der Hauptsitz eines der wertvollsten Software-Unternehmen Europas: Celonis. In zwei Gebäuden befinden sich die Räumlichkeiten des Tech-Pioniers, dessen Software-Lösungen Unternehmensprozesse weltweit revolutionieren. Seit seiner Gründung im Jahr 2011 durch drei TUM-Studenten hat sich Celonis rasant entwickelt: Aus einem Uni-Projekt wurde Deutschlands erstes Decacorn – ein Start-up, das mit mehr als zehn Milliarden US-Dollar bewertet wird. 

„Unsere Anfänge an der TUM prägen Celonis bis heute. Die Hälfte unserer mittlerweile rund 1.000 Mitarbeitenden hier am Standort hat einen universitären Hintergrund an einer der hiesigen Hochschulen. Ohne die Talente, die dort ausgebildet werden, gäbe es uns in dieser Form nicht.“
Bastian Nominacher, Co-CEO Celonis

Der Erfolg von Celonis beruht auf Process Mining und Process Intelligence. Das bedeutet: Die Celonis-Software visualisiert Unternehmensprozesse durch die Auswertung bestehender Daten, macht Schwachstellen und Engpässe sichtbar und schlägt Möglichkeiten vor, um sie zu beheben. Dazu erstellt sie ein detailliertes Live-Abbild der tatsächlichen Abläufe und ermöglicht so eine Betrachtung aus der Vogelperspektive. Oft erkennen Unternehmen und Behörden dadurch zum ersten Mal, wie ihre Prozesse tatsächlich ablaufen – denn diese sehen in der Realität oft anders aus als in der Theorie. So können Anwender ihre Prozesse optimieren und verborgene Mehrwerte realisieren. Zudem stellt die Celonis-Software KI-Systemen die Daten bereit, die diese benötigen, um zuverlässig und möglichst effizient nützliche Ergebnisse zu liefern.

Der Bedarf nach entsprechenden Lösungen ist groß, und das branchenübergreifend: Über 1.400 Kunden setzen mittlerweile auf die Technologie, darunter rund drei Viertel aller DAX-Konzerne, internationale Konzerne wie Coca-Cola und Vodafone, aber auch Einrichtungen der öffentlichen Hand. Heute beschäftigt Celonis über 3.000 Mitarbeitende an mehr als 20 Standorten weltweit und hat neben München einen zweiten Hauptsitz in New York.  

Celonis, Theresienstraße 6

 

Munich Urban Colab

2021 wurde mit dem Munich Urban Colab ein international einzigartiger Ort für Smart City Lösungen im Kreativquartier im Herzen von München eröffnet. Die Initiative von UnternehmerTUM, Europas führendes Zentrum für Innovation und Gründung, und der Landeshauptstadt München, bündelt vielfältige Kräfte unter einem Dach: Start-ups, etablierte Unternehmen, die Wissenschaft, Talente, Kreative und Kunstschaffende arbeiten hier zusammen mit der Stadtverwaltung und den Bürger*innen an nachhaltigen Lösungen für eine lebenswerte Stadt der Zukunft.

Von Anfang an dabei ist Sabine Hansky, Program Director des Munich Urban Colab & Expert for Urban Development. Im Café beantwortet sie uns Fragen rund um den Innovations-Hub, der 2026 sein fünfjähriges Bestehen feiert.

Frau Hansky, wozu braucht eine Stadt wie München ein Munich Urban Colab?

Hansky: Städte stehen weltweit vor großen Herausforderungen. München wächst extrem. Bis zum Jahr 2045 werden hier voraussichtlich 1,830 Millionen Menschen leben (2024 waren es 1.603 Milionen). Das stellt die Stadt vor drängende Fragen: Wie sichere ich die Mobilität, wie digitalisiere ich die Infrastruktur, wie kann ich nachhaltig planen und bauen und dem Klimawandel begegnen, Abfall beseitigen und die Energieversorgung sichern? Dazu kommen noch Themen wie Pflege und Gesundheit. Innovationen und neue Technologien können da Lösungsbeiträge liefern.

Die Herausforderungen sind aber viel zu komplex, als dass sie einer alleine lösen könnte: Kein Siemens, keine Stadtverwaltung, kein BMW, kein Start-up alleine schafft das. Es braucht immer den Zusammenschluss von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung und natürlich auch einen Raum, in dem Ideen entstehen und wachsen können. Deswegen haben wir dieses Haus gebaut, wo wir alle wichtigen Akteure unter einem Dach zusammenbringen. 

Zur Community im Munich Urban Colab zählen auch große, internationale Firmen. Was versprechen die sich davon?

Hansky: Unternehmen wie Infineon und SAP haben natürlich eigene Headquarter. Aber das, was sie hier suchen, ist den Austausch mit den Start-ups, mit Talenten, den Kontakt zur Stadtverwaltung. Sie wollen am Puls der Zeit sein. 

Und wo geschieht der Austausch? Hier im Café?

Hansky: Ja, man trifft sich oft auch zufällig hier im Café, und das ist natürlich auch der Grund, warum ein analoger Raum so wichtig ist. Weil es hier zu überraschenden Begegnungen kommt. Hier entsteht das Zufällige, das Überraschende, was ja wahnsinnig wichtig ist für die Entstehung von Neuem und Innovation. Dafür ist das Café ein wirklich wichtiger Ort. 

Wir haben aber auch sehr viele Formate der Begegnung geschaffen. Reine Netzwerk-Events für die Community, aber auch solche, zu denen wir auch Menschen aus München einladen. Zum Beispiel „Inspiration & Talk“, wo wir aktuelle Themen diskutieren wie KI, wie Einsamkeit, wie bezahlbares Wohnen und Bauen mit wirklich herausragenden, auch international führenden Experten. Oder die Veranstaltungsreihe „Meet the City“, bei der die Landeshauptstadt München regelmäßig Einblicke in neue städtische Projekte bietet und den Austausch sucht mit allen, die sich für eine lebenswerte Stadt der Zukunft interessieren.

„Im Munich Urban Colab streben wir smarte Lösungen für urbanes Leben an. Als Smart City sollte München aber nicht nur digitalisiert und vernetzt sein, sondern seinen lebenswerten Charakter bewahren. Das heißt, wir müssen das, was hier historisch gewachsen ist, in alle unsere Überlegungen integrieren.“
Sabine Hansky, Program Director des Munich Urban Colab & Expert for Urban Development

Das Munich Urban Colab ist also nicht nur nur ein Ort für Spezialist*innen?

Hansky: Natürlich ist es uns wichtig, dass wir Innovationstreiber sind für lebenswerte Städte, und dass hier aus dem Haus wirklich Lösungen in die Städte gehen, die dem Bürger zugute kommen, wie zum Beispiel den autonom fahrenden Reinigungsroboter, der hier entwickelt wurde und mittlerweile in zehn Städten eingesetzt wird. Dieses Haus ist aber auch ein wichtiger Ort, an den alle Interessierten eingeladen sind, in einen Dialog zu treten über die Stadt der Zukunft und die Frage, wie wir leben wollen.

Welche Rolle spielt die Architektur des Munich Urban Colab dabei?

Hansky: Wir haben das Haus von innen nach außen entwickelt. Für eine interdisziplinäre, Branchen übergreifende Zusammenarbeit im Sinne einer Entwicklung und Umsetzung von Innovation, wollten wir von der Architektur her den bestmöglichen Rahmen schaffen. 

Transparenz ist uns wichtig, denn wir sind hier eine extrem innovative, kreative Community. Wir suchen sehr genau aus, wer zum Teil dieser Community wird: Leute, denen das Teilen von Erfahrung, das Teilen von Wissen wichtig ist, die die Bereitschaft mitbringen, sich zu vernetzen. Dafür steht die große Transparenz des Gebäudes: Alles ist einsehbar, man kann überall auch in die Büros hineinschauen. 

Die Lage hier mitten im Kreativquartier ist sicher nicht zufällig gewählt?

Hansky: Nein, das Munich Urban Colab hat mit dem Kreativquartier genau das richtige Umfeld gefunden. Es ist sicher eines der dynamischsten Quartiere in München. Und was hier entsteht, ist ein wirklich toller urbaner Mix aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur und da passen wir natürlich perfekt rein. Lösungen für die Stadt finden nicht auf der grünen Wiese statt, sondern an Orten wie diesen: inmitten eines solchen urbanen, lebendigen Quartiers. 

Munich Urban Colab, Freddie-Mercury-Straße 5

 

Lohnend ist der Besuch des Munich Urban Colab allein schon wegen seiner Lage inmitten des Kreativquartiers, einem neuen, spannenden und inspirierenden Stadtquartier off the beaten Track. Hier leistet sich München jede Menge Raum für innovative Ideen und Projekte. Es herrscht Aufbruchstimmung: Wohnen und Arbeiten werden hier mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpft werden. Das 20 Hektar große Areal befindet sich nahe dem Olympiapark zwischen den beliebten Stadtteilen Schwabing und Neuhausen

Das Erdgeschoss und der erste Stock des Munich Urban Colab sind auch für Gäste frei zugänglich. Der frische Wind der Innovation weht durch ein extrem modernes und attraktives Gebäude. Form follows function. Nichts wurde hier dem Zufall überlassen, die Rolltore, die üblicherweise in Autowerkstätten und Industriebetrieben verwendet werden, genauso wenig, wie die wertigen Sitzmöbel, die von renommierten Möbel- und Designunternehmen stammen. Im Eingangsbereich unmittelbar neben der Rezeption unterstreichen einfache Holzschilder mit den Namen aller im Haus ansässigen Unternehmen, Start-ups, städtischen Referate und aller sonstigen Mitglieder der Community den Anspruch, dass man sich hier auf Augenhöhe begegnet und allein das Zusammenspiel der Akteure zählt. 

Für alle, die sich für die lebenswerte Stadt der Zukunft interessieren, gibt es eine Reihe von kostenlosen Events und Diskussionsforen, die zum Teil regelmäßig stattfinden. Im Rahmen der „Offenen Werkstatt“ können sich auch Privatpersonen in die bestens ausgerüstete High-Tech-Werkstatt MakerSpace einmieten. Hier, wo auch die Start-ups an ihren Prototypen tüfteln, kann man in Workshops beispielsweise lernen, wie man ein Dirndl schneidert, oder Kurse belegen, die den richtigen Umgang mit den Werkzeugen zeigen. Und zwischendrin kann man im Café-Restaurant & Café „Flash Gordon“ lecker Kaffeetrinken oder Mittagessen. Es ist benannt nach dem Album von Queen-Sänger Freddie Mercury, da das Munich Urban Colab an der Freddie-Mercury-Straße liegt.

 

 

acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Das Gebäudeensemble am Karolinenplatz, in dem heute acatech untergebracht ist, blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und das zeigt sich in seiner Architektur. Karl von Fischer erbaute das Ensemble zwischen 1809 und 1812. Seine Ideen flossen in den Bau der Wallhalla und der benachbarten Glyptothek ein. Er war Bauherr des Nationaltheaters und Prinz-Carl-Palais, dem ehemaligen Amtssitz des Bayerischen Ministerpräsidenten. Der Bauherr und erste Nutzer der Gebäude am Karolinenplatz war Maximilian I. Joseph, der erste König von Bayern. Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Gebäude als Palais Toerring-Seefeld bekannt.

Während der NS-Diktatur wurde in den Gebäuden das Oberste Parteigericht der NSDAP untergebracht. Nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude nach Plänen von Karl Kergl 1946 wiederaufgebaut. Sie beherbergten die Staatliche Lotterieverwaltung – am Karolinenplatz wohnte das Glück. Der Brunnen im Atrium, gekrönt von einer Skulptur der Fortuna, Göttin des Glücks, und viele Details der Einrichtung und Beleuchtung zeugen von dieser Zeit.

2015 wurde der Karolinenplatz 4 zum Hauptsitz von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Die von Bund und Land Bayern geförderte nationale Akademie berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschafftlichen Zukunftsfragen. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten erfüllt die Akademie ihren Beratungsauftrag unabhängig, faktenbasiert und gemeinwohlorientiert.

„Zu den großen Stärken Deutschlands und Europas gehört unser Wille und unsere Fähigkeit, den technischen Fortschritt an Zielen auszurichten, die dem Gemeinwohl dienen. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ist mit ihrer umfangreichen Arbeit in der überparteilichen, interdisziplinären, branchenübergreifenden Beratung von Politik und Gesellschaft in technologiepolitischen Zukunftsfragen eine Institution für echten Fortschritt in diesem Sinne. Wir brauchen ihre gesammelte Expertise dringender als jemals zuvor. Denn im Bereich der Forschung und Entwicklung wird sich entscheiden, wie die Zukunft unseres Landes und wie die Zukunft Europas aussehen wird: wie frei, wie wohlhabend, wie sicher wir leben werden können.“
Bundeskanzler Friedrich Merz

Mehr als 700 führende Wissenschaftler*innen – die acatech-Mitglieder – und mehr als 100 im acatech-Senat engagierte Technologieunternehmen arbeiten daran zusammen. Die Energiesysteme der Zukunft, der Weg in eine nachhaltige Mobilität, die erfolgreiche Digitale Transformation und die Innovationskraft in Deutschland: Das sind Themen der Akademie. Das acatech FORUM gibt der Zusammenarbeit einen Ort und öffnet Räume für den öffentlichen Dialog.

Die Geschichte des Hauses bleibt bewegt: Yad Vashem wird am Karolinenplatz 4 das erste Holocaust-Bildungszentrum außerhalb Israels errichten. Als lebendiges Denkmal des jüdischen Volkes für den Holocaust bewahrt Yad Vashem die Erinnerung an die Vergangenheit und vermittelt ihre Bedeutung an kommende Generationen. Die erste Ansiedelung eines Bildungszentrums von Yad Vashem außerhalb Israels ist von historischer Tragweite. Aufgrund der dunklen Geschichte des Areals in der NS-Zeit, aber auch angesichts der gegenwärtigen Bedeutung für die israelisch-deutschen und transatlantischen Beziehungen sowie für das Gedenken an die NS-Zeit unterstützt acatech diese folgerichtige Entscheidung aus Überzeugung – das acatech Forum wird umziehen.

acatech, Karolinenplatz 4

 

In der Reihe „acatech am Dienstag“ lädt acatech zu offenen Dialog- und Mitmachveranstaltungen rund um aktuelle technologische Fragen. Mit Partnern wie dem Kunstareal, dem Deutschen Museum, den Volkshochschulen Bayern und vielen mehr öffnet acatech neue, ungewohnte und inspirierende Zugänge zu ihren technikwissenschaftlichen Themen. Ob klassische Podiumsdiskussionen oder Science Slams – mit vielfältigen Diskussionsformaten und Kooperationspartnern möchte acatech Expertenwissen offen zugänglich machen und Debatten anstoßen. Damit hat sich das acatech-Forum zu einer festen Größe des Münchner Stadtlebens entwickelt. Informationen zu den Veranstaltungen im acatech-Forum finden Sie hier.

 

 

Google

In dem historischen Gebäudekomplex der Arnulfpost mit der markanten Rotunde entsteht ein neuer Entwicklungsstandort des globalen Tech-Unternehmens. An die 30.000 Quadratmeter Bürofläche werden hier bis Ende 2026 für bis zu 1500 Mitarbeiter*innen fertiggestellt sein. Damit hat Google in München seinen weltweit ersten Standort für souveräne Cloud-Lösungen eröffnet und wird damit zu einem der zentralen Innovationsstandorte des Internetriesen in Deutschland ausgebaut – was die Bedeutung Münchens als Tech-Standort unterstreicht. 

Google will Cloud-Technologie nicht nur importieren, sondern in München auch weiterentwickeln und an die Bedürfnisse der hiesigen Kunden anpassen. Gemeinsam mit Google-Ingenieur*innen sollen diese experimentieren und so an konkreten Problemlösungen mitwirken. Eine Cloud (englisch für „Wolke“) bezeichnet ein Netzwerk aus Servern, Speicherplatz, Datenbanken, Software und anderen Ressourcen, die über das Internet zugänglich sind. Diese Ressourcen werden nicht lokal auf einem einzelnen Computer oder Server betrieben, sondern in Rechenzentren von Cloud-Anbietern, wie beispielsweise Google, verwaltet.

Nach der Restaurierung und Modernisierung des ehemaligen Paketzustellamts in der Maxvorstadt sind bei Google auch öffentliche Bereiche und Grünflächen rund um das symbolträchtige Bauwerk geplant. 

Google, Arnulfstraße 62

 

Die Arnulfpost, auch unter der Bezeichnung Postpalast bekannt, war das frühere Paketpostamt und steht unter Denkmalschutz. Das Gebäudeensemble wurde zwischen 1925 und 1930 von den Architekten Robert Vorhoelzer, Walther Schmidt und Franz Holzhammer errichtet.

Die Gebäude zählen zu den markantesten Beispielen der Postbauschule, die zwischen 1920 und 1934 die wichtigste Manifestation des Neuen Bauens in Bayern war. Sie verstand sich als eine Architekturschule mit Fokus auf den Postbau. Architekten wie Robert Vorhoelzer fanden wichtig, dass Gebäude dem Menschen dienen sollten – sie sollten daher funktional, hell und einladend sein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Vor allem das Portal und das Relief an dem früheren Amtsgebäude haben heute historischen Wert. Das Münchner Architekturbüro Allmann Sattler Wappner ist mit dem behutsamen Umbau beauftragt: Die Nachhaltigkeit im Blick, soll das bestehende Gebäude, wo immer möglich, erhalten bleiben. Zudem soll die Arnulfpost zu einer Begegnungsstätte werden – nicht nur für Mitarbeiter*innen und Gäste, sondern für alle Menschen aus München.

 

 

 

Apple

Apple ist seit 1981 in München ansässig, man sollte kaum glauben, dass das Unternehmen hier vor über vier Jahrzehnten mit ganzen zehn Mitarbeiter*innen durchstartete. Heute unterhält Apple sieben Niederlassungen in der Münchner Region und zwei der 15 deutschen Apple Stores befinden sich ebenfalls in München. In den 2020er-Jahren hat der Konzern sein langjährige Engagement in der Landeshauptstadt um einen neuen, 30.000 Quadratmeter großen Standort in der Karlstraße in der Maxvorstadt erweitert.

Das dortige Apple Innovationszentrum dient der Erforschung und Entwicklung von Halbleitern & Chips. Sie sind als Schlüsseltechnologien für Produkte auf der ganzen Welt unerlässlich und stecken als Bauteile in iPhones und auch Android-Handys. Damit betreibt der Weltkonzern Hightech-Produktion mitten in München. Auch an anderer Stelle in der Maxvorstadt wird die Präsenz von Apple in München noch einmal deutlich erweitert: An der Seidlstraße entsteht ein Neubau für Büros und Labore der Firma.

Apple, Karlstraße 77-79

 

Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)

Das historische Hauptgebäude mit seinen zwei unverwechselbaren Brunnen ist das Wahrzeichen der LMU München. Zur Universität gehören aber auch moderne Lehr- und Forschungsgebäude, zahlreiche Bibliotheken, Kliniken, landwirtschaftliche Betriebe und das Observatorium am Wendelstein in den Bayerischen Alpen. Insgesamt 125 Gebäude – in und um München.

Die LMU feierte bereits 1972 ihr 500-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie 1472 in Ingolstadt. Nach einem weiteren Vierteljahrhundert, in dem sie in Landshut angesiedelt war, wurde sie 1826 auf Betreiben von König Ludwig I. nach München verlegt. Er wollte Forschung und Lehre in der damaligen Residenzstadt des Königreiches Bayern wissen. 2027 wird die LMU ihr 555-jähriges Bestehen mit einem besonderen Stiftungsfest feiern.

Der Einzug in das heutige, von Friedrich von Gärtner entworfene Hauptgebäude, fand 1840 am Geburtstag des Königs statt. Es war die Zeit , in der die Ludwigstraße nach Schwabing entstand, wo neben der Universität auch die Pfarr- und Universitätskirche St. Ludwig und die Hof- und Staatsbibliothek angesiedelt wurden.

Heute genießt die LMU international einen herausragenden Ruf. Erst kürzlich wurde sie wieder zur Exzellenzuniversität gekürt. Damit führen beide großen Münchner Universitäten, die LMU und die Technische Universität München (TUM). diesen Titel seit Beginn des Bund-Länder-Förderprogramms vor 20 Jahren als einzige Universitäten deutschlandweit ununterbrochen.

Transfer & Entrepreneurship an der LMU
  

Der neue Bereich Transfer & Entrepreneurship an der LMU wurde gegründet, um für einen rascheren Technologietransfer zu sorgen. Hier dreht sich alles um die Frage: Wie kommt eine gute Idee aus dem Labor tatsächlich in die Welt? Neue Technologien sollen zukünftig viel schneller in marktfähige Produkte übersetzt werden. 

Die LMU versteht sich dabei als Partner der Forscherinnen und Forscher auf diesem Weg – mit möglichst unbürokratischen, gründerfreundlichen Prozessen, die wissenschaftliche Exzellenz befördern. Sie unterstützt junge Entrepreneure bei der Gründung eigener Unternehmen, vom Netzwerk aus bereits erfolgreichen Gründer*innen, Mentor*innen und nicht zuletzt auch Investor*innen, bis hin zur Hilfestellung bei allen bürokratischen- und Vertragsangelegenheiten. Der Bereich Entrepreneurship & Transfer ist direkt dem Vizepräsidenten für Entrepreneurship Dr. Philipp Baaske unterstellt.

Zum Wintersemester 2025/26 waren an die 53.000 Studierende an der LMU immatrikuliert. Davon kamen rund 12.000 aus dem Ausland. Menschen aus mehr als 130 Nationen studieren und arbeiten auf dem Campus. Der Anteil der Frauen liegt bei etwa 60 Prozent. 50 Wissenschaftler, die an der LMU geforscht oder studiert haben, wurden mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. 

„Aus Weltklasseforschung entstehen Weltklasseunternehmen. Das ist unser Anspruch an der LMU. In unseren Laboren entstehen Ideen, die ganze Branchen verändern können – von der Medizin über die Physik bis zu KI und Quantencomputing. Unsere Aufgabe ist es, aus dieser Forschung Unternehmen entstehen zu lassen: mit weniger Bürokratie, mehr Vertrauen und einem Ökosystem, das die richtigen Menschen zusammenbringt. Gelingt uns das, gewinnt nicht nur München. Dann gewinnen wir alle.“
Dr. Philipp Baaske, Vizepräsident für Entrepreneurship LMU München

Die LMU München ist eine der forschungsstärksten Universitäten Deutschlands mit Spitzenforschung, die in vielen Bereichen international mithält oder führt, allen voran in der Medizin und Lifescience, der Physik (2023 erhielt Prof. Dr. Ferenc Krausz von der LMU den Nobelpreis für Physik) und in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Materialforschung.

In den Laboren der Universität entstehen immer wieder Ansätze, die weit über die Wissenschaft hinaus wirken, indem sie Diagnostik- und Therapieverfahren eröffnen oder auch neue Materialien und Technologien entwickeln. Auch in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie in den Geistes- und Kulturwissenschaften rangiert die LMU unter den Top-Unis in Europa. 

Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), Geschwister-Scholl-Platz 1

 

Der Geschwister-Scholl-Platz bildet das repräsentative Entrée der LMU und ist weit mehr als nur ein Universitätsvorplatz. Er erinnert an Hans und Sophie Scholl, die bekanntesten Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, die hier mit außergewöhnlichem Mut für Freiheit und Menschlichkeit einstanden. Die breiten Stufen des Hauptgebäudes und der Springbrunnen sind ein beliebter Treffpunkt für Studierende, Mitarbeitende und Gäste. Besonders an sonnigen Tagen sitzen hier viele Menschen, lernen, unterhalten sich und genießen einfach die Atmosphäre. Zugleich lädt die eindrucksvolle Architektur des Hauptgebäudes dazu ein, die lange Tradition der Universität und ihre Bedeutung als Ort des Lernens, der Forschung und des gesellschaftlichen Austauschs zu entdecken. 

Schon nach wenigen Schritten im Hauptgebäude öffnet sich bereits der Lichthof – ein großes lichtdurchflutetes Atrium und das architektonische Herzstück des Gebäudes. Hier findet man unter anderem: die monumentale Freitreppe mit den beiden Sitzfiguren von König Ludwig I. und Prinzregent Luitpold, die den Raum prägen sowie die gläserne Kuppel, die den Lichthof mit Tageslicht durchflutet. Am Rand des Lichthofs befindet sich die DenkStätte Weiße Rose: Die Ausstellung erinnert an die Geschwister Scholl und zeigt Flugblätter, Dokumente und die Geschichte des studentischen Widerstands gegen das NS-Regime. In der Nähe des Eingangs zur DenkStätte befindet sich eine meist mit einer Rose geschmückte Büste von Sophie-Scholl. Eine Gedenktafel mit den sieben Namen der Widerstandsgruppe markiert auf der oberen Galerie im Lichthof genau die Stelle, von der Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 die Flugblätter in den Lichthof warfen. Vom ersten oder zweiten Stock aus erkennt man auch die dekorativen Bodenmosaike aus farbigem Naturstein im Eingangs- und Lichthofbereich am besten, die sonst leicht übersehen werden können. Die Bodenmosaike bestehen aus geometrischen Ornamenten und rahmen die Wege durch den Lichthof. 

 

 

Text: Karoline Graf, Tanja Olszak; Fotos: Frank Stolle, Strascheg Center for Entrepreneurship, Celonis, acatech, Sven Kolb,
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