Wanderführer: Badeseen

Wasser? Marsch! Wanderungen mit Bademöglichkeit

Ein Tag am See oder eine Tour durchs Gebirge? Für alle, die sich nicht entscheiden wollen, gibt es Lösungen für ihr Freizeit-Luxusproblem: Wandern und Planschen – die perfekte Sommerkombi. Ein paar Vorschläge.

 

Abkühlung für Alpenfreunde

Wer Gipfelwanderung und Bergseebaden bequem unter einen Hut bringen möchte, kommt an einem Ausflug auf die Rotwand nicht vorbei. Der Berg am Spitzingsee ist ein beliebtes Ausflugsziel und durch Almen und eine Seilbahn gut erschlossen.

Quasi nebenan liegt der Soinsee (1458 m), die Kulisse könnte aus einem Bilderbuch stammen: blaues Wasser, graue Felsen, grüne Bäume. Der See ist mit knapp fünf Hektar Fläche relativ klein und weist keinen sichtbaren Zufluss auf – der Soingraben taucht erst 780 Meter weiter plötzlich aus dem Boden auf, um dann gemütlich gen Tal zu plätschern.

Manchmal bilden sich dabei Gumpen, kleine Felsbäder, die ebenfalls zum Abkühlen einladen. Das Wasser im Soinsee ist recht kühl, kein Wunder: Etwa fünf Monate im Jahr ist es gefroren.

Anfahrt: Es gibt mehrere Wege hinauf: Von Westen etwa über die Taubensteinbahn (Spitzingstr. 12, 83727 Schliersee) und das Rotwandhaus, von Osten über das Silberghaus (Tiroler Str. 70, 83735 Bayrischzell). Eine Wanderausrüstung ist erforderlich, je nach Route sollte man mindestens einen halben Tag einplanen.

Das geheime Strandbad

Ein Strandbad, das klein, gut erreichbar und dazu auch noch kostenlos ist? Ja, das gibt es: Das Strandbad Kaltenbrunn am Tegernsee ist ein echter Geheimtipp. Das liegt daran, dass die meisten Tegernsee-Besucher lieber woanders spazieren gehen.

Tatsächlich liegt das Strandbad Kaltenbrunn scheinbar unattraktiv am Nordufer, bis auf das Gut Kaltenbrunn gibt es wenig Sehenswürdigkeiten; selbst der Uferweg führt bald weg vom See und durch dichtes Gehölz.

Wer also in Ruhe baden will, ist hier genau richtig. Das Strandbad bietet sich vor allem als Endstation eines längeren Spaziergangs an.

Anfahrt: Ein paar Parkplätze gibt es am angrenzenden Yachthafen (Kaltenbrunn 3, 83701 Gmund). Der Bahnhof Gmund ist in 10 bis 15 Minuten zu Fuß erreichbar.

Karibische Gefühle

Der Walchensee wird auch bayerische Karibik genannt: Weil sein Wasser so unglaublich türkisgrün daherkommt. Einem Sprung hinein kann man kaum widerstehen. Das Ufer mit seinen Kiesstränden ist weitgehend unverbaut, dadurch ergeben sich viele Badestellen.

Besonders beliebt ist die Halbinsel Zwergern, die besten Blick auf Berge und Dörfer bietet. Der Walchensee ist ein guter Aus- und Endpunkt für Wanderungen auf den Herzogstand. Wer sich dabei einen Teil des Aufstiegs sparen möchte, greift auf die Herzogstandbahn zurück.

Für eine Umrundung des Walchensees schlagen 27 Kilometer zu Buche – auch schön, aber eher für Radler geeignet.

Anfahrt: A95, Ausfahrt Murnau/Kochel, anschließend über Kochel am See. Parkplätze gibt es unter anderem an der Herzogstandbahn (Am Tanneneck 6, 82432 Walchensee).

Rein und raus

Wandern, baden, wandern, baden, wandern, baden: Wohl nirgends geht das so gut wie an den Osterseen. Die Seengruppe bei Iffeldorf besteht aus 20, mal kleineren, mal größeren Einzelseen, hinzu kommen ein paar Tümpel; entsprechend groß ist die Abwechslung beim Baden.

Kenner schwören auf den Fohnsee: Der ist gut erreichbar und besonders malerisch. Durch das ganze Gebiet führen zahlreiche Wanderwege, einige davon durch Biotope. Hier leben viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten, zum Beispiel Bergmolche oder die Sibirische Winterlibelle.

An manchen Stellen ist deshalb das Baden verboten. Naturmadeln und -burschen übernachten auf dem Campingplatz am Fohnsee.

Anfahrt: Gute Startpunkte sind der Bahnhof Iffeldorf oder das nahe Waldhaus am Fohnsee (Fohnseeweg 30, 82393). Von hier aus lässt es sich gut durch die Region streifen, von See zu See sind es wenige Gehminuten.

Lange wandern, kurz mal frieren

Die Eisseen (1827 m) im Allgäu machen ihrem Namen alle Ehre. Sie sind so kalt, dass ein Bad definitiv nur Hartgesottenen zu empfehlen ist. Bis in den Sommer hinein liegen an ihren Ufern Schneereste. Die Eisseen wirken in der rauen Bergwelt seltsam verloren – einsame blaue Tupfer.

Der malerische Anblick hat allerdings seinen Schweiß: Die Seen liegen etwas ab vom Schuss. Darum sollten sich nur geübte Bergfexe auf diese Ganztagestour begeben. Als Bonus lässt sich die lange Reise mit einer Besichtigung des Dörfchen Gerstruben verbinden, einer der ältesten Siedlungen im Raum Oberstdorf.

Wer seine Wanderung in Christlessee beendet, kann dort noch einmal ins Wasser springen.

Anfahrt: Die meisten Touren starten in Christlessee (916 m) bei Oberstdorf; auch ein Einstieg in Gerstruben (1155 m) ist möglich. Weiter über die Dietersbachalpe (1325 m) und den Älpelesattel (1780 m).

 

 

Text: Nansen & Piccard; Fotos: Frank Stolle