Jahreszeiten-Kalender

April: Die kleine Schwester des Oktoberfests

Kultur-Highlights von Weltrang, internationale Spitzenküche, exklusive Shopping-Welten und ein spektakuläres Umland: München hat viel zu bieten, zu jeder Jahreszeit. Hier finden Sie ein paar zusätzliche und individuelle Ideen für jeden Monat des Jahres.

Sportwagen und Karussells: Frühlingsfest auf der Theresienwiese

Ganz klar: Frühling ist, wenn auf der Theresienwiese die Karussells wieder ihre Runden drehen. Das Frühlingsfest gilt den Münchnern als Auftakt zur Volksfest-Saison – und als Zeichen, dass es nach dem Winter endlich wieder wärmer wird. Kein Wunder, dass sich die „kleine Schwester des Oktoberfests“ immer größerer Beliebtheit erfreut. Besucher erwarten mehr als 100 Schausteller mit ihren Fahrgeschäften und zwei große Bierzelte, das Bayernland und das Hippodrom. Abends spielen Bands auf und sorgen für Stimmung. Daneben gibt es ein buntes Rahmenprogramm. Zum Oldtimertreffen etwa rollen jedes Jahr alte Sportwagen und Traktoren auf die Theresienwiese. Am ersten Samstag findet traditionell ein Riesenflohmarkt statt, mit Tausenden Verkäufern und Zehntausenden Schnäppchenjägern. Wer also etwas Besonderes sucht, sollte lieber früh aufstehen.

 

Ich bin dann mal weg: Wallfahrt auf den Heiligen Berg

Segen und Sonnen – auf dem Heiligen Berg geht beides zusammen. Die Terrasse des Klosters Andechs bietet einen schönen Blick übers Münchner Umland. Die Kirche nebenan gilt Katholiken als wichtige Wallfahrtsstätte und ist Grabstätte mehrerer bayerischer Herzöge. Die Wallfahrt auf den Heiligen Berg von Andechs ist seit dem 12. Jahrhundert überliefert und damit die älteste in ganz Bayern. Das Kloster selbst gibt es seit 1455, als Benediktinermönche die vormalige Burg übernahmen. Heute leben noch sechs Mönche dort. Und die Menschen pilgern weniger des Seelenheils, sondern eher der guten Klosterküche wegen auf den Berg – und vor allem wegen des Klosterbiers. Auf den Heiligen Berg führen mehrere Wege, die beiden beliebtesten starten am Bahnhof im nahen Herrsching. Der eine schlängelt sich von unten durch den Wald, der andere entlang eines Bergrückens bis zum Kloster. Der obere Weg ist etwas kürzer, der untere ist dafür besser mit Kinderwägen oder Fahrrädern befahrbar. Für die Strecke sollte man etwa anderthalb Stunden einplanen.

Appetit auf Wunderkraut: der Bärlauch sprießt

Küchenchefs schätzen die Pflanze für ihren Geschmack, der an Knoblauch erinnert, scharf und doch irgendwie mild und frisch: der Bärlauch ist ein echtes Wunderkraut. Die Blätter eignen sich perfekt für einen Salat, die Stängel kleingeschnitten als Gewürz. Heilkundler dagegen verschreiben Bärlauch bei Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem soll sein Genuss Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Im Mittelalter galt die Pflanze daher als besonders segensreiche Heilpflanze, die Unheil abwenden konnte. Mit etwas Glück findet man frischen Bärlauch im Supermarkt nebenan; echte Bärlauch-Fans gehen aber im April selbst auf die Suche. Bärlauch wächst gern an schattigen, feuchten Stellen in Au- und Laubwäldern. Gute Chancen bieten der Englische Garten, die Isarauen oder der Pasinger Stadtpark entlang der Würm. Auch am Ost- und Waldfriedhof kann man fündig werden. Beim Sammeln geht’s am besten immer der Nase nach: Wer Knoblauch riecht, ist dem Bärlauch auf der Spur.

Mehr zum Thema: Die Süddeutschen können nur Schweinebraten? Von wegen: Drei bayerische Köche verraten ihre vegetarischen Leibspeisen – und worauf es bei der Zubereitung ankommt: Vegebayerisch.

 

 

Text: Nansen & Piccard; Foto: Christian Kasper