Siedlungshäuser der Fuggerei in Augsburg
Augsburg

Bei den Fuggern, auf dem Stadtmarkt und in der Puppenkiste

Wer in München ist, sollte sich auf keinen Fall Augsburg entgehen lassen. Nur rund 70 Kilometer entfernt, lässt sich die 290.000-Einwohner-Stadt – übrigens eine der ältesten Städte Deutschlands – wunderbar bei einem Tagesausflug entdecken.

Von München nach Augsburg ist es nur ein Katzensprung: gut eine Stunde mit dem Auto, mit dem Zug sind es sogar nur 30 Minuten. Wer's sportlich mag, kann auch mit dem Fahrrad fahren – in rund vier Stunden. Allerdings ist der Tagesausflug dann mehr Sport-Event als Sightseeing-Trip – was wiederum schade ist, weil dann weniger Zeit für die vielen Highlights bleibt, die Augsburg zu bieten hat. Immerhin ist die heutige Hauptstadt Schwabens von jeher ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt, wie schon zu Zeiten der reichen Fugger und der seefahrenden Welser-Familie.

Ein bisschen Zeit sollte man auf jeden Fall für die Fuggerei mitbringen. In der ältesten bestehenden Sozialsiedlung der Welt kann man gelebte Geschichte entdecken. Jakob Fugger „der Reiche“ stiftete die Fuggerei 1521 und gab Augsburg, das im Jahr 15 vor Christus vom römischen Kaiser Augustus gegründet wurde, sozusagen eine „Stadt in der Stadt“ – mit Kirche, Stadtmauer und drei Toren. In der Reihenhaussiedlung mit 67 Häuschen leben noch heute 150 bedürftige Augsburger in insgesamt 140 Wohnungen. Die Miete ist minimal. Dafür müssen die Bewohner täglich ein Vater Unser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für die Stifterfamilie beten, so soll es im Mietvertrag stehen. Bei einem Spaziergang durch die historische Siedlung kann man eine Beispielwohnung besichtigen und im Museum mehr über die Geschichte der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Fugger erfahren.

Wer seinen Stadtbummel noch ein wenig ausdehnen möchte, flaniert weiter durch die Altstadt, die mit ihren engen Gassen und Winkeln fast ein bisschen italienisch daherkommt. Hier gibt es keine riesigen Kaufhäuser, dafür aber kleine Geschäfte, Schmuckläden und Galerien. Wer aufmerksam durch die Gassen streift, entdeckt Gebäude unterschiedlicher Stilepochen, wie mittelalterliche Zunfthäuser, den Dom Mariä Heimsuchung aus dem 11. Jahrhundert und das Rathaus, das aus der Renaissance stammt.

Bei so viel Geschichte braucht es vielleicht eine kleine Pause, und zwar am besten auf dem Augsburger Stadtmarkt in der Fuggerstraße 1. Auf dem Gelände einer ehemaligen Tabakfabrik gibt es Fisch, Antipasti und bayerische Spezialitäten, dazu gerne ein Gläschen Aperol Spritz oder einen Cappuccino. Jeder wie er mag. In den Markthallen und Ständen verkaufen mehr als 100 Händler frisches Obst und Gemüse, Eier direkt vom Bauernhof, Blumen sowie Fleisch und Wurst aus der Region.

Wer Kindheitserinnerungen auffrischen will, muss unbedingt zur Augsburger Puppenkiste. Im Museum kann man mit Urmel oder Jim Knopf die Stars seiner Kindheit bewundern. Wer rechtzeitig reserviert, kann sich die liebevoll gestalteten Marionetten in der Vorstellung anschauen.

Den besten Blick über die Stadt gibt’s übrigens auf dem 70 Meter hohen Perlachturm am Rathausplatz 6. Der im Jahr 989 erbaute Wachturm gehört – nach zahlreichen Umgestaltungen – bis heute zu den höchsten Gebäuden in Augsburg. Da hat man an guten Tagen sogar freie Sicht auf die Alpen und man erkennt: München ist gar nicht weit!

 

 

Foto: Shutterstock

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