Die Gartenkunst der Schlossanlage Schleißheim bei München zählt zu den bedeutendsten europäischen Barockgärten.
Alternative Sehenswürdigkeiten

Schleißheim statt Nymphenburg

Es müssen nicht immer die Frauenkirche, der Englische Garten oder das Nymphenburger Schloss sein. Wir haben zehn alternative Sehenswürdigkeiten, die noch echte Geheimtipps sind.

 

Dreifaltigkeitskirche statt Asamkirche

Ebenfalls in der Altstadt, aber lange nicht so bekannt: Während die Asamkirche in der Sendlinger Straße zu den Lieblingskirchen vieler Touristen gehört, fristet die Dreifaltigkeitskirche am Promenadenplatz ein Schattendasein. Und das obwohl sie sogar noch ein paar Jahre älter ist und damit Münchens erstes Kirchengebäude im spätbarocken Stil war. Die Gebrüder Asam haben auch hier ihre Finger mit im Spiel gehabt und sich um die Kuppelfreskierung der Dreifaltigkeitskirche gekümmert. Ebenfalls besonders: Sie war zudem die einzige Kirche in der Münchner Innenstadt, die die Zerstörung des Zweiten Weltkrieges überlebte.

 

Schloss Schleißheim statt Schloss Nymphenburg

Nicht weniger schön als das Schloss Nymphenburg, aber viel weniger gut besucht ist die Schlossanlage in Schleißheim. Auf den ersten Blick sehen sich beide Schlösser sogar ein bisschen ähnlich, obwohl der Nymphenburger Schlosspark nach dem Versailler Vorbild gebaut wurde, während man Schleißheim im Stil der italienischen Villenarchitektur errichtete. Vor allem das Schloss Lustheim und das Alte Schloss lassen noch heute sofort von Italien träumen. Im Park von Schleißheim kann man ewig und einsam spazieren, die verschiedenen Pavillons und Schlossgebäude besichtigen und danach wunderbar im Schlosscafé Oberschleißheim oder im Café zum Schloss einkehren. Bis heute gehört die Parkanlage übrigens zu den bedeutendsten europäischen Barockgärten.

Würm statt Isar

Schöne Sommertage und ruhige Sonntage verbringt der Münchner für gewöhnlich an der Isar – da ist es manchmal gar nicht mehr so einfach, ein einsames Plätzchen für sich zu finden. Wer bei heißen Temperaturen alleine ins Wasser springen will, der sollte lieber zur Würm fahren. Der Fluss führt ebenso wie die Isar einmal durch die Stadt, speist sich allerdings aus dem Starnberger See – das Wasser eignet sich also hervorragend zum Baden. Reinspringen und sich treiben lassen kann man am besten bei Pasing, Gauting und Stockdorf. Wer ein bisschen mehr Infrastruktur drum herum braucht, der stattet dem Wellenbad Planegg oder dem Sommerbad Gauting einen Besuch ab. Auch spazieren kann man an der Würm ganz wunderbar – zum Beispiel am Schloss Blutenburg oder durch den Pasinger Stadtpark.

 

Westpark statt Englischer Garten

Nicht nur die Münchner, auch sämtliche Gäste lieben den Englischen Garten – die größte und wahrscheinlich auch grünste Parkanlage der Welt. Doch zwischen Chinesischem TurmMonopteros und Eisbachwelle wird es manchmal etwas eng. Wer es ruhiger haben möchte, der flüchtet in den Westpark im Münchner Stadtteil Sendling. Hier gibt es auch zwei schöne Biergärten, man kann wunderbar spazieren, in der Wiese liegen und an ausgewiesenen Plätzen sogar grillen. Ein weiteres Highlight ist das ostasiatische Ensemble mit thailändischer Sala, nepalesischer Pagode und einem japanischen Garten. Oder man setzt sich in den bunten Biergarten vom Café Gans am Wasser und trinkt am Ufer vom Mollsee einen Spritz!

Markt am Wiener Platz statt Viktualienmarkt

Der Viktualienmarkt gehört zu München wie die Fischsemmel vom Fisch Witte zum Samstagnachmittags-Programm. Auf Münchens größtem Lebensmittelmarkt wird probiert, eingekauft, geratscht und gebiergartelt. Vor allem am Wochenende ist der Markt gut besucht. Wer Münchens Marktstimmung ohne Gedränge erleben möchte, der holt sich seine Fischsemmel lieber am Markt am Wiener Platz – sozusagen die kleine Ausführung des Viktualienmarkts. Dieser Markt ist nicht nur beschaulicher, es ist auch viel weniger los. Und biergarteln kann man hier auch, denn der Hofbräukeller ist gleich nebenan. Die Münchner kaufen sonst auf den wechselnden Wochenmärkten oder dem Markt in Pasing und am Elisabethmarkt in Schwabing ein. Letzterer wird allerdings gerade umgebaut.

 

Weißenburger Platz statt Gärtnerplatz

Es gibt so viele schön bepflanzte Plätze und Rondelle in der Stadt. Warum sich trotzdem alle am Gärtnerplatz treffen, ist vielen Münchnern daher ein Rätsel. Der Karolinenplatz in der Maxvorstadt sieht dem beliebten Platz im Glockenbachviertel zum Verwechseln ähnlich – ebenso wie der Maximiliansplatz, der Shakespeareplatz oder der Kaiser-Ludwig-Platz. Doch ein Ort könnte dem Gärtnerplatz wirklich einmal Konkurrenz machen – alleine schon, weil er so zentral in Haidhausen liegt. Unweit vom Rosenheimer Platz kann man am Weißenburger Platz nämlich auch an einem Brunnen sitzen, von der Parkbank aus das Viertel beobachten und die wunderschönen Blumen fotografieren. Und der Platz ist zudem um einiges ruhiger.

Großhesseloher Brücke statt Reichenbachbrücke

Die Reichenbachbrücke liegt sehr zentral im Glockenbachviertel. Außerdem ist der Reichenbachkiosk gleich hier, der so gut wie immer geöffnet hat. Das sind nur zwei von vielen Gründen, warum an der Isarbrücke unweit der U-Bahn-Station Fraunhoferstraße immer etwas los ist. Wer es gediegener mag, der nimmt die Tram 15 und steigt an der Endhaltestelle aus. Hier kann man auch schön spazieren, in der Isar baden und einkehren: Kaffee und Kuchen gibt's beim Isarfräulein unweit der Brücke. Wer etwas Deftiges essen möchte und eine Maß Bier trinken möchte, setzt sich in den Biergarten der Waldwirtschaft.

 

Auer Mühlbach statt Eisbach

Rund 20 Stadtbäche fließen durch München – die meisten von ihnen allerdings unterirdisch und damit unsichtbar. Der bekannteste von ihnen ist der Eisbach, der durch den Englischen Garten fließt und an der Eisbachwelle reichlich Zuschauer, sowie im Sommer auch Badegäste anlockt. Sehr viel ruhiger geht es da am beschaulichen Auer Mühlbach zu, dessen Wasser sich aus der Isar speist und früher noch für den Betrieb von Wassermühlen genutzt wurde. Den dörfliche Charakter erkennt man heute noch – zum Beispiel an den schönen Häuserfassaden in der Mondstraße, die direkt am Ufer des Baches stehen. Wer spazieren möchte, startet zum Beispiel bei der Fausto Kaffeerösterei in Giesing und folgt dem Bach bis nach Haidhausen, wo der schließlich wieder in die Isar fließt.

St. Maximilian statt Frauenkirche

Die Frauenkirche am Marienplatz ist das Wahrzeichen der Stadt – dementsprechend beliebt ist sie bei Besuchern. Wer die berühmteste Kirche Münchens schon besichtigt hat und einen Geheimtipp braucht, dem sei das Katholische Pfarramt St. Maximilian im Glockenbachviertel ans Herz gelegt. Die hübsche Kirche ist beinahe auf jedem Isar-Foto drauf, das von der Reichenbachbrücke aus geschossen wird. Früher noch waren zwei Turmhelme auf den Spitzen, die allerdings im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Bis heute hat man die sogenannten Notdächer, die nur als Provision gedacht waren, nicht ersetzt.

 

Dichtergarten statt Hofgarten

Zwischen dem Hofgarten und dem Englischen Garten liegt etwas versteckt der ehemalige Finanzgarten. Dieser wird heute auch Dichtergarten genannt, weil hier seit den 1980er Jahren Denkmäler und Statuen an Kreative und Literaten erinnern, die mit München in Verbindung stehen – so zum Beispiel Heinrich Heine und Chopin. Im Gegensatz zum sehr gepflegten Hofgarten ist der Dichtergarten eher waldig und naturbelassen. Zwischen Hügeln und Bäumen kann man die Ruhe genießen und mitten in der Stadt ein wenig Entspannung und Romantik finden.

 

 

Text: Anja Schauberger; Fotos: Rainer Viertlböck, Frank Stolle, Sigi Müller, Redline Enterprises, Dominik Morbitzer

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