Bunte Fassaden, verwinkelte Gassen und darüber eine Burg, die alle Rekorde bricht: Die oberbayerische Stadt Burghausen liegt idyllisch an der Salzach direkt an der Grenze zu Österreich und zählt zu den eindrucksvollsten historischen Orten der Region. Ein besonderes Ausflugsziel von München aus!
- Burg von Burghausen: Das Wahrzeichen der Stadt
- Einen Ausflug wert: Raitenhaslach & Marienberg
- Denkmalgeschützte Altstadt in Burghausen
- Wöhrsee & Plättenfahrt auf der Salzach
- Veranstaltungen in Burghausen: Weihnachtsmarkt & Burgfest
- Burghausen: Anfahrt von München aus
Die Burg zu Burghausen ist das Wahrzeichen der oberbayerischen Kleinstadt im Landkreis Altötting: Sie ist mit 1051 Metern die längste Burganlage der Welt. Auf einer schmalen, langen Bergkuppe verläuft sie zwischen der Salzach, dem Grenzfluss zu Österreich, und dem Wöhrsee. Aufgrund dieser besonderen Lage wurde die Burg länglich und nicht kompakt gebaut, um somit optimal vor Angreifern zu schützen. Die Anlage besteht aus insgesamt sechs Höfen, die jeweils durch Tore und Mauern gesichert sind – früher war das ein großer strategischer Vorteil. Diese Höfe sind allesamt miteinander verbunden und können heute noch zu Fuß erkundet werden.
Die Ursprünge der Burg reichen bis ins Jahr 1025 zurück, im 12. Jahrhundert wurde sie weiter ausgebaut und im 15. Jahrhundert erhielt sie schließlich ihre heutige Form, als Burghausen eine wichtige Nebenresidenz der Wittelsbacher Herzöge von Bayern war. Die Burg zu Burghausen war Residenz, Festung, Verwaltungszentrum und Wohnort von fürstlichen Familien, heute gilt sie als Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst. Zu den Sehenswürdigkeiten in der Burg gehören neben den vier Museen – dem Haus der Fotografie, Burghauser Foltermuseum, Staatlichen Burgmuseum und dem Stadtmuseum – auch die prunkvollen Gärten sowie zwei Kapellen. In der ehemaligen Pfisterei befindet sich heute ein Burgcafé.
Man kann die längste Burganlage der Welt entweder auf eigene Faust erkunden oder eine geführte Tour buchen: Neben den klassischen Führungen gibt es auch spezielle Familien- oder Themenführungen.
Etwa fünf Kilometer von Burghausen entfernt steht die Wallfahrtskirche Marienberg, auch bekannt als die „Perle des Salzachtales“. Wie gemalt steht die kleine katholische Kirche auf einem Hügel, so sieht man sie schon von Weitem. Erstmals wurde sie um 1145 urkundlich erwähnt und dann, im Laufe der Jahrhunderte, immer wieder umgebaut, im Jahr 1760 sogar komplett neu errichtet. Hervorzuheben sind die Deckenbilder des Freskenmalers Martin Heigl im Innenraum der Kirche, einem Schüler des berühmten Stuckateurs Johann Baptist Zimmermann.
Ebenfalls eine besondere Sehenswürdigkeit vor den Toren Burghausens ist das Kloster Raitenhaslach. Um 1146 gründeten Mönche dieses erste Zisterzienser-Kloster, heute ist es nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein Ort der Wissenschaft: Im Kloster befindet sich das Akademiezentrum der Technischen Universität München (TUM). Nicht verpassen sollte man den parkähnlichen Garten, die 800 Jahre alte Klosterkirche sowie den Klostergasthof Raitenhaslach. Wer in der naturbelassenen Umgebung spazieren geht, sieht im Sommer Rinder und Wasserbüffel grasen. Auf Wunsch kann man eine Führung durch die Klosterkirche Raitenhaslach und die Wallfahrtskirche Marienberg buchen.
Unterhalb der bekannten Burg befindet sich die denkmalgeschützte Altstadt von Burghausen, ein Meisterwerk der Inn-Salzach-Bauweise. Bereits im Mittelalter entstand dieser besondere Baustil entlang der Handelsachsen zwischen Innsbruck, Hallein und Passau. Er zeichnet sich vor allem durch seine pastellfarbenen Fassaden und geschwungenen Giebel wie in der mediterran anmutenden Altstadtgasse „In den Grüben“ aus. In dieser denkmalgeschützten Straße in der Fußgängerzone fühlt man sich heute ein bisschen wie in Italien zwischen kleinen Läden, Restaurants und Werkstätten. Der Stadtplatz von Burghausen mit seinen Renaissance-, Barock- und Rokokofassaden gilt übrigens als eine der schönsten Platzanlagen Mitteleuropas.
Wer es etwas grüner mag, ist am Wöhrsee richtig: Unterhalb der Burg von Burghausen liegt ein smaragdgrüne See – im Winter kann man hier Schlittschuhlaufen oder Eisstockschießen, im Sommer lädt das Wöhrseebad zum Schwimmen oder Bootfahren ein. Hier kann man sich Tretboote und SUPs ausleihen, Kinder freuen sich über Spielplatz, Kiosk und Sprungturm. Tatsächlich zählt das Freibad mit seiner einzigartigen Kulisse als eines der eindrucksvollsten in ganz Bayern, es ist zwischen Mai und Oktober geöffnet.
Ein besonderes Erlebnis ist die Plättenfahrt auf der Salzach – eine entschleunigte Reise auf historischen Holzbooten, die früher vor allem für den Salztransport genutzt wurden. Die sogenannten „Plätten“ waren über Jahrhunderte ein wichtiges Transportmittel entlang des Flusses und prägten die wirtschaftliche Entwicklung der Region maßgeblich. Heute kann man sich gemütlich über das Wasser treiben lassen und dabei die beeindruckende Kulisse der weltlängsten Burg aus einer ganz neuen Perspektive erleben. Während der Fahrt erzählen erfahrene Plättenführer*innen Wissenswertes über die Geschichte der Salzschifffahrt, das Leben der Schiffer sowie spannende Anekdoten rund um Burghausen. Besonders an warmen Tagen ist die Fahrt eine idyllische Möglichkeit, Natur, Geschichte und bayerische Tradition miteinander zu verbinden.
Das ganze Jahr über locken abwechslungsreiche Veranstaltungen Gäste nach Burghausen – von traditionsreichen Festen bis hin zu kulturellen Highlights. Besonders beliebt ist das Burgfest, bei dem die historische Anlage zur lebendigen Bühne für Ritterspiele, Musik und Handwerkskunst wird. In mittelalterlicher Atmosphäre taucht man in vergangene Zeiten ein und erlebt ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie.
Ebenso stimmungsvoll präsentieren sich auch die Weihnachtsmärkte in Burghausen: An den ersten beiden Adventswochenenden wird es romantisch in der Altstadt, dann findet der „Advent in den Grüben“ statt. Gäste können durch die kleinen Gassen schlendern und dabei Handwerkskunst und Köstlichkeiten an kleinen Buden entdecken. Die Burgweihnacht gilt als einer der schönsten Weihnachtsmärkte in der Region: Neben einer Feuershow und dem traditionellen „Liachtlanzünder“ gibt es selbstverständlich auch Krippenschmuck, kleine Geschenke, Kulinarisches sowie Attraktionen für die Kleinen.
Zu den weiteren Höhepunkten zählt die international bekannte Burghauser Jazzwoche, die Jazzfans aus aller Welt in die Stadt zieht. Schon seit 1970 steht Burghausen ganz im Zeichen des Jazz – in verschiedenen Spielstätten, von der großen Bühne bis zum kleinen Club – treten dann hochkarätige Stars aus der Szene sowie junge Nachwuchstalente auf. Während der Festivalwoche entsteht eine einzigartige Atmosphäre in der Stadt, wenn sich die historische Altstadt mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern, Musikfans und lebendigen Jazzklängen füllt!
Zug ab München: 1,5 bis 2 Stunden. Infos unter www.bahn.de
Auto: ca. 1,5 Stunden über die A94