Die pittoreske Altstadt von Rothenburg mit gepflasterten Gassen, einem Turm und Fachwerkhäusern.

Die beliebtesten Ausflugsziele ab München

Münchens Schätze im Umland

München ist nicht nur Weltstadt mit Herz, sie ist auch das Herz Bayerns – und genau das macht die Stadt zum idealen Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Ob Märchenschloss, mittelalterliches Städtchen, alpiner Gipfel oder die barocke Pracht des Nachbarlandes Österreich: In nur ein bis maximal drei Stunden erreicht man von München aus einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Süddeutschlands. Auch ein Ort des Gedenkens liegt in unmittelbarer Nähe. Hier finden Sie die wichtigsten Ausflugsziele im Überblick.

Die beliebtesten Ausflugsziele im Überblick:

- Schloss Neuschwanstein
- Rothenburg ob der Tauber
- Chiemsee
- Zugspitze
- Salzburg
- Dachau

Schloss Neuschwanstein – das Märchenschloss König Ludwigs II.

„Moment mal, das kommt mir doch bekannt vor!?“ So staunen zu recht oft internationale Gäste, die das Schloss Neuschwanstein zum ersten Mal sehen, denn: Es diente als Vorbild für Walt Disneys bekanntes Dornröschenschloss. Kein anderes Bauwerk steht so sehr für das romantische Bild vom „Märchenland Bayern“ wie Schloss Neuschwanstein. Hoch über dem Alpsee bei Füssen thront die Burg, die König Ludwig II. ab 1869 als seinen ganz persönlichen Rückzugsort erbauen ließ, inspiriert von mittelalterlichen Ritterburgen. Vollendet hat der „Märchenkönig“ sein Lebenswerk nie: Er starb bereits 1886, kurz nachdem die Wohnräume fertiggestellt wurden.

Wer das Schloss besichtigt, sollte sich auch Zeit für die Marienbrücke nehmen, von der aus sich der berühmteste Blick auf Neuschwanstein bietet. Kombinieren lässt sich der Ausflug hervorragend mit einem Abstecher zum benachbarten Schloss Hohenschwangau, in dem Ludwig II. seine Kindheit verbrachte.

Anreise mit dem Auto: ca. 1.45 Stunden, über A96 oder A95 und B17
Anreise mit der Bahn: Regionalzug bis Füssen, von dort mit dem Bus (Linie 73 oder 78) in rund 10 Minuten weiter nach Hohenschwangau
Gut zu wissen: Der Fußweg von der Kasse zum Schloss dauert etwa 30 Minuten und hat eine ordentliche Steigung. Alternativ fährt ein Shuttlebus vom Parkplatz ab und hält in der Nähe der Marienbrücke. Tickets für die Besichtigung zur Hauptreisezeit am besten vorab online kaufen.

Rothenburg ob der Tauber – mittelalterliche Zeitreise 

Fachwerkhäuser, eine komplett erhaltene Stadtmauer und verwinkelte Gassen: Rothenburg ob der Tauber ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Deutschlands. Der Ort verdankt seinen heutigen Charme paradoxerweise seinem wirtschaftlichen Stillstand: Nachdem Rothenburg als Handelsstadt an Bedeutung verlor, blieben die historischen Gebäude weitgehend unangetastet; die Industrialisierung war nie so richtig in Gang gekommen.

Highlights sind der Marktplatz mit dem Glockenspiel, die Jakobskirche mit dem berühmten Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider sowie der Rundgang auf der Stadtmauer, von dem aus sich immer wieder malerische Ausblicke über die Dächer der Altstadt öffnen. Auch das Plönlein, ein kleines Ensemble aus Fachwerkhäusern und einem Brunnen, ist ein beliebtes Fotomotiv. Als Station der Romantischen Straße (eine beliebte Ferienroute) lässt sich Rothenburg zudem wunderbar mit weiteren fränkischen Sehenswürdigkeiten verbinden.

Anreise mit dem Auto: knapp 3 Stunden über A8 und A7 
Anreise mit der Bahn: Zugfahrt mit mindestens einem Umstieg (meist über Treuchtlingen oder Steinach) in etwa 2.5 bis 3 Stunden
Gut zu wissen: Eine Reise ab München können Sie hier buchen.

Chiemsee – das Bayerische Meer

Mit rund 80 Quadratkilometern ist der Chiemsee der größte See Bayerns – kein Wunder also, dass er im Volksmund „Bayerisches Meer“ genannt wird. Mit seiner Größe zieht er vor allem Menschen an, die sportlich unterwegs sind – mit dem SUP, auf Rennrädern oder E-Bikes sowie beim Spazierengehen entlang des Ufers kann man ihn wunderbar erleben. 
Das vielleicht beliebteste Ausflugsziel liegt dabei mitten im See: die Herreninsel mit Schloss Herrenchiemsee. König Ludwig II. ließ das Schloss ab 1878 als Hommage an Versailles errichten: Ein Prunkbau mit Spiegelgalerie und aufwendig gestalteten Gärten, der wie seine anderen Bauten unvollendet blieb. Wer es etwas bodenständiger mag, besucht die benachbarte Fraueninsel mit ihrem jahrhundertealten Kloster und den kleinen Fischerhäusern.

Anreise mit dem Auto: ca 1.15 Stunden über A8
Anreise mit dem Zug: eine knappe Stunde mit dem Regionalzug bis Prien am Chiemsee. Von dort mit dem Schiff zur Herren- oder Fraueninsel 
Gut zu wissen: Schloss Herrenchiemsee ist nur mit Führung zu besichtigen, Fotografieren in den Innenräumen ist nicht erlaubt.

Zugspitze – auf dem Dach Deutschlands

Mit 2.962 Metern ist die Zugspitze der höchste Berg Deutschlands. An klaren Tagen reicht der Blick vom Gipfel bis in vier Länder: Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien. Erreichbar ist die Spitze bequem mit der Bayerischen Zugspitzbahn, die von Garmisch-Partenkirchen aus zunächst durchs Tal und dann mit der Seilbahn hinauf zum Gipfel führt. Nur erfahrene Alpinist*innen sollten den Berg zu Fuß erklimmen. Möglich ist das über verschiedene Anstiegsrouten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Oben angekommen, erwarten einen Aussichtsplattformen, Gastronomie und – je nach Jahreszeit – sogar Restschneefelder mitten im Sommer.

Auch der Eibsee am Fuße des Massivs ist einen Zwischenstopp wert. Das klare, türkisfarbene Wasser und die kleinen Inseln im See suggerieren einem, ganz woanders zu sein als mitten in Europa. Zum Beispiel auf den Malediven.

Anreise mit dem Auto: knapp 2 Stunden über A95
Mit dem Zug: 1 bis 1.5 Stunden bis Garmisch-Partenkirchen, von dort weiter mit der Zahnradbahn oder Seilbahn 
Gut zu wissen: Warme Kleidung einpacken, denn auf dem Gipfel ist es auch im Sommer deutlich kühler als in München.

Salzburg – Mozartstadt und barockes Bühnenbild

Auch wenn die Stadt in Österreich liegt, ist sie ein klassisches Ausflugsziel von München aus. Die Geburtsstadt des Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart bietet verwunschene Gassen einer barocken Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Auch lohnt sich ein Aufstieg zur mächtigen Festung Hohensalzburg, die über den Dächern thront. 
Ein Spaziergang durch die Getreidegasse mit Mozarts Geburtshaus, ein Blick von der Festung über die Stadt und die Alpen sowie ein Abstecher zu den Schauplätzen von „The Sound of Music“ – allen voran Schloss Mirabell mit seinen Gärten – gehören zu den Klassikern eines Salzburg-Besuchs. Einen ganzen Tag sollte man also mindestens einplanen.

Anreise mit dem Auto: ca. 2 Stunden über A8
Anreise mit dem Zug: rund 1.5 Stunden mit der Bahn
Gut zu wissen: Die Salzburg Card bündelt freien Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten mit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Dachau – Altstadt und Erinnerungsstätte

Die heutige Kreisstadt ist eine der ältesten Städte Bayerns und blickt auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurück – erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort bereits im Jahr 805. Über der Altstadt thront das Schloss Dachau, einst Sommerresidenz der Wittelsbacher, dessen erhaltener Festsaaltrakt mit einer Renaissance-Kassettendecke beeindruckt. Vom Schlossgarten aus reicht der Blick bei guter Sicht bis nach München und weiter zu den Alpen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde Dachau zu einem der bedeutendsten Zentren der Freilichtmalerei in Europa: Das besondere Licht über dem Dachauer Moos zog Künstler wie Adolf Hölzel, Ludwig Dill und Carl Spitzweg an. Wer heute durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt spaziert, findet noch immer Ateliers und auch die Gemäldegalerie, die diese Zeit lebendig hält.

Dachau ist aber auch untrennbar verbunden mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Vergangenheit. 1933 errichteten die Nationalsozialisten hier das erste offizielle Konzentrationslager des NS-Regimes, das bis 1945 bestand und als Vorbild für spätere Lager diente. Zehntausende Menschen wurden hier interniert, misshandelt und ermordet.
Die KZ-Gedenkstätte Dachau, die auf dem historischen Lagergelände eingerichtet wurde, dokumentiert diese Geschichte umfassend: Die Dauerausstellung, erhaltene Gebäude wie das Krematorium sowie mehrere Mahnmale laden zu einer stillen, respektvollen Auseinandersetzung mit dem Geschehenen ein. Der Besuch ist keine klassische Sehenswürdigkeit, sondern ein wichtiger Ort des Gedenkens und Lernens, der bei einem München-Besuch aufgrund der Nähe eine besondere Bedeutung hat.

Anreise mit dem Auto: ca. 45 Minuten über B304
Anreise mit der Bahn: S-Bahn-Linie S2 bis Dachau Bahnhof (ca. 20 Minuten); von dort mit dem Bus (Linie 726) direkt zur Gedenkstätte 
Gut zu wissen: Der Eintritt ist in die KZ-Gedenkstätte ist kostenlos. Für einen angemessenen Besuch sollten mindestens zwei bis drei Stunden eingeplant werden.

 

 

Fotos: Frank Stolle; Rothenburg Tourismus Service; Bayerische Zugspitzbahn; Foto Tourismus Salzburg GmbH; Stadt Dachau
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