Eine Person die am Rosengarten in München auf einer Bank ein Buch liest.

München Guide: Ruhige Orte

Die besten Tipps für Ruhesuchende

Obwohl München eine Millionenstadt ist, gibt es hier jede Menge Orte, an denen sich Ruhe und Entspannung finden lassen. Wir haben Parks, Museen und besondere Plätze zusammengestellt, an denen man mit etwas Glück noch ganz für sich sein kann. Außerdem verraten wir, welche Stadtviertel, Besuchszeiten und Jahreszeiten sich besonders für eine entspannte Entdeckungstour durch München eignen.

Tipps für Ruhesuchende in München

- Ruhigere Besuchs- und Jahreszeiten
- Entspannte Münchner Stadtviertel
- Parks und grüne Ruheoase
- Ausflugsziele im Umland
- Kleine Museen, Theater und Bibliotheken
- Veranstaltungstipps für Ruhesuchende

 

Ruhigere Besuchs- und Jahreszeiten

Wer Ruhe sucht, findet sie in und um München herum eigentlich immer. Selbst das Oktoberfest hat noch entspanntere Seiten, zum Beispiel unter der Woche auf der Oiden Wiesn. Und trotzdem lohnt es sich für alle Ruhesuchenden, bereits bei der Urlaubsplanung, darauf zu achten, nicht unbedingt zur Hauptreisezeit nach München zu kommen. Wer sicher gehen möchte: Die beliebtesten Zeiten für Tourist*innen sind neben dem Sommer natürlich das Oktoberfest sowie die Zeit der Christkindlmärkte. Dafür ist es dazwischen oft angenehm leer in der Stadt – ganz besonders lohnen sich hier der Januar und Februar sowie die zweite Oktoberhälfte (nach der Wiesn) und der November, bevor dann die Weihnachtsmärkte starten.

Wer bei den beliebtesten Münchner Sehenswürdigkeiten sicher gehen möchte, dass es vor Ort nicht allzu voll wird, der sucht sich einfach die ruhigeren Besuchszeiten heraus: Sowohl der Marienplatz als auch der Viktualienmarkt sind morgens so gut wie leer, dann können Gäste in aller Ruhe flanieren, Fotos machen und einen Kaffee trinken. Die meisten Marktstandl öffnen gegen 8 Uhr. Andere Attraktionen werden dagegen am späten Nachmittag leerer, wie das Deutsche Museum oder die Residenz. Generell gelten bei vielen Sehenswürdigkeiten der Dienstag- sowie der Donnerstagmorgen als ruhigste Besuchszeiten – abseits der Ferien, versteht sich. Allerdings sollte man unbedingt die Öffnungszeiten der einzelnen Museen beachten, so hat das Haus der Kunst beispielsweise nicht wie üblich am Montag seinen Ruhetag, sondern am Dienstag.

 

Entspannte Münchner Stadtviertel

Neben der Reisezeit spielt auch die Wahl des Stadtviertels eine wichtige Rolle, wenn man München möglichst entspannt erleben möchte. Wer gerne mittendrin ist, nimmt in der Altstadt kurze Wege zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Kauf – damit aber auch mehr Trubel. In der Maxvorstadt sorgen Museen, Hochschulen und belebte Straßen für eine lebendige Atmosphäre, während das Glockenbachviertel besonders für seine Cafés, Restaurants und das Nachtleben bekannt ist. Wer lieber etwas ruhiger wohnt, findet in Haidhausen, Neuhausen-Nymphenburg, Bogenhausen oder Giesing schöne Alternativen. Auch in Schwabing gibt es abseits der großen Straßen angenehm ruhige Wohnlagen. Entscheidend ist dabei nicht nur das Viertel selbst, sondern auch die genaue Lage der Unterkunft: Schon eine Seitenstraße kann einen großen Unterschied machen.

Eine besonders schöne Mischung aus zentraler Lage und entspanntem Flair bietet das Lehel. Nur wenige Gehminuten von der Altstadt, der Maximilianstraße und dem Englischen Garten entfernt, finden sich hier ruhige Wohnstraßen, kleine Cafés und individuelle Geschäfte. Wer in Neuhausen übernachtet, hat mit etwas Glück auch den Nymphenburger Schlosspark in der Nähe. Die weitläufige Anlage lädt zu Spaziergängen und zum Joggen ein. Vor allem am frühen Morgen lassen sich hier ruhige Momente genießen – auch wenn man den Park nicht immer für sich allein hat. Ein weiterer Tipp ist das Franzosenviertel in Haidhausen. Rund um den Bordeauxplatz und den Weißenburger Platz prägen kleine Geschäfte, Cafés und begrünte Plätze das Straßenbild. Hier wohnt man angenehm stadtnah und ist gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden, ohne sich mitten im touristischen Trubel zu befinden.

 

Parks und grüne Ruheoase

München gehört laut internationalen Vergleichen zu den grünsten Großstädten der Welt. Der Englische Garten, die Eisbachwelle und die Isar sind weltweit bekannt und dementsprechend gut besucht, aber auch fernab der bekannten Pfade lassen sich jede Menge ruhige Orte und grüne Oasen entdecken. Wer in der Altstadt unterwegs ist, kann jederzeit eine Pause im Hofgarten, im Dichtergarten oder im kleinen Kabinettsgarten einlegen. Wem in Haidhausen zu viel los ist, der spaziert über den Wiener Platz hinunter in die Maximiliansanlagen – hier gibt es Wiesen und Wege, die man manchmal sogar für sich allein hat. Mitten im Glockenbachviertel befindet sich der Alte Südfriedhof, perfekt für einen Spaziergang oder eine kurze Pause auf einer Parkbank. Auch die anderen Münchner Friedhöfe versprechen viel Ruhe – vom Waldfriedhof bis zum Ostfriedhof.

Falls an der Isar zu viel los sein sollte, biegt man einfach in den beschaulichen Rosengarten ab. Der Park gilt trotz seiner zentralen Lage immer noch als Geheimtipp. Auch bei weiteren kleinen Münchner Parks wie dem Luitpoldpark, Bavariapark oder Westpark haben Besucher*innen oft Glück und finden schnell ein ruhiges Plätzchen. Vor allem im Sommer sowie an Wochenende sind die Wiesen im Englischen Garten rund um den Monopteros sehr voll. Spätestens dann lohnt es sich, in den ruhigeren Nordteil des weltbekannten Parks auszuweichen. Schöne Ziele hier sind der Aumeister, der Kiosk Mini-Hofbräuhaus oder die Wehranlage Oberföhring. Wer mit der U-Bahn fährt, steigt am Nordfriedhof, der Alten Heide oder der Studentenstadt aus. Am schnellsten und flexibelsten ist man im Englischen Garten allerdings mit dem Fahrrad unterwegs.

 

Ausflugsziele im Umland

Das Münchner Umland bietet so viel verschiedene Ausflugsmöglichkeiten, dass es höchstens einmal am Wochenende an beliebten Zielen voller wird. Manche Orte wie der Eibsee bei der Zugspitze, der Herzogstand am Walchensee oder das Schloss Neuschwanstein sollte man dann besser meiden. Falls man sie unbedingt besuchen möchte, wält man dafür besser einen Tag unter der Woche aus. Auch Richtung Tegernsee, Starnberger See oder Chiemsee kann dann mehr los sein – hier sucht man sich entweder andere Besuchszeiten (Frühling statt Hochsommer, Montag statt Samstag) oder weicht auf Alternativen aus. Viele bayerische Seen sind selbst im Sommer nicht überlaufen, wie die Osterseen, der Staffelsee, Kirchsee, Simssee, Waginger See, Barmsee und viele mehr.

Und obwohl Bayern ein beliebtes Bundesland für internationale wie nationale Gäste ist, finden sich noch zahlreiche Wanderungen, Hütten und Ausflugsziele, die nicht ganz so bekannt sind: So ist zum Beispiel im Allgäu immer noch viel weniger los als im Süden von München, statt auf die Zugspitze kann man die entspannteren Ammergauer Alpen besuchen. Und wer sich in Ruhe ein historisches Städtchen ansehen möchte, fährt eher in den Norden, Osten oder Westen nach Regensburg, Landshut, Freising, Wasserburg am Inn oder Burghausen. Statt das Kloster Andechs besuchen Ruhesuchende eher das Kloster Fürstenfeld oder die Benediktinerabtei Scheyern. Hier ist es auch sehr schön, aber dafür weniger gut besucht!

 

Kleine Museen, Theater und Bibliotheken

Keine Karten mehr für die große Bühne bekommen? Dann lohnt es sich die kleineren Theatern in München zu besuchen – zum Beispiel das Hofspielhaus, Metropoltheater, Heppel & Ettlich, Theater Drehleiher oder die Schauburg. Bei Familien ist das Münchner Theater für Kinder recht bekannt, allerdings wissen viele nicht von dem kleineren Marionettentheater. Wer lieber in Ruhe liest oder recherchiert, sucht sich eine der Münchner Bibliotheken heraus. Besonders schön sind die Monacensia in Bogenhausen, die Juristische Bibliothek im Neuen Rathaus sowie das Lyrik Kabinett und die HFF-Bibliothek in der Maxvorstadt. Und wer das Alpine Museum besucht, kann dort nicht nur idyllischen Gartencafé sitzen, sondern vor Ort auch durch die größte alpine Bibliothek der Welt stöbern!

Bei den Münchner Museen gibt es einige Underdogs, die selten voll sind – wie die Glyptothek, die Sammlung Schack, das Sudetendeutsche Museum, die Villa Stuck, das MUCA sowie die Mineralogische Staatssammlung. Manche Ausstellungshäuser sind trotz ihrer zentralen Lage weniger bekannt wie das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst in der Maxvorstadt, das Bayerische Nationalmuseum bei der Eisbachwelle, das Jagd- und Fischereimuseum in der Fußgängerzone, das Museum Fünf Kontinente an der Maximilianstraße oder das Valentin-Karlstadt-Musäum am Isartor. Und dann gibt es tatsächlich noch ein paar Geheimtipps, die selbst so manch Einheimischer nicht kennt: das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke, das Haidhausen-Museum, das Alpine Museum oder die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie. Wer trotzdem die großen Namen besuchen möchte – wie die Pinakotheken, das Deutsche Museum oder das BMW –, macht das am besten unter der Woche.

 

Veranstaltungstipps für Ruhesuchende

Wer die bekannten wiederkehrenden Events in München sowie Großkonzerte meiden möchte, findet immer noch jede Menge alternative Veranstaltungen, auf denen es ruhiger zugeht. Das Literaturhaus, die Monacensia sowie einige unabhängige Buchläden in München laden regelmäßig zu Lesungen oder Autor*innengesprächen ein. Bücherinteressierte besuchen auch gerne die Münchner Bücherschau sowie den alljährlich stattfindenden LISAR Bücherflohmarkt an der Isar. Auch die Stadtbibliothek und der Gasteig HP8 haben immer wieder literarische Events im Kalender. Hier lohnt sich genrell ein Blick in den Veranstaltungskalender, denn so gut wie täglich ist ein recht buntes Programm geboten – manchmal auch zu eher nischigen Themen. Wer sich austauschen und dazulernen möchte, findet bei der Münchner Volkshochschule hunderte spannende Events.

Und apropos Gasteig: Bei der Konzertauswahl in der Isarphilharmonie ist für sämtliche Geschmäcker etwas dabei – von der international gefeierten Komponistin bis zum unbekannteren Pianisten. Immer aber herrscht eine ganz besondere Atmosphäre in diesem gelobten Konzertsaal. Mit etwas Glück sitzt man unter der Woche in den kleinen Münchner Kinos beinahe allein, dazu gehören zum Beispiel das Studio Isabella, die Museum Lichtspiele oder das ABC-Kino. Adressen wie das Neue Maxim, das ARRI, die City Kinos oder das Monopol haben jede Menge Independent-Filme im Programm. Und im Botanischen Garten, der sich in jeder Jahreszeit für einen Spaziergang oder eine Pflanzen-Entdeckungstour lohnt, werden zudem saisonale Führungen und Ausstellungen angeboten.

 

 

Text: Anja Schauberger; Fotos: Dominik Morbitzer
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